Großunternehmen unter Druck

Mängel in der Kommunikation und was zu tun ist

Insbesondere große Unternehmen stehen unter dem Druck zur digitalen ­Transformation. Die meisten Projekte scheitern nicht am Mangel an Ressourcen und Technologien, sondern an Mängeln in der Kommunikation und an Technologien, die Kommunikation ermöglichen.

Viele Projekte scheitern aufgrund von Mängeln in der Kommunikation.

Der Druck zur Digitalisierung kommt von vielen Seiten.

Schon der Begriff „digitale Transformation“ ist ein weites Feld. Letzen Endes bedeutet Digitalisierung die Automatisierung und Modellierung von Geschäftsprozessen. Eine echte Digitalisierung besteht nicht nur aus dem Entwickeln und dem Aufstülpen von Applikationen am Front-End, sondern auch aus der Anbindung an die Core-Prozesse und Datenbestände von Unternehmen mit Legacy-Systemen. Jeder Stakeholder muss daher beteiligt werden.

Der Druck zur Digitalisierung kommt von vielen Seiten. Am wichtigsten ist dabei der Kunde: Er digitalisiert zunehmend seine Customer Journey. Kredite möchte er schnell im App-Look-and-Feel beantragen und genehmigen lassen, so als ob er online einkaufen würde. Spezialisierte junge Kreditanbieter sind mit schlanken digitalen Prozessen im Markt gestartet. Großbanken müssen nun mit ihren Altlasten an Daten und Prozessen nachziehen.

Digitalisierung von oben


Die Konkurrenz erzeugt unmittelbar ein diffuses Krisenbewusstsein. 86 Prozent von rund 1.000 im Rahmen des „The Agility Trap Research Report“ Befragten erklärten 2016, dass digitale Transformation eine strategische Herausforderung für ihre Geschäftsmodelle darstelle. Doch weitere Ergebnisse der von Bizagi beim Marktforschungsunternehmen Loudhouse beauftragten Studie zeigen Brüche. Laut Einschätzung der Befragten kommen Ideen zur digitalen Transformation am wahrscheinlichsten von Entscheidungsträgern in den Bereichen Operations (so 57 Prozent der Befragten), IT (55 Prozent) und den Fachabteilungen wie HR, Finance, Sales oder anderen (52 Prozent), für knapp 40 Prozent der Befragten aber auch von den Verantwortlichen für die Customer Experience. Jedoch nur 26 Prozent der eigentlich zuständigen Experten im Bereich Business-Prozesse spielen laut Einschätzung der Befragten schon beim Definieren der Ziele und Ideen rund um die Digitalisierung eine Rolle. Aber sobald die digitale Transformation dann wirklich starten soll, sehen 57 Prozent der Befragten die Business-Prozess-Experten als die effektivsten Umsetzer der digitalen Transformation in der Pflicht. Deuten diese Ergebnisse nicht darauf hin, dass die wichtigsten Experten oft zu spät ins Boot geholt werden und nur noch Forderungen von oben präsentiert bekommen?

Das sind schlechte Voraussetzungen für die notwendige schnelle Zusammenarbeit zwischen Technikern und Nichttechnikern. Neue Probleme kommen aber noch dazu: Beide Parteien verstehen sich nicht oder können Vorschläge und Ideen der jeweils anderen nicht beurteilen. Jeder hat zudem seine eigenen Erwartungen an und Befürchtungen gegenüber den Veränderungen, die eine digitale Transformation mit sich bringt. Die Lösung ist eine interdisziplinäre Kultur der Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen sowie zwischen IT und Nicht-IT, um die gesamte Infrastruktur eines Unternehmens umzuwandeln.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 07-08/2017. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Diskussionsgrundlage für diesen Dialog liefern Low-Code-BPM-Lösungen, die sowohl von Technikern wie Nichttechnikern genutzt und in ihren Ergebnissen beurteilt werden können. An diesem runden Tisch bringen IT-Fachleute bestehende Prozesse und die ihnen zugrunde liegenden Datenmodelle ein, um dann zusammen mit den Business-Fachabteilungen Prozesse per Drag and Drop zu definieren. Ein agiles Business Process Modeling ermöglicht es dabei, Geschäftsprozesse zu diskutieren, zu erproben und bei Erfolg zu implementieren.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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