Künstliche Intelligenz im Alltag

(KI-)Wissen schafft Akzeptanz

Künstliche Intelligenz und Automatisierung stehen bei vielen Unternehmen ganz oben auf der Digitalisierungsagenda. Doch einige Ängste und Unsicherheiten müssen noch abgebaut werden, um Akzeptanz für den Einsatz dieser Technologien zu schaffen.

(KI-)Wissen schafft Akzeptanz

Nur ein offener gesellschaftlicher Diskurs wird langfristig dazu beitrage, Vorurteile gegenüber KI-Technologien abzubauen.

Die Olympischen Spiele im Juli waren anders – nicht nur wegen Corona und der zahlreichen sportlichen Skandale und Skandälchen. Es sollten, so das hehre Ziel von Veranstalter und IOC, „die innovativsten Spiele jemals“ werden. Sorgen sollten dafür z.B. „Miraitowa“ und „Someity“. Die niedlichen Maskottchen in Anime-Optik sind nämlich humanoide Roboter und randvoll mit modernster Technologie. Sie begrüßten Zuschauer, klatschten mit den Athleten ab und animierten das Publikum zum Mitjubeln. Nicht lumpen lassen hat sich bei diesen Spielen auch Toyota: Der Autobauer stellte seine eigens entwickelten autonomen Roboter mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen zur Verfügung, um menschliche Helfer zu ersetzen und so der Ansteckungsgefahr vorzubeugen. So können die kleinen Helfer etwa nach Disziplinen wie dem Kugelstoßen die Sportgeräte einsammeln, als Platzeinweiser fungieren oder von Besuchern georderte Snacks an den Platz liefern. Das „3D Athlete Tracking“ wiederum, basierend auf dem Cloud-Know-how von Alibaba und der Hardware sowie den Deep-Learning-Algorithmen von Intel, nutzt KI und Computer-Vision, um ein 3D-Netz zu erstellen, das Trainern und Athleten echtzeitige und biomechanische Datenanalysen zur Verfügung stellt.

Derartige KI-Anwendungen sind für die Entwickler prestigeträchtig – garantieren sie doch Titelseiten rund um den Globus. Die KI allerdings in den Alltag von „Normalverbrauchern“ zu überführen und ihr volles Potenzial auszuschöpfen, ist ein langwieriger Prozess, in den – neben Wissenschaft, Wirtschaft und Politik – vor allem auch Akteure aus der Zivilgesellschaft eingebunden werden müssen.

Natürlich wird der Gesetzgeber einen Rahmen schaffen müssen, der einerseits zwar verbindlich und eindeutig, andererseits aber auch flexibel genug ist, künftige Entwicklungen und Einsatzszenarien aufnehmen zu können – keine leichte Aufgabe. Daneben gilt es aber auch, einen offenen gesellschaftlichen Diskurs über den Einsatz von KI-Technologie zu moderieren.

Transparenz lautet dabei das Gebot der Stunde, denn, so zeigt z.B. eine aktuelle Pega-Verbraucherstudie, gibt es gerade hier noch einiges zu tun. Erschreckend: Ganze 24 Prozent der 6.000 Studienteilnehmer haben z.B. die Befürchtung, „Roboter könnten die Oberhand gewinnen und uns Menschen schließlich versklaven“.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Unkenntnis, so lässt sich resümieren, führt zu Ängsten und Ablehnung. Abhilfe schafft dabei umfassende Aufklärung: So gaben nur 34 Prozent der Befragten an, schon einmal mit KI in Berührung gekommen zu sein – tatsächlich, so legte es die Studie offen, nutzten 84 Prozent von ihnen bereits KI-Anwendungen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Diese Schere gilt es zu schließen.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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