Peter Ahnerts Mission ist es, Unternehmen und Organisationen dabei zu unterstützen, die Potenziale einer gezielten Nutzung von Daten und Künstlicher Intelligenz zu erschließen.
ITD: Herr Ahnert, welche Rolle sollten Daten anno 2023 für Unternehmen spielen?
Ahnert: Im Jahr 2023 sollten Daten eine zentrale Rolle für Unternehmen spielen. Sie sind der Schlüssel, um fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen. Daten ermöglichen es Unternehmen, Kundenpräferenzen zu verstehen, Geschäftsprozesse zu optimieren, Produktentwicklungen zu leiten und Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
ITD: Woher kommen die Megadaten in der Regel?
Ahnert: Megadaten stammen in der Regel aus einer Vielzahl von Quellen. Dazu gehören Transaktionsdaten von Unternehmen, Nutzerdaten von Websites und Apps, Social-Media-Posts, Maschinendaten von Internet-of-Things-Geräten (IoT), biometrische Daten, geografische Daten und viele andere. Auch öffentliche Datenquellen wie Regierungsdokumente und Wetterdaten können wichtige Quellen für Megadaten sein.
ITD: Inwieweit und wofür machen sich Großunternehmen Big Data schon effektiv zunutze?
Ahnert: Großunternehmen nutzen Big Data in vielerlei Hinsicht. Einige der häufigsten Anwendungen sind: Verbesserung der Kundenorientierung durch personalisierte Angebote und Dienstleistungen, Erkennung und Vorhersage von Markttrends, Optimierung der Betriebsabläufe und Kostenreduktion, Verbesserung der Risikobewertung und Entscheidungsfindung und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen basierend auf datengetriebenen Erkenntnissen.
ITD: Mit welchen Herausforderungen ist die Verarbeitung von Big Data verbunden?
Ahnert: Die Verarbeitung von Big Data bringt viele Herausforderungen mit sich. Dazu gehören technische Herausforderungen wie Speicherung, Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen, Sicherheits- und Datenschutzfragen, Fragen der Datenqualität und -integrität und die Notwendigkeit, qualifiziertes Personal für Datenmanagement und -analyse zu finden.
ITD: Welche Rolle spielen dabei z.B. unstrukturierte Daten?
Ahnert: Unstrukturierte Daten spielen eine wichtige Rolle im Big-Data-Kontext. Sie umfassen Texte, Bilder, Videos, Social-Media-Posts und andere Datenformate, die nicht leicht in einer tabellarischen Form dargestellt werden können. Obwohl sie schwerer zu analysieren sind als strukturierte Daten, können sie wertvolle Einblicke liefern, die aus strukturierten Daten nicht gewonnen werden können.
ITD: Mit welchen Technologien/Tools/Lösungen lassen sich große Datenmengen effizient verwalten/analysieren?
Ahnert: Es gibt viele Technologien und Tools zur Verwaltung und Analyse großer Datenmengen. Dazu gehören Datenbank-Management-Systeme wie MySQL, NoSQL-Datenbanken wie MongoDB, Data-Warehousing-Lösungen wie Redshift und BigQuery, Data-Lake-Technologien wie Hadoop und Spark und Analyse- und Visualisierungs-Tools wie Tableau und Power BI. Entscheidend für Unternehmen ist zu wissen, welches Ziel sie mit den Daten erreichen wollen, und darauf basierend den passenden Werkzeugkasten auszuwählen.
ITD: Welche Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz (KI)?
Ahnert: Künstliche Intelligenz spielt eine entscheidende Rolle bei der Verwaltung und Analyse von Big Data. KI und maschinelles Lernen können dazu verwendet werden, Muster und Zusammenhänge in großen Datenmengen zu erkennen, Vorhersagen sowie automatisierte Entscheidungen zu treffen.
ITD: Wer ist im Unternehmen in der Regel für die Daten verantwortlich?
Ahnert: Im Unternehmen ist in der Regel der Chief Data Officer (CDO) oder eine ähnliche Rolle für die Daten verantwortlich. Der CDO ist verantwortlich für die Datenstrategie, -verwaltung und -qualität im gesamten Unternehmen. Aber Vorsicht! Eine zentrale und prominente Rolle, die im Unternehmen für Daten verantwortlich ist, führt noch lange nicht zu einem datengetriebenen Unternehmen. Dazu ist eine bereichs-, funktions- und hierarchieübergreifende Nutzung der Daten im Unternehmen notwendig, die vom CDO orchestriert, aber von allen Mitarbeitern mit Leben gefüllt wird.
ITD: Datenkompetenz als Schlüsselfähigkeit: Inwieweit investieren Unternehmen in die eigenen Mitarbeiter, um sie im Umgang mit Daten zu schulen?
Ahnert: Datenkompetenz ist eine zunehmend wichtige Fähigkeit. Viele Unternehmen investieren daher in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter in Datenanalyse, Datenvisualisierung und datengetriebener Entscheidungsfindung. Dies kann durch interne Schulungen, externe Kurse oder Partnerschaften mit Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen geschehen.
ITD: Inwieweit werden sich Big Data und ihr Stellenwert in den kommenden Jahren verändern?
Ahnert: Es wird erwartet, dass Big Data in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Da die Menge der generierten Daten weiterwächst und die Technologien zur Datenverarbeitung und -analyse immer ausgefeilter werden, verschaffen sich Unternehmen, die in der Lage sind, diese Daten effektiv zu nutzen, einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.
Bildquelle: Nagarro