Dr. Joachim Bühler ist promovierter Politikwissenschaftler und war vor seiner jetzigen Stelle beim Digitalverband Bitkom tätig.
Weltweit führende KI-Experten, Wissenschaftler und KI-Unternehmer weisen eindringlich darauf hin, dass die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen mächtiger KI-Systeme noch nicht beherrschbar sind. Dieser Appell zeigt den politischen Handlungsbedarf: für eine klare gesetzliche Regulierung Künstlicher Intelligenz. Nur so können wir die Risiken besonders leistungsfähiger KI-Systeme in den Griff bekommen. Gleichzeitig schaffen wir mit einer solchen Gesetzgebung die Grundlage, um die immensen Chancen dieser Technologie ausschöpfen zu können.
Die Experten warnen vor einer Flut von Propaganda und Fake News, der Vernichtung vieler Arbeitsplätze und einem generellen Kontrollverlust. Gleichzeitig ist klar, dass KI-Systeme verstärkt in der Medizin, in Fahrzeugen oder anderen sicherheitskritischen Bereichen eingesetzt werden. Fehlfunktionen können fatale Folgen haben. Hier braucht es rechtliche KI-spezifische Leitplanken, an denen sich die Anbieter orientieren können. Das schafft Vertrauen und fördert innovative Angebote statt sie auszubremsen.
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Europa hat mit dem Gesetzgebungsverfahren für den AI Act die Chance, weltweit den ersten Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz zu schaffen. Mit dem Wissen um die Fähigkeiten mächtiger Systeme wie ChatGPT darf Europa jetzt keine Zeit mehr verlieren und muss zügig den gesetzlichen Rahmen schaffen. Wie von den Unterzeichner des Appells vorgeschlagen, sollten unabhängige Prüfungen und Zertifizierungen eine wichtige Rolle für Vertrauen und Akzeptanz von KI-Systemen spielen und damit dem Recht in der Praxis Geltung verschaffen.
Bildquelle: Tobias Koch