Dank Microsoft für das HD-Zeitalter gerüstet

Klappe und Action

Mit dem Einsatz einer neuen Virtualisierungslösung kommen bei der CineMedia AG deutlich weniger Server zum Einsatz, was auch Kosten für Lizenzen und Sicherheitstools spart.

Klappe, Bildquelle: iStockphoto.com/Sven Hoppe

In Berlin gründete Karl Geyer 1911 den ersten technischen Filmdienstleister Deutschlands, die Geyer-Werke. Mit selbst entwickelten Maschinen und Verfahren bearbeitete er Filme nach. Damit trennte er erstmals die technische Nachbearbeitung von der künstlerischen Produktion eines Films – das waren die Anfänge der Postproduktion. Aus den legendären Geyer-Werken ist die CineMedia Film AG hervorgegangen, der größte Postproduzent Deutschlands und führend in Europa. Ein Standbein ist der klassische Dreh vor Ort mit Licht-, Kamera- und Tontechnik. Den größten Anteil nimmt aber die Postproduktion ein.
Die CineMedia arbeitet dabei im Highendbereich mit High Definition und 3D-Formaten für verschiedenste Kanäle.

Das Unternehmen unterhält Niederlassungen in den großen Medienstädten Deutschlands: in München, Köln, Berlin und Hamburg. Für den internen Austausch kamen keine Highendtools zum Einsatz: „Die hauseigene IT war über die Jahre historisch gewachsen und nicht mehr konkurrenzfähig“, berichtet Norbert Leupold, IT-Leiter bei der CineMedia Film AG. „So hatte jede Niederlassung einen eigenen Server mit ­Microsoft Exchange Server 2003 vor Ort, doch keiner war ausfallsicher konzipiert.“ Ein Schwachpunkt in der IT-Strategie, denn in der Medienbranche kommt es besonders auf schnelle und zuverlässige Kommunikation an. Außerdem waren die verteilten Exchange-Server aufwendig zu administrieren. An jedem Standort betreute ein Mitarbeiter nebenbei den Server. Anspruchsvolle Aufgaben mussten aber von München aus übernommen werden.

Umständlich und fehleranfällig waren auch die ­Backups. „Aus technischen Gründen erfolgte die erste Sicherung vor Ort in den Niederlassungen“, erzählt Leupold. „Danach wurden die Sicherungen per Standleitung nach München überspielt und auf Band archiviert.“ Überdies kam für jeden Dienst ein eigener physischer Server zum Einsatz, die Zahl der Maschinen war deutlich zu hoch. Nun stand eine Grundsatzentscheidung an. „Im Hinblick auf unsere kleine IT-Mannschaft war sofort klar, dass wir eine einfachere Struktur brauchten“, sagt Leupold. Er beschloss, die komplette IT an den Standort München zu holen, um die Administration und die Backups zu vereinfachen.

Anbindung von Macs und mobilen Geräten

Das IT-Team von CineMedia entschied sich, auf Windows Server 2008 R2 und Exchange Server 2010 zu migrieren und auf Virtualisierung mit Hyper-V zu setzen. Der Grund für diese Entscheidung: CineMedia arbeitet seit Jahren fast ausschließlich mit Microsoft-Technik und schätzt besonders das nahtlose Zusammenspiel sowie das einheitliche Look and Feel der Lösungen. Das Update auf Exchange Server 2010 sollte zudem die Anbindung von Macs und mobilen Geräten erleichtern. Für die Umsetzung holte sich CineMedia den Microsoft-Partner Alegri International Service GmbH ins Boot. Im ersten Schritt richtete das IT-Team einen Cluster mit zwei virtuellen Exchange-Servern ein. „Mit der Virtualisierungslösung können wir die Zahl der physischen Rechner reduzieren und gleichzeitig auch Exchange Server 2010 in virtuelle Maschinen packen“, erklärt Leupold die neue IT-Strategie. „Und mit einem Cluster erhalten wir auch eine hohe Ausfallsicherheit.“ Die virtuellen Server verwaltet Leupold alleine mit System Center Virtual Machine Manager 2008 R2. Mit dieser Software überblickt er seinen Cluster und stellt über Vorlagen mit wenigen Mausklicks neue Server bereit.

Für CineMedia hat sich das Projekt mehrfach gelohnt. Heute erfolgt die Administration am Standort München, was Zeit und Aufwand spart. „Mit dem Virtual Machine Manager 2008 R2 habe ich die virtuelle Umgebung stets im Blick“, berichtet Leupold. „Bei Projektstress mit Anforderungen von vielen Seiten ist das ein perfektes Werkzeug, um neue Server in kurzer Zeit an den Start zu bringen.“ Früher musste man dafür erst Hardware bestellen und danach die Server manuell einrichten. Ein weiterer Vorteil: Dank der Virtualisierungslösung kommen deutlich weniger Server zum Einsatz, sodass CineMedia Kosten für Lizenzen und Sicherheitstools spart.

Zudem konnten die sechs Exchange-Server der verschiedenen Standorte auf zwei ausfallsichere virtuelle Maschinen im Hyper-V-Cluster reduziert werden. „Eine Arbeitserleichterung bei der Administration ist das nahtlose Zusammenspiel von Windows-Server mit Hyper-V und den System-Center-Tools“, erklärt Leupold. Die Mitarbeiter kommen in den Genuss einer einfachen Integration ihrer mobilen Geräte. „Eine kurze Rücksprache reicht, und ich kann iPhones und iPads schnell für Exchange Server 2010 freischalten“, sagt Leupold. Für schnelle Backups kommt Microsoft System Center Data Protection Manager 2010 zum Einsatz, der die Exchange-Server im Cluster dank Unterstützung für Hyper-V in einem Rutsch sichert. Da die Bedienung den System-Center-Tools entspricht, bedurfte es keiner langen Einarbeitungszeit.

 

Die CineMedia Film AG
Der Schwerpunkt des 1911 gegründeten Unternehmens liegt auf dem Ausbau der kreativen und digitalen Dienstleistungen in der Postproduktion. Ziel ist es, die Mediendienstleistungen an den bestehenden Standorten Berlin, Hamburg, Köln und München auszuweiten und an neuen Standorten in Deutschland anzubieten. Bereits heute verfügt CineMedia über kreative und technisch versierte Mitarbeiter und die technische Ausstattung zur hochauflösenden und formatfreien Bild- und Tonbearbeitung, wie sie für High-Definition-TV-Formate und Spielfilme im digitalen Format benötigt werden.
Im Internet: www.cinemedia.de

 

Bildquelle: iStockphoto.com/Sven Hoppe

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