Christian Ullrich, Head of Business Development bei der Red Eagle IT GmbH.
Ein Jahr Corona und ein Jahr Homeoffice. Das heißt auch gestiegene Cyberattacken, wachsender Bedarf an IT-Service-Desk-Lösungen sowie Schutz der Daten und Infrastruktur. Aber: „Schutz installieren“ heißt heute nicht mehr „geschützt sein“. Der Trend geht zu professionellen Services, die permanent das Netzwerk und die Endpoints überwachen, um Angriffe rechtzeitig zu erkennen.
Der anfängliche Gedanke, „das können wir schon irgendwie aussitzen“, wurde durch die Erkenntnis abgelöst, dass es doch länger dauert. Schließlich wurde Homeoffice als ein potenzieller normaler (Teil-)Zustand akzeptiert. Manche Unternehmen waren ohnehin verhältnismäßig gut vorbereitet, da die flexible IT-Nutzung bereits ein Thema war. Entsprechend sind sie sofort auf den Zug auf-gesprungen. Andere wurden von falsch eingeschätztem Arbeitsaufwand überrascht und waren im Stress, als sie kurzfristig und sehr schnell Mitarbeitende ins Home-office schicken mussten. Wieder andere waren überhaupt nicht vorbereitet, mussten improvisieren und tun das noch bis heute. So entstand eine ganz unterschiedliche Gemengelage und entsprechend ist auch der Professionalisierungsgrad sehr unterschiedlich.
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Zunächst kann beobachtet werden, dass Managed Security Service Provider (MSSP) durch Corona sicherlich einen deutlichen Aufschwung erleben. Denn: Es wird immer wichtiger, die Endpoints komplett abzusichern, also ganzheitliche Konzepte zu entwickeln und nicht nur irgendeine Firewall zu nutzen und Anti-viren-Software einzusetzen. Vor allen Dingen – und das ist wohl die größte Veränderung – wird es aber immer wichtiger, ständig zu wissen, was im eigenen Netzwerk passiert. Es ist gar nicht so sehr entscheidend, welche Tools installiert wurden. Entscheidend ist die Frage, wie das Netzwerk und vor allem die Aktivitäten auf den Endpoints überwacht werden, damit Gefahren frühzeitig identifiziert werden.
Keine Frage: Prävention bleibt wichtig. Aber sie ist eben „nur noch“ ein Teil. Ebenso wichtig ist auch das permanente Beobachten und Reagieren. Bildlich gesprochen attackieren Cyberkriminelle mit ihren Kanonen ununterbrochen die Burgmauern der Unternehmen. Egal wie dick die Mauern sind respektive wie gut der IT-Schutz ist, früher oder später wird ein Teil der Mauer nachgeben. Verantwortlichen bleibt nur die ständige Überwachung der Mauer, um die Kanonenkugeln frühzeitig von der Burgmauer abzuwenden. Das zeigt auch der aktuelle MS-Exchange-Server-Hack.
Hier kommen professionelle Dienstleistungslösungen ins Spiel. Es wird für Unternehmen zunehmend interessant, nicht ausschließlich Software-Lizenzen zu implementieren, sondern Security-Lösungen als Servicewerkzeuge einzukaufen, die den Teil Prävention, aber auch den Teil operatives Monitoring realisieren. Dadurch kann der Mehraufwand für permanente Kontrollen aufgefangen werden, der durch ständige Angriffe auf Firmennetzwerke eben entsteht.
Anhaltender Schutz kommt von professionellen Dienstleistern, die mit geeigneten Werkzeugen die Umgebungen beobachten und frühzeitig Alarm schlagen. Wer auf diese professionellen Lösungen verzichtet, kann natürlich das Monitoring in Eigenregie leisten. Wer allerdings gänzlich darauf verzichtet, den Ka-nonenbeschuss frühzeitig zu identifizieren, der wird innerhalb von wenigen Monaten Opfer von Ransomware, Erpressung und Co. Denn: Leider nutzt auch die beste Lösung ohne aktives Eingreifen allein nicht mehr viel bzw. nicht mehr lange.
Bildquelle: Red Eagle IT GmbH