F5 zeigt IT-Infrastruktur der Zukunft

Mini-Revolution im Netz

Der Netzwerkspezialist F5 hat kürzlich eine Vision für die IT-Infrastruktur der Zukunft entworfen. Danach gewinnt das Netzwerk mehr und mehr als eigenständige Instanz zwischen Anwendungssystemen einerseits und verstreuten Usern andererseits an Bedeutung.

Johannes Kelch

Stefan Maierhofer, Senior Regional Director für die EU bei F5

Der Netzwerkspezialist F5 Networks veröffentlichte in diesem Jahr ein Whitepaper mit dem Titel „The F5 Dynamic Services Model“ (Modell der dynamischen Dienste). Nach der hier dargelegten Vision steuert das Netzwerk über wenige Kontrollpunkte den vorausschauenden Einsatz der vorhandenen Ressourcen, die Speicherung und Replikation von Daten, die zuverlässige Abwehr von Angriffen und weitere Dienste (je nach individuellem Bedarf).

Laut „Dynamic Services Model“ versteht das Netzwerk, wer, was, wann, wo und wie tut und antizipiert die Aktivitäten der User mit passenden Änderungen (zum Beispiel Start virtueller Maschinen, notwendiger Schutzmechanismen, benötigter Speicherungsroutinen). Diese Vision entspricht nicht mehr der reinen Idee des Cloud Computing aus der Welt der sozialen Netzwerke und Internet-Spiele mit dem von beliebigen Usern getriebenen An- und Abschalten virtueller Maschinen „on demand“. Stattdessen stehen vorausschauende und geplante Aktivitäten sowie ein hohes Maß an Sicherheit im Mittelpunkt.

Was erfolgversprechend klingt, kann noch nicht sofort realisiert werden. Unter dem Stichwort „Roadmap“ verwirft das White Paper einen Neustart mit einer komplett neuen Netzwerklösung ebenso wie einen „single vendor software stack“ (Software-Haufen eines einzigen Anbieters). Derartige Angebote existierten noch von keiner Softwarefirma und verursachten sehr hohe Kosten. Die einzige Möglichkeit, die Vision in die Tat umzusetzen, sieht F5 derzeit in einer „Übergangsstrategie“. Inkrementelle Verbesserungen einzelner Aspekte der bestehenden IT-Infrastruktur seien der einzig gangbare Weg.

Das Firmennetzwerk besser schützen

Zwischen der Vision für morgen und dem Trouble Shooting im Tagesgeschäft von heute ist jedoch ein Zwischenschritt möglich. Tom Salchow vom Technical Marketing bei F5 empfahl bei einem Gespräch in München vor dem Hintergrund wachsender Internetverbindungen, das Firmennetzwerk besser zu schützen, die Sicherheitsmechanismen der Anwendungen um Sicherheitsfunktionalität in den Kontrollpunkten des Netzwerks zu ergänzen und Anwendungen zuverlässiger zur Verfügung zu stellen.

Auf dem Weg zur Vision eines „dynamischen Rechenzentrums“ bietet F5 ab dem dritten Quartal 2011 sein Softwareprodukt Big-IP nunmehr in Version 11. Als „revolutionär“ angepriesene Neuerung dieser Version ist die sogenannte iApp-Technologie, die an Apple-Produkte wie iPhone oder iPad erinnert, jedoch damit nichts gemein hat.

Wie Stefan Maierhofer, Senior Regional Director für die EU, in seinem Blog erklärt, vereinfacht die iApp-Technologie die richtlinienbasierte Konfiguration von Anwendungen. Sie unterstütze, so Maierhofer, die IT-Abteilungen in den Unternehmen mit Vorlagen („templates“), die Richtlinien für sämtliche Aspekte des „Application Delivery“ („Auslieferung von Anwendungen“) zu erstellen, zu ändern, zu verwalten und einzurichten. Maierhofer wörtlich: „ Für ähnlich geschaffene IT-Architekturen können diese Vorlagen ganz einfach wieder herangezogen werden.“ Dies reduziere die für die Konfiguration von Richtlinien anfallende Zeit „um bis das Hundertfache“. Den CIOs stünde damit für das virtuelle Rechenzentrum und Cloud-Architekturen auf Seiten des Netzwerks eine „agile Infrastruktur“ zur Verfügung. Die zentrale Botschaft vom F5 an IT-Verantwortliche in den Firmen lautet: „Manage Anwendungen und Dienste, nicht Objekte und Geräte!“ Ergänzend zur iApp-Technologie will F5 mit einer Plattform im Internet namens „DevCentral“ den Anwendern technische Expertise und Diskussionsmöglichkeiten bieten. Gedacht ist auch an Möglichkeiten zur gemeinsamen Entwicklung und Bearbeitung von iApp-Templates.

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