Große Datenmengen erfordern spezielle Werkzeuge
Big Data - die Analyse von großen, teilweise unstrukturierten Datenmassen - wird in den nächsten Jahren immer bedeutsamer. Die Unternehmen in Deutschland haben das erkannt: Immerhin beschäftigen sich mehr als die Hälfte aktiv mit dem Thema, wenn auch nur 8% Big Data-Lösungen schon in ihren Prozessen einsetzen.
Die Mehrheit der Unternehmen befindet sich noch in der Analyse- und Planungsphase. Das lässt einen eindeutigen Schluss zu: Big Data hat seine Zukunft noch vor sich, meinen die Autoren der Studie "Datenexplosion in der Unternehmens-IT" der Experton Group. Das Beratungsunternehmen hat im Auftrag der BT Germany die derzeitige Situation und die Planung in mittelständischen und Großunternehmen empirisch untersucht.
Einige Mittelstands- und Großunternehmen nutzen demnach die Chancen, die sich durch die Verfügbarkeit neuer Datenbank- und Analysetools, wie z.B. No-SQL oder Hadoop, bieten. Diese Experimentierfreude zahlt sich vielfach aus. So profitieren die Nutzer durch genauere Kundeninformationen, die Optimierung ihrer Vertriebs- und Marketingprozesse oder Kosteneinsparungen auf der Infrastrukturseite, indem rechenintensive Big Data-Anwendungen in der Cloud betrieben werden.
Dadurch wird Big Data in Zukunft eine Grundlage unternehmerischer Entscheidungen. Diesem Thema geht auch die weltweite Studie "The Deciding Factor: Big Data & Decision making" von Capgemini nach. Sie zeigt, dass neun von zehn Geschäftsführern glauben, dass Geschäftsinformationen zum vierten Produktionsfaktor neben Boden, Arbeit und Kapital geworden sind.
Wird Business Analytics bei riesigen Datenmengen - Big Data - eingesetzt, erhöht sich die Geschäftsperformance im Durchschnitt um 26 Prozent. Die mehr als 600 befragten Top-Manager und IT-Entscheider gehen davon aus, dass dieser Wert in den nächsten drei Jahren auf 41 Prozent steigen wird. Dementsprechend wird die Mehrheit der Unternehmen (58 Prozent) in diesem Zeitraum verstärkt in Big Data und Business Analytics investieren.
Die große Mehrheit (85 Prozent) glaubt nicht, dass die wachsende Datenmenge die größte Herausforderung ist, sondern die Fähigkeit, sie zu analysieren und in Echtzeit oder ausreichend zeitnah darauf zu reagieren. Da Unternehmen zunehmend die Ergebnisse von Business Analytics zur Automatisierung von Entscheidungsprozessen nutzen, ist die Datenqualität der springende Punkt: Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) berichten, dass sie täglich mit nicht korrekten Daten kämpfen.
Viele Unternehmen, die an der Experton-Studie teilnahmen, sind bezüglich der eigenen Voraussetzungen für Big Data skeptisch. Die Herausforderungen und Bedenken der Entscheider spiegeln sich wiederum in den Erwartungen an die Dienstleister undLösungsanbieter. Diese sollen vorrangig ein hohes Maß an Erfahrung in der Analyse und Verarbeitung von großen Datenmengen erworben haben.
Zwei Drittel der befragten Führungskräfte aus der Capgemini-Studie bestätigen, dass Daten in ihren Unternehmen einen hohen Stellenwert haben. Datenerhebung und -analyse lägen ihrer Unternehmensstrategie und der täglichen Entscheidungsfindung zu Grunde.
Führungskräfte stützen sich immer seltener bei Entscheidungen einzig auf Erfahrung und Intuition stützen. Gut die Hälfte der Befragten hat den Eindruck, dass Managemententscheidungen, die auf dem Bauchgefühl oder Erfahrungswerten beruhen, mehr und mehr als unseriös empfunden werden.
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