Schlechte Zeiten für Kryptowährungen?
Aufgrund der Kriegssituation nimmt die Spannung auf den Märkten in Europa zu. Auch die Sorge um eine steigende Inflation und Zinserhöhungen sind ausschlaggebend für diese Spannung. Wann immer in der Vergangenheit ein Krieg oder eine ähnliche Katastrophe herrschte, wirkte sich diese Situation auf die Zinsen aus. Anfang Mai hat das US-Zentralbank-System den Leitzins um 0,5 Prozent erhöht – eine Erleichterung, weil viele Menschen mit einer größeren Erhöhung gerechnet haben, aber dennoch keine positive Entwicklung für den Kryptomarkt.
Kryptowährungen wie der Bitcoin werden mittlerweile von vielen Institutionen akzeptiert. Zum Beispiel implementierte der weltweit größte Zahlungsanbieter Paypal die virtuelle Währung. Und in einigen Ländern, wie beispielsweise El Salvador, gilt Bitcoin bereits als gesetzliches Zahlungsmittel.
Der Fall des Bitcoins
Anfang des Jahres lag der Wert der digitalen Währung Bitcoin (BTC) bei 40.000 US-Dollar und fällt seit dem offiziellen Kriegsbeginn immer weiter ab. Wenn man jedoch bedenkt, dass der Bitcoin 2009 bei einem Preis von nur 0,08 USD lag, ist der aktuelle Preis von ca. 31.500 Dollar nicht sehr niedrig. Grundsätzlich ist die Wahrnehmung von BTC für jeden Anleger unterschiedlich. Für Menschen, die erst spät ins Kryptogeschäft eingestiegen sind und Bitcoin für einen relativ hohen Preis gekauft haben, hat der Fall des Werts natürlich drastischere Auswirkungen. Hat man jedoch sehr früh in Bitcoins angelegt, ist der aktuelle Preis noch verhältnismäßig hoch. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Bitcoin aus dem Nichts Spitzenwerte erreicht und kurz danach wieder bis zu 80 Prozent gesunken ist.
Noch vor wenigen Wochen wollte das EU-Parlament die virtuellen Währungen verbieten. Das Parlament forderte u.a. strenge Regulierungen für unhosted Wallets. Ein solches Wallet kann ein Nutzer z.B. in Form einer Hardware-Wallet besitzen. Auf dieser sind die Schlüssel bzw. Zugangsdaten zu den Kryptowährungen gespeichert. Mittlerweile steht jedoch fest, dass es nicht so weit kommen wird. Ein neuer Entwurf soll anstelle dessen treten. Dieser betrifft die Handhabung von Kryptowährungen in der EU und soll klare Regelungen schaffen. Es geht um den sicheren Handel und die Regulierung von Kryptobörsen. Außerdem enthält der Entwurf Regeln bezüglich Geldwäsche und Umwelt. Ein umweltfreundlicher Umgang mit Kryptowährungen ist künftig nötig und wird etwa von Organisationen und Unternehmen wie der Green Capital und Beteiligungen AG angeboten.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Während die Inflation weiter steigt, gerät die Gesamtwirtschaft ins Schleudern. Die Kriegssituation, Zinsanhebungen und Lieferengpässe verdüstern die Wachstumsaussichten. Auch die Bemühungen der Zentralbanken, die Inflation unter Kontrolle zu halten, ohne eine Weltwirtschaftskrise auszulösen, bereiten Sorgen. All diese Faktoren wirken sich auf das Wachstum der Weltwirtschaft aus. Bitcoin als Anlageklasse wird hiervon nicht unberührt bleiben. Auch in Zukunft sind Krypto-Crashs nicht unausweichlich. Es gibt jedoch auch keinen Grund, Bitcoin zu verbieten. Kryptoanleger sollten den neuen Entwurf des EU-Parlaments als eine angemessene Alternative für den zukünftigen Handel von Bitcoin und Co. sehen.
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