Verkaufszahlen von Windows 8

Können 40 Millionen Kunden irren?

Windows 8 kommt langsam in Schwung: Mehr als 40 Millionen Lizenzen fanden im ersten Lebensmonat des Systems ihre Abnehmer.

Windows 8 sieht anders aus

"Das Design von Windows 8 ist Murks." - "Das ist nur auf dem Touchscreen gut bedienbar." - "Das ist auf dem Touchscreen schlecht bedienbar." - "Der Desktop wird vernachlässigt." - "Die Anwender werden das Startmenü vermissen." Eine kleine Blütenlese gängiger Kritik an Windows 8.

Übersetzt heißt das nur, dass Microsoft es nicht allen recht machen kann. Immerhin hat das Software-Unternehmen aus Seattle es versucht und die neue Windows Version so gestaltet, dass sie sowohl auf herkömmlichen Systemen mit Maus und Tastatur als auch auf Touchscreen-Geräten problemlos eingesetzt werden kann.

Windows 8 ist also umstritten. Doch zumindest nach Angaben von Microsoft scheint das den Verkauf nicht sonderlich zu beeinflussen. Auf der Credit Suisse 2012 Annual Technology Conference verkündete Tami Reller, die Marketingleiterin des Windows-Bereichs bei Microsoft, erfreuliche Zahlen: In den vier Wochen seit dem Verkaufsstart von Windows 8 hat Microsoft gut 40 Millionen Lizenzen des neuen Betriebssystems verkauft.

Darunter fallen sowohl Kopien auf neu gekauften Windows-Rechner als auch Upgrades für vorhandene Computer. Tami Reller betonte, dass die Umstiegsrate auf Windows 8 besser sei als die von Windows 7 im gleichen Zeitraum.

Ein Faktor, der in die sehr guten Absatzzahlen einfließen könnte, sind die recht attraktiven Preise für die Windows-8-Upgrades, denn diese sind bereits ab 30 Euro zu bekommen. Es gibt sicher noch weitere Einflussfaktoren, die eine bessere Beurteilung des Verkaufserfolg von Windows 8 erlauben würden.

So ist zum Beispiel noch unklar, wie viele Windows-Kopien sich auf Tablets oder anderen Geräten mit Touchscreen finden. Außerdem wäre es hochinteressant zu erfahren, welchen Anteil die spezielle ARM-Version "Windows RT" im Verkauf hat. Diese Version gibt es nicht als Einzelkopie, sondern ausschließlich auf Endgeräten.

Da Tami Reller von Lizenzen geredet hat, dürften unter den Verkäufen auch die teils recht großen Lizenzvorräte von Hardware-Herstellern sein. Ein großer Teil davon wird noch gar nicht im Handel, geschweige denn beim Endkunden aufgetaucht sein. Außerdem ist unklar, ob zu den genannten Verkaufszahlen auch Volumenlizenzen von Unternehmen gehören, die in einer Art Abonnement automatisch ausgeliefert werden.

Noch ist ein Erfolg von Windows 8 nicht deutlich an Zahlen zu erkennen. Die von Tami Reller verkündete Statistik zeigt zumindest, dass die neue Betriebssystem-Version von Microsoft kein Flop ist, wie bereits einige Analysten geunkt haben.

Zwar ist bisher noch jede neue Windows-Version kritisiert worden, doch Windows 8 hat ein großes Problem: Es sieht anders aus und wird in einigen Teilen auch anders bedient. Das ist bei einem derart häufig eingesetzten und über die Jahre hinweg immer an den neuesten technischen Stand angepassten Betriebssystem vermutlich nicht zu vermeiden.

Dieselben Diskussionen, die zurzeit über das abgeschaffte Startmenü geführt werden, wurde Mitte der 1990er Jahre unter anderem Vorzeichen auch bei seiner Einführung geführt. Wer damals dabei war, hat die entsetzten Bemerkungen derer noch noch im Ohr, die ohne den Programm-Manager nicht leben konnten oder wollten.

Sehr interessant und für die Motive der professionellen Kritiker entlarvend ist ein Blick in die immer zahlreicher werdenden Amazon-Rezensionen zu den verschiedenen Editionen von Windows 8. Ein großer Teil der Kritik richtet sich lediglich darauf, dass Windows 8 anders ist als die weit verbreitete Vorgängerversion. Online-Rezensenten und publizistische Windows-Kritiker sind sich in einem einig: Im gequälten Aufschrei "Gib uns unsere geliebtes Startmenü wieder."

Bildquelle: Microsoft

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