Werkzeuge allein reichen laut Microsoft-CEO Satya Nadella für den Aufbau einer nachhaltigen Datenkultur nicht aus. Unternehmen müssen sich nach seinen Worten so verändern, dass Teams und Individuen in der Lage sind, aus Daten auf Knopfdruck produktive Einsichten zu gewinnen. „Mitarbeiter in innovativen Unternehmen fangen damit an, Fragen zu stellen, formulieren aus diesen Fragen Hypothesen, prüfen diese Hypothesen anhand von internen sowie extern verfügbaren Daten und können am Ende ihre Einsichten mit anderen teilen oder selbst für den Geschäftserfolg nutzen“, so Nadella. Seine Vision einer „Umgebungsintelligenz“, die er Mitte April erstmalig der Öffentlichkeit vorstellte, nimmt sukzessive Gestalt an.
Die Grundlage für die dafür benötigten intelligenten Datenumgebungen bilden Analyse- und Datenplattformen, die Ordnung in die aus einer Vielzahl von Quellen generierten Daten, bestehend aus unterschiedlichsten Datentypen, bringen. Um den immer größer werdenden Datenvolumina gerecht zu werden, benötigen Unternehmen nach Ansicht von Microsoft darüber hinaus unmittelbar skalierbaren Speicherplatz aus der Private, Hosted oder Public Cloud.
„Wir bieten unseren Firmenkunden die Option einer hybriden Cloud, die alle Vorteile von Cloud Computing mit den Vorteilen der On-Premise-IT verbindet. Solche hybriden Umgebungen aufzusetzen, ist mittlerweile sehr einfach geworden – unter Einhaltung aller wichtigen Aspekte wie Datenschutz, Sicherheit und Integrierbarkeit in die bestehende Unternehmens-IT“, erklärte Kai Göttmann, Direktor des Geschäftsbereichs Server, Tools & Cloud Business bei Microsoft Deutschland, bereits Mitte Mai, als Microsoft eine Reihe neuer Funktionalitäten rund um seine Cloud-Computing-Plattform Azure vorstellte.
Nach dem bereits bestehenden Azure Intelligent System Service (ISS) zur Verknüpfung der Analysewerkzeuge mit dem Internet der Dinge führte Microsoft mit dem Azure Express Route u.a. eine dedizierte Lösung zum Aufbau von Verbindungen zwischen Azure- und On-Premise-Umgebungen ein. Die Lösung soll neue Optionen für den einfachen Einstieg in die Cloud bieten, mit schnellerer Geschwindigkeit, größerer Sicherheit und Zuverlässigkeit sowie einer geringeren Latenz bei der Bereitstellung von Cloud-Services.
Mit Azure Maschine Learning (Azure ML), einem vollständig cloud-basierten Service für die schnelle Entwicklung von Datenanalyselösungen, baut Microsoft sein Angebot jetzt weiter aus. Mit dem Service will man Entwickler und Datenspezialisten in die Lage versetzen, fortgeschrittene Analysedienste in der Cloud innerhalb von Minuten oder Stunden aufzusetzen. „Er vereinigt die Fähigkeiten neuer Analysetools mit den mächtigen Algorithmen, die wir für Produkte wie Bing oder Xbox entwickelt haben, und unsere jahrelange Erfahrung mit maschinellem Lernen. Unsere Kunden können künftig intelligente Analyseverfahren entwickeln, ohne den bisherigen Aufwand für das Erstellen, Programmieren und Skalieren solcher Machine-Learning-Lösungen betreiben zu müssen“, erläutert Joseph Sirosh, Corporate Vice President für Machine Learning bei Microsoft.
Neue Analysemethoden für Unternehmensdaten aus der Cloud werden laut Sirosh dazu beitragen, Unternehmen bei der Transformation ihres Geschäfts zu einer durchgehend digitalen Organisation zu unterstützen. Der neue Service ermöglicht dabei Einsichten und Vorhersagen in Kundenverhalten und Markttrends nahezu in Echtzeit. Er ist ab Juli zunächst in den USA verfügbar. „Microsoft verfügt mit seinen Tools und Plattformen jetzt über die umfassendste Datenplattform auf dem Markt, und die Zeit ist reif, um aus den vorhandenen Daten Treibstoff für innovationsgetriebene Unternehmen zu machen“, kommentiert Kai Göttmann, und verweist auf erfolgreiche Referenzprojekte mit namhaften Unternehmen wie Bwin, der BMW Group, Arvato Financial Services, Condé Nast oder der Lufthansa Systems AG.
Wachsendes Datenvolumen im Griff
Mitte Juli 2014 hat Microsoft den Launch der neuen Produktlinie Azure Storsimple angekündigt. Ab dem 1. August 2014 soll dieser neue und skalierbare Cloud-Speicher für Unternehmen bereitstehen, die damit exponentielles Datenwachstum kostengünstig bewältigen sollen. Damit will der Anbieter eine Lösung für eine wichtige Herausforderung der Unternehmens-IT vorstellen: das Management des mit 40 Prozent pro Jahr immer rasanter wachsenden Datenvolumens in den Unternehmen.
Heute nutzen Firmen oft viele unterschiedliche Speicher für das Datenmanagement, z. B. Primärspeicher, Archive, Replikationsspeicher, Disk- oder Tape-Backups. Mit dem neuen Dienst können Unternehmen ihre komplette Speicherung in die Microsoft-Cloud verschieben und so Herstellerangaben zufolge nicht nur IT-Kapazitäten, sondern auch zwischen 60 bis 80 Prozent der Kosten sparen.