Mehr Nachhaltigkeit gefordert

Mangelhafte Datenanalyse bremst Industrieunternehmen

Nachhaltigkeit ist für die Industrie ein Muss. Doch Schwierigkeiten bei der Auswertung ihrer Daten bremsen die Betriebe.

Datenanalysen sorgen für mehr Nachhaltigkeit

Bei drei von vier Unternehmen drängen Kunden, Investoren und die eigene Belegschaft zu mehr Nachhaltigkeit. Doch es gibt noch Nachholbedarf bei der Erfassung und Aufbereitung der dafür notwendigen Daten. Das unterstreicht die aktuelle Studie "Spotlight Zukunft 2024", für die im Auftrag des PLM-Anbieters Aras 835 Expertinnen und Experten auf Führungsebene in den USA, Europa und Japan befragt wurden.

"Wie unsere Studie eindrücklich zeigt, ist der Übergang zu einer grünen Wirtschaft nicht nur ein politisches Ziel, sondern wird weltweit von zahlreichen weiteren Stakeholdern massiv gefordert", sagt Jens Rollenmüller, Regional Vice President bei Aras. Fortschritte auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit sind also der Schlüssel, um auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich zu sein. "Egal ob in Europa, den USA oder Japan - in neun von zehn Unternehmen hat das Management bereits erkannt, dass die grüne Transformation nicht Bremser, sondern Treiber ihres künftigen Geschäftserfolgs ist", so Rollenmüller weiter.

Reduce, Reuse, Recycle - Industriebetriebe nehmen Nachhaltigkeit ernst

Bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele spielen die sogenannten drei Rs eine zentrale Rolle: Reduce, Reuse, Recycle. So hat bei 83 Prozent der befragten Unternehmen der geringere Verbrauch von Rohstoffen, Materialen und Produkten bereits hohe Priorität. Zudem setzen schon rund 70 Prozent der Unternehmen auf den Einsatz von Gebrauchtmaschinen, den Umbau bestehender Anlagen sowie die Rückführung von Materialien und Werkstoffen in den wirtschaftlichen Kreislauf. Interessant: Mit 78 Prozent (Reduce), 57 Prozent (Reuse) und 65 Prozent (Recycle) bilden die Industriebetriebe der DACH-Region im internationalen Vergleich eher das Schlusslicht.

"An die Stelle einer Wegwerfwirtschaft tritt ein auf Wiederverwendung basierendes Produktionsmodell. Doch damit der Übergang von der linearen Ressourcenverarbeitung zur Kreislaufwirtschaft gelingt, sollten Unternehmen ihre Entwicklungs- und Produktionsprozesse anders denken und planen", ist Industrieexperte Rollenmüller überzeugt. "Um das grüne Potenzial voll auszuschöpfen, müssen Unternehmen nicht nur ihre Daten aus der Konstruktions- und Fertigungsphase erfassen und analysieren, sondern auch die Liefer- und Abnehmerkette integrieren."

PLM führt zu neuen digitalen und nachhaltigen Geschäftsmodellen

Noch erschweren zahlreiche Lücken in der Datenauswertung vielen Unternehmen den Weg zu mehr Nachhaltigkeit: 74 Prozent der Studienteilnehmer beklagen, dass ihnen Daten (zum Beispiel von Lieferanten) fehlen, in 72 Prozent der Unternehmen mangelt es an der entsprechenden Datenaufbereitung, und 67 Prozent der Befragten räumen ein, dass ihnen schlichtweg die Fähigkeiten fehlen, die vorhandenen Daten zu verarbeiten.

"Der Ausweg ist ein softwarebasiertes Product Lifecycle Management (PLM), um den gesamten Wertschöpfungszyklus auch datentechnisch miteinander zu vernetzen", sagt Aras-Manager Rollenmüller. "Dieser digitale Faden zeigt nicht nur direkte Sparpotenziale bei Energieverbrauch und Materialeinsatz auf, sondern führt über die Verknüpfung mit Betriebs- und Leistungsdaten gleichzeitig zu neuen digitalen und nachhaltigen Geschäftsmodellen."

Die Studie steht unter diesem Link zum kostenlosen Download bereit. 

Bild: Gerd Altmann / Pixabay

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