Die neue Datensicherungslösung sollte leistungsstark sein und einen hohen Komprimierungsgrad erzielen.
Für den Systemanbieter von Kunststoffteilen mit Kunden in der Automobilindustrie sind Produktionsdaten wettbewerbsrelevant und müssen daher zu jeder Zeit abrufbar sein. „Unsere Daten müssen auch in 17 Jahren noch gelesen werden können, deswegen sind die Sicherstellung der Hochverfügbarkeit und die Vorhaltung der Daten verantwortungsvolle Aufgaben und geschäftsentscheidend für unser Unternehmen“, betont Jürgen Syma, IT-Leiter bei TR Plast. Um Daten stets verfügbar zu haben und gleichzeitig über Jahrzehnte garantiert lesbar vorzuhalten, musste die IT-Abteilung das komplette IT-Setup neu überdenken.
Die bisherige Verteilung der Dienste auf unterschiedliche Server erwies sich als problematisch. Zudem verursachten das Datenaufkommen und die Tape-Sicherung hohe Hardwarekosten, die reduziert werden sollten. Um alle Anforderungen zu erfüllen, fiel die Entscheidung schnell auf eine überwiegende Virtualisierung der IT-Umgebung mit abgestimmter Backup- und Recovery-Strategie. Im ersten Schritt ging es zunächst um das neue Setup des Rechenzentrums: 95 Prozent der Server wurde virtualisiert. Das Rechenzentrum umfasst nun 40 virtuelle Maschinen (VMs), die auf sechs Hosts laufen, und einen zusätzlichen Server, der ausschließlich als Domain Controller für sonstige Kommunikationsanwendungen wie die Zeiterfassung dient.
Im zweiten Schritt ging es um eine moderne und verlässliche Datensicherung. Der Kunststoffhersteller entschied sich für die Umstellung von der Band- auf die Festplattensicherung, um zu garantieren, dass die Daten auch zukünftig noch lesbar sind. Natürlich stand nach wie vor die Ausfallsicherheit im Fokus. Die neue Datensicherungslösung sollte leistungsstark sein und einen hohen Komprimierungsgrad erzielen, um das großen Datenaufkommen zu verringern.
Nachdem sich das Unternehmen mit mehreren möglichen Lösungen auseinander gesetzt hatte, überzeugte das Gesamtpaket von Veeam Software: Die Software basiert auf Veeam Backup and Replication und stellt neben der Datensicherung auch Monitoring- und Steuerungsfunktionen für VMware- und Hyper-V-Umgebungen bereit. Dazu gehört die Dokumentation zum Backup-Status, zur Performance, Verfügbarkeit und Auslastung sowie das automatisierte Überprüfen von erstellten Backups. Ein automatischer Alarm informiert über Fehler und Kapazitätsengpässe. „Solange sich das System nicht meldet, ist alles in Ordnung“, erklärt Jürgen Syma. Reports werden mit wenigen Klicks erstellt – eine Aufgabe, die zuvor mindestens einen Tag in Anspruch genommen hat.
„Ein entscheidendes und messbares Kriterium für die neue Lösung ist, dass sie uns eine Komprimierungsrate von 80 Prozent verschafft, aufgrund derer wir nun viel häufiger sichern“, berichtet Syma. Die Backup-Strategie wurde fünfstufig aufgestellt: Gesichert wird täglich, wöchentlich, monatlich, pro Quartal und jährlich. Eine umgekehrt inkrementelle Sicherung der virtuellen Maschinen mit einem Datenvolumen von rund 3 TB erfolgt täglich, sensible Daten des ERP-Systems werden sogar drei Mal am Tag gesichert. Die Sicherung geschieht ohne Performance-Einbußen während des Betriebs. Für die Second-Level-Strategie wurde in einem zweiten Brandabschnitt ein NAS-System für die Sicherung am Wochenende zur Verfügung gestellt.
Der IT-Leiter arbeitete bei dem Virtualisierungsvorhaben eng mit dem Systemhaus Sandata zusammen. Dabei legten sie fest, Warenwirtschafts- und Qualitätssicherungsdaten von allen drei Standorten des Unternehmens aus auf die jeweiligen anderen Standorte zu replizieren, um in unterschiedlichen Brandabschnitten Redundanz zu schaffen. „Dieses Vorhaben konnten wir mit einer Lösung, die speziell für virtualisierte Umgebungen entwickelt wurde, sehr einfach umsetzen“, so Syma. Die Onlinereplikation ermöglicht die ortsunabhängige Sicherung. Dadurch können Mitarbeiter aller Standorte auf die Daten des ERP-Systems zugreifen.
Im Falle eines Datenverlusts sorgen Wiederherstellungsoptionen für eine hohe Datenverfügbarkeit: Die IT benötigt im neuen Setup nur 30 Minuten, um einen ganzen Server wiederherzustellen. Damit spart sich das Unternehmen mehrere Tage Zeit und personelle Ressourcen. Geht es um Dateien, wurde der Aufwand zur Wiederherstellung durch die Instant File-Level Recovery von vier Stunden auf fünf Minuten reduziert. „Insgesamt leistet das neue Setup in Verbindung mit der Datensicherungslösung einen großen Beitrag zu unserer Ausfallsicherheit und verhindert einen Ausfall, der bis zu 250.000 Euro kosten könnte“, sagt Syma. „Und in unserer täglichen Arbeit haben wir mit der Lösung – ohne Vorfall – in den ersten sechs Monaten ca. 100 Stunden Manpower gespart.“
Über TR Plast
Der Systemanbieter TR Plast GmbH hat seinen Sitz in Neumarkt in der Oberpfalz. Das 1962 gegründete Unternehmen zählt heute gut 350 Mitarbeiter und erwirtschaftet an drei Standorten einen Jahresumsatz von rund 35 Mio. Euro. Die TR Plast GmbH produziert Kunststoffteile vom Prototyp bis hin zum Serienteil und bietet hohen Standard bei Qualitäts-management und Logistik.
Im Internet: www.tr-plast.de
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