KI-Technologie

Menschen bleiben die Kontrollinstanz

Wie werden sich KI-Technologien wie Chatbots – Stichwort „ChatGPT“ – auf die Arbeitswelt der nächsten Monate und Jahre auswirken? Diese Frage hat IT-DIRECTOR drei Experten gestellt.

  • Peter Gentsch

    „Berufe wie Call-Center-Agents, SEO-Optimierer oder Researcher könnten durch KI ersetzt werden“, sagt Wissenschaftler und Autor Peter Gentsch. ((Bildquelle: Hochschule Aalen))

  • Thorsten Thau

    „Ganz ohne Menschen wird es nicht gehen, weil eine KI etwa keinen sarkastischen Unterton erkennen kann“, findet Torsten Thau von KIX Service. ((Bildquelle: One Moment Pictures))

  • Kristina Geissler

    „Intelligente Sprachmodelle helfen Unternehmen schon heute, Prozesse zu verschlanken, Mitarbeiter zu entlasten und Kundenerlebnisse zu verbessern“, so Kristina Geissler von Yext. ((Bildquelle: Yext)

„Erheblich – vor allem durch die Automatisierung von Routinetätigkeiten. Derzeit werden die Large Language Models (LLM) wie ChatGPT primär als neue ‚Wissensarbeiter‘ gesehen. Ein spannender neuer Trend ist das sogenannte AutoGPT. Aus den passiven Sprachmodellen werden aktive Prozess- und Steuerungssysteme, die Aufgaben wie die Entwicklung einer Webseite übernehmen könnten. Beim AutoGPT gibt man das Ziel vor, z.B.: ‚Konzipiere eine Social-Media-Kampagne für unser neues Produkt.‘ Das ‚Wie‘ wird über implizites Prozesswissen der Sprachmodelle gelöst. Dabei optimieren sich die Sprachmodelle gegenseitig. Berufe wie Call-Center-Agents, SEO-Optimierer oder Researcher könnten durch KI ersetzt werden. Doch neue Stellenausschreibungen wie die des Prompt Engineer oder AI Language Content Engineer zeigen bereits, wo die Reise hingehen wird.“
Dr. Peter Gentsch – Sprecher, Unternehmer, Wissenschaftler und Autor

„Durch ChatGPT erlebt das Thema ‚Künstliche Intelligenz‘ gerade wieder einen massiven Hype. Der Unterschied zu den Wellen der Vergangenheit ist, dass mit dem Aufstieg der Clouds zwei Schlüsselaspekte hinzugekommen sind: Rechenleistung und Datenverfügbarkeit. Diese Parameter machen eine gute KI aus, und Unternehmen mit Zugriff darauf werden am meisten profitieren. Routine- und Rechercheaufgaben werden in Zukunft von KIs oder Sprachmodellen übernommen. Und sicherlich gehören bald auch Kunden-E-Mails dazu. Vor allem First-Level- und Massenanfragen lassen sich mit dieser Technologie schnell und effizient abarbeiten, was im B2C-Bereich einen großen Vorteil darstellt. Wie gut dieser Service ausfällt und angenommen wird, muss sich allerdings noch zeigen. Ganz ohne Menschen wird es nicht gehen, weil eine KI etwa keinen sarkastischen Unterton erkennen kann.“
Torsten Thau – Mitgründer KIX Service Software und Product Owner KIX 18

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

„Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wie LLMs hat die (Arbeits-)Welt revolutioniert. Intelligente Sprachmodelle helfen Unternehmen schon heute, Prozesse zu verschlanken, Mitarbeiter zu entlasten und Kundenerlebnisse zu verbessern. Die Anwendungsfälle sind dabei vielfältig und reichen von der automatisierten Erstellung von Website-Inhalten über natürlichsprachliche Dialoge mit Chatbots bis hin zu generierten Antworten auf Online-Bewertungen. Damit Unternehmen die Kontrolle über die ausgespielten Inhalte behalten, wird im Gegensatz zu öffentlichen LLMs, die auf externe Quellen zurückgreifen, eine interne Datenquelle benötigt. Hier werden alle relevanten Inhalte eines Unternehmens gebündelt, auf die die jeweiligen Anwendungen zugreifen können. Ganz ohne Menschen geht es aber (noch) nicht. Sie bleiben als Kontrollin­stanz weiterhin wichtig.“
Kristina Geißler – Senior Director Client Solution Enterprise für Zentral Europa bei Yext

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