Nils Niehörster von Modelyzr: Die geheimen Zutaten seines Unternehmens seien Kraft und Köpfchen.
ITD: Herr Niehörster, welchen Stellenwert besitzen Datenanalysen für Vertriebsentscheidungen in Großunternehmen?
Nils Niehörster: Der Stellenwert ist sehr groß, denn ohne fundierte Informationen, wie sie Datenanalysen heute bieten können, müssen Vertriebsentscheidungen aufgrund von Intuition getroffen werden. Natürlich gibt es Vertriebsgenies, deren Erfolg darauf beruht. Das volle Potenzial können aber auch solche Experten nicht ausschöpfen. Schon deswegen nicht, weil im B2B-Kontext die Marktgegebenheiten und Zusammenhänge zu komplex sind. Großunternehmen können es sich längst nicht mehr leisten, sich auf ein Bauchgefühl zu verlassen. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen, hier findet man den Unterschied zwischen zwei und 18 Prozent Wachstum. Den Markt zu verstehen, macht erfolgreich.
ITD: Wie können Großunternehmen eine holistische Marktbetrachtung erreichen? Welche alternative Lösung bietet sich hier an?
Niehörster: Die Datenanalyse aus internen Quellen wie Customer Relationship Management (CRM), Marketing Automation oder Enterprise Resource Planning (ERP) bietet wertvolle Erkenntnisse, etwa bei der Berechnung des Customer Lifetime Values. Zusätzlich stehen vermehrt externe Marktdaten, Marktforschungsergebnisse oder Daten aus Social-Listening-Tools für den digitalen Abruf zur Verfügung. Wenn sowohl interne als auch externe Daten auf einer zentralen Plattform aggregiert, strukturiert und nach Wunsch modelliert werden können, ergibt sich ein ganzheitliches Bild. Dann werden genaue What-if-Analysen möglich.
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ITD: Wie hat es Modelyzr als Start-up geschafft, im Bereich „Datenanalysen“ die Spielregeln zu verändern?
Niehörster: Die geheimen Zutaten sind Kraft und Köpfchen. Wir schaffen aus dem technologischen Fortschritt der letzten Jahre echte Mehrwerte. Spaltenorientierte In-Memory-Datenbanktechnologien ermöglichen es, extrem große Datenmengen in Echtzeit zu analysieren. So stellt die Verknüpfung interner und externer Daten unsere Data Analytics Engine nicht vor Probleme. Über eine Menge von 500 Millionen Datenpunkten mit 100 Dimensionen schmunzeln wir eher. Andererseits reicht leistungsstarke Software allein nicht aus, es braucht auch das entsprechende Know-how in Bezug auf die Geschäftsprozesse. Wir sind zwar ein vergleichsweise kleines und junges Unternehmen, besitzen jedoch aufgrund von Erfahrung und gezieltem Recruitment großes Fachwissen. Unserem Tool liegt ein statistisch mathematisches Modell zugrunde, in das wir dieses geballte Fachwissen haben einfließen lassen.
ITD: Welche Rolle spielt dabei das Machine Learning (ML)?
Niehörster: Machine Learning ist eine tragende Säule, wenn es um die Fortschritte geht, die Datenanalysen zuletzt gemacht haben. Die rasante Entwicklung, die Machine-Learning-Verfahren in den vergangenen Jahren erlebt haben, zählt ebenfalls zum angesprochenen technischen Fortschritt. Die Algorithmen sind heutzutage noch einmal spürbar besser – man könnte sagen: schlauer. Zudem stehen immer mehr Daten zur Verfügung. Während diese Flut an Informationen für Menschen nicht zu verarbeiten ist, werden Machine-Learning- und Mustererkennungsverfahren immer besser und genauer, je mehr Daten der Maschine zur Verfügung gestellt werden können.
Bildquelle: Modelyzr GmbH