KI-Nutzen

KI bringt nicht automatisch mehr Produktivität

Viele nutzen KI täglich und sparen nach eigener Einschätzung viel Zeit. Doch Fehlerkorrekturen, Toolwechsel und fehlende Kontextdaten bremsen die Produktivität.

Botsitting: KI erfordert of zu viel Nacharbeit

Künstliche Intelligenz ist im Arbeitsalltag angekommen. Es gibt jedoch eine deutliche Lücke zwischen gefühlter Produktivität und messbaren Ergebnissen. So lautet das Ergebnis des neuen „Work AI Index 2026“ des KI-Anbieters Glean. Grundlage ist eine Befragung von 6.000 Arbeitnehmern in den USA, Großbritannien und Australien.

Das zentrale Ergebnis: KI wird häufig genutzt, doch der Nutzen für die Unternehmen bleibt begrenzt. 87 Prozent der Befragten setzen KI bei der Arbeit ein. 75 Prozent geben an, dadurch produktiver zu werden. Nach eigenen Angaben spart KI-Automatisierung im Schnitt rund elf Stunden pro Woche. Trotzdem sagen nur 13 Prozent, dass ihre Organisation dadurch deutlich bessere Leistung oder Ergebnisse erzielt.

Botsitting frisst Zeitgewinne auf

Die Studie liefert auch die Erklärung für diesen deutlichen Unterschied: „Botsitting“ frisst einen großen Teil dieser Zeitgewinne wieder auf. Gemeint ist das Füttern der KI-Systeme mit Kontextinfos, das Prüfen von Ergebnissen und das Korrigieren von Fehlern. Mitarbeitende verbringen damit mehr als 6 Stunden pro Woche oder etwa 37 Prozent ihrer KI-Zeit. Weitere 27 Prozent der Zeit widmen sich dem Aufbau von Agenten.

Verschärft wird dieses Produktivitätsproblem durch die Vielzahl der Werkzeuge. 77 Prozent der KI-Nutzer wechseln häufig zwischen verschiedenen Tools. Dadurch entsteht weitere Mehrarbeit, die Produktivität auffrisst. 60 Prozent nutzen für eine Aufgabe nacheinander mehrere Systeme, weil die erste Antwort nicht reicht.

Ungeprüfte Antworten erhöhen das Risiko

Deshalb warnt die Studie vor einem Qualitätsproblem: Weil Prüfen und Nacharbeiten viel Zeit kosten, haben Mitarbeitende die Tendenz, KI-Ergebnisse einfach ungeprüft zu übernehmen. 69 Prozent der KI-Nutzer räumen ein, zumindest gelegentlich so vorzugehen. Hinzu kommt: 38 Prozent nutzen nicht freigegebene Tools ("Schatten-KI"), weil die vorhandenen KI-Systeme keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern.

Außerdem beschwert sich mehr als die Hälfte der Befragten, dass wichtige Informationen für ihre Arbeit nicht in die KI-Systeme eingebunden sind. Die Schlussfolgerung der Autoren fällt nüchtern aus: Mehr KI allein löst das Problem nicht. Unternehmen brauchen umfangreiche Kontextinfos für ihre KI-Tools sowie ausreichend Unterstützung der Mitarbeitenden, um KI im betrieblichen Alltag erfolgreich nutzen zu können.

Die Studie kann unter diesem Link heruntergeladen werden.

Mit KI-Unterstützung verfasst.

Bild: azerbaijan_stockers / Magnific

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