Jürgen Hermann, Vorstandsvorsitzender des Cloud-Services- und ITK-Anbieters QSC AG
In den vergangenen Jahren übernahm die Kölner QSC AG verschiedene Unternehmen, zuletzt im Jahr 2010 die IP-Partner AG in Nürnberg sowie 2011 die Hamburger Info AG. Nachdem anschließend die Integration beider Firmen sukzessive vorangetrieben wurde, erfolgte Anfang August die abschließende Verschmelzung auf QSC. Hierdurch konnten die Rheinländer ihre Mitarbeiterzahl von zuvor 700 auf aktuell rund 1.500 Mitarbeiter mehr als verdoppeln. „Darüber hinaus haben wir Rechenzentren an mehreren Standorten, etwa in Hamburg, Nürnberg Oberhausen oder München, hinzugewonnen“, erklärt Vorstandsvorsitzender Jürgen Hermann im Gespräch mit IT-DIRECTOR. Vor diesem Hintergrund sieht man sich heute als Anbieter von integrierten Informations- und Kommunikationstechnologien und -dienstleistungen am deutschen Markt bestens ausgestellt.
IT-DIRECTOR: Herr Hermann, warum war es für QSC so wichtig, neue Rechenzentrumsstandorte zu gewinnen?
J. Hermann: Unserer Historie als Telekommunikationsanbieter geschuldet, besaßen wir früher lediglich ein Rechenzentrum an unserem Kölner Hauptsitz. Daher wollten wir weitere RZ-Kapazitäten gewinnen, um IT-Dienstleistungen wie Hosting oder Housing anbieten zu können. Im Rahmen von Housing können die Kunden RZ-Fläche mieten, um ihre IT dort selbst zu installieren bzw. zu betreiben. Da die Verantwortlichen dabei meist schnell bei ihren Systemen sein wollen, spielt die lokale Nähe eine große Rolle. Aufgrund der zunehmend steigenden Sicherheitsanforderungen von Unternehmen ist es zudem wichtig, mit Rechenzentren auf deutschem Boden – die damit den hiesigen Datenschutzbestimmungen unterliegen – aufwarten zu können.
IT-DIRECTOR: Welche Services bieten Sie über Housing und Hosting hinaus an?
J. Hermann: Die komplette Bandbreite des klassischen Outsourcing – angefangen beim Applikations- und Infrastrukturbetrieb bis hin zur kompletten Desktop-Betreuung rund um die Uhr. Zahlreiche Unternehmen haben auch ihre komplette IT an uns ausgelagert.
Generell gliedert sich unser Angebot in folgende Themen: Telekommunikation, Outsourcing, Consulting sowie Cloud-Services. Wir bieten zum Beispiel Microsoft- als auch SAP-Beratung an und decken damit die beiden hierzulande wohl wichtigsten Softwarethemen ab.
IT-DIRECTOR: Mit wie vielen Kunden arbeiten Sie zusammen?
J. Hermann: Wir zählen in Deutschland über 30.000 Geschäftskunden – angefangen von kleinen Firmen bis hin zu Konzernen. Die 200 größten Unternehmen gehören jedoch nicht zu unserem Fokus.
IT-DIRECTOR: Warum nicht?
J. Hermann: Für sehr große, internationale Konzerne gibt es ITK-Dienstleister, die selbst global aufgestellt sind. Dies bedeutet allerdings nicht, dass wir uns allein auf den deutschen Markt konzentrieren würden. Da viele unserer Kunden internationale Standorte besitzen, bieten wir ihnen die weltweite Reichweite unserer Angebote und betreiben auch in Europa eigene Server.
IT-DIRECTOR: Wie gestaltet sich Ihr Vertrieb?
J. Hermann: Kunden mit mehr als 500 Mitarbeitern betreuen wir im Direktvertrieb. Firmen mit weniger Angestellten bis hin zu Kleinstfirmen mit ca. zehn Usern gehen wir mit Partnern indirekt an. Nicht zuletzt vertreiben wir unsere Angebote über Wiederverkäufer wie Congstar, Freenet oder 1&1. Diese kaufen Vorprodukte bei uns ein, erweitern diese um eigene Services und bieten diese schließlich vorrangig Privatkunden an.
IT-DIRECTOR: Zu Ihrem Angebot zählen auch Cloud-Services. Wie gestaltet sich die Nachfrage danach?
J. Hermann: Das Interesse ist gewaltig, die Umsetzung hingegen noch recht zögerlich. Allerdings kann man erkennen, dass Großunternehmen für Cloud-Diskussionen offener sind als kleinere Firmen. Denn aufgrund der Stärke ihrer IT-Abteilungen haben sie oftmals bereits eigene Cloud-Strategien erarbeitet und wissen genau, was sie in der Wolke wollen und wie sie neue Bereitstellungskonzepte effektiv umsetzen können.
Demgegenüber halten sich viele mittelständische Betriebe noch zurück. Sie wissen noch nicht, wie ihre Cloud-Strategien aussehen könnten, welche Server sie besser selbst betreiben sollten oder welche Applikationen sich für eine Cloud-Nutzung eignen. Dabei erweisen sich die IT-Mitarbeiter oftmals als die größten Cloud-Verhinderer, da sie Angst um ihre Position im Unternehmen bzw. um den eigenen Job haben. Alles in allem glauben wir jedoch, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch sie den ersten Schritt in die Cloud wagen werden.
IT-DIRECTOR: Da Unternehmen ihre IT sicherlich nicht komplett auf Cloud-Services umstellen werden, werden Fachkollegen doch weiterhin für den Betrieb herkömmlicher Systeme bzw. deren Anbindung an die Cloud benötigt, oder?
J. Hermann: Ihre Aufgaben würden sich auf jeden Fall ändern, etwa wenn ein Komplett-Outsourcing der IT vorgenommen wird. Und bereits bei intensiver Cloud-Computing-Nutzung benötigt man keine Mitarbeiter mehr, die Server betreiben, administrieren, auf dem neuesten Stand halten oder das Nutzermanagement koordinieren. Oft lassen sich diese qualifizierten Mitarbeiter aber in anderen IT-Bereichen gut einsetzen.
Generell sehen wir künftig kaum Alternativen zu Cloud Computing. Mit unseren hiesigen Rechenzentren, die sowohl TÜV- als auch ISO-zertifiziert sind, sehen wir uns dabei gut positioniert. Hinsichtlich der Absicherung der Rechenzentren führen wir systematische Kontrollen durch und überwachen rund um die Uhr alle offenen Ports. Je nach Design können noch nicht einmal unsere Mitarbeiter Einblick in einen verschlüsselten Cloud-Service nehmen, dies kann dann nur der Kunde selbst.
IT-DIRECTOR: Cloud Computing stellt eine Form von Outsourcing dar – wie unterschieden Sie diese beiden Bereitstellungsmodelle?
J. Hermann: Wir trennen Outsourcing und Cloud-Services klar voneinander ab. Cloud-Services basieren auf einem orts- sowie geräteunabhängigen Zugriff der Anwender über das IP-Protokoll auf IT-Lösungen. Zudem gestalten sich die Services skalierbar und sind in Echtzeit verfügbar. Nicht zuletzt gibt es ein nutzungsabhängiges Bezahlsystem in Form von „Pay per Use“.
IT-DIRECTOR: Allerdings lassen Cloud-Services kaum individuelle Prozesse zu?
J. Hermann: Ist Skalierbarkeit ein wesentliches Kriterium von Cloud-Services, landet man per definitionem bei der Standardisierung. Anders könnten Anbieter solche Services nicht realisieren. Von daher stellt sich für die Kunden die Frage, ob sie mit Standardlösungen leben können oder ob sie, etwa aufgrund bestimmter Branchenanforderungen, mit einer individuellen Lösung besser fahren. Fest steht, dass Kunden zunehmend standardisierte IT-Dienstleistungen bei uns nachfragen.
IT-DIRECTOR: Welche Herausforderungen gibt es beim Umstieg in die Wolke?
J. Hermann: In erster Linie die Standardisierung, und zwar sowohl auf Anbieter- als auch Anwenderseite. Ein Cloud-Service-Lieferant muss seine Infrastruktur und Prozesse soweit automatisieren bzw. standardisieren, dass er die Dienste skalierbar und effizient bereitstellen kann. Auf der Anwenderseite muss die Integration der verschiedenen Applikationen in die Unternehmenslandschaft gewährleistet sein. So nützt es nichts, allein das CRM-System in der Cloud vorzuhalten. Denn um mit einheitlichen Kundendaten arbeiten zu können, benötigt man gleichzeitig Schnittstellen zu dem meist lokal vorgehaltenen ERP-System. Unsere Cloud-Services bieten genau das.
IT-DIRECTOR: Apropos Herausforderungen – wie einfach ist der Wechsel des Cloud-Anbieters?
J. Hermann: Beim Wechsel von einem zum anderen Cloud-Anbieter kann durchaus viel passieren. Endscheidet man sich für ein „unseriöses“ Cloud-Angebot ist die Rückabwicklung mitunter recht arbeits- und kostenintensiv sowie mit enormen Risiken verbunden – mitunter sogar mit einem kompletten Datenverlust.
Leider fehlt auf nationaler wie europäischer Ebene noch jegliches gesetzliche Rahmenwerk für Cloud-Dienstleistungen. Zwar arbeiten die Verantwortlichen momentan intensiv daran, spruchreif ist allerdings noch nichts.
IT-DIRECTOR: Wie sollte man einem Datenverlust in der Cloud vorbeugen?
J. Hermann: Der Provider sollte stets entsprechende Erfahrungen und Expertisen verweisen können. Zudem sollten Kunden dessen Zukunftsfähigkeit genau prüfen und evaluieren, inwieweit die Transparenz seiner Serviceleistungen gewährleistet ist.
IT-DIRECTOR: Können Sie uns ein Beispiel für die erwähnten Standardservices nennen?
J. Hermann: Etwa unser Produkt „Tengo – Arbeitsplatz der Zukunft“: Dabei können die Kunden aus einem umfangreichen Baukasten individuell benötigte Module auswählen, beispielsweise E-Mail-Service, Telefonie, Sharepoint, etc.. Alle Funktionen kommen aus der Cloud.
Desweiteren bieten wir mit IPfonie centraflex eine umfangreiche Telefonanlage aus der Cloud an, die die IT- mit der TK-Welt verbindet. Denn eine Trennung dieser beiden Bereiche ist heutzutage eigentlich fast nicht mehr möglich.
IT-DIRECTOR: Was macht denn einen Arbeitsplatz der Zukunft aus?
J. Hermann: Gefordert ist vor allem Mobilität. Viele Mitarbeiter wünschen sich einen geräte- sowie ortsunabhängigen Zugriff auf Unternehmensapplikationen. Dabei sollte der Zugriff per Desktop-PC ebenso möglich sein wie per Smartphone, Tablet oder Notebook. Zudem stehen Unternehmen heute im Wettbewerb um Talente und professionelle Fachkräfte. Dabei haben diejenigen die Nase vorn, die die attraktivsten Arbeitsplätze bieten können. Gleichzeitig müssen die IT-Verantwortlichen jedoch auch die Sicherheit der unternehmensrelevanten Daten gewährleistet.
IT-DIRECTOR: Und Tengo kann genau dies leisten?
J. Hermann: Damit bieten wir einen kompletten Arbeitsplatz aus der Wolke an – inklusive Telefonie. So können die User nicht nur Zugriff auf sämtliche Firmenanwendungen nehmen, sondern auch ihre Büronummer mit sämtlichen Endgeräten nutzen.
IT-DIRECTOR: Warum betonen Sie die Telefonie?
J. Hermann: Neben Collaboration-Funktionen wie E-Mail, File Sharing oder Soziale Medien gehört das Telefonieren nach wie vor zu jedem modernen Arbeitsplatz. Dies wird sich auch in der Welt von morgen nicht ändern. QSC verfügt als Netzanbieter über einzigartiges Know-how gerade bei der Kombination von IT- und Telefonie-Anwendungen.
IT-DIRECTOR: Welche Leitlinien sollten die Verantwortlichen für die Nutzung von Unified-Communications-Lösungen vorgeben?
J. Hermann: Bei der gesamten Diskussion um den Arbeitsplatz der Zukunft sollten sie zwei Dinge unterscheiden: Welche technologischen Möglichkeiten besitzt man, um einen effizienten und attraktiven Arbeitsplatz anzubieten, und wie kann man gleichzeitig für das Wohl der Mitarbeiter und etwa für regelmäßige Ruhezeiten sorgen? Selbst ich als Vorstandsvorsitzender eines börsennotierten Unternehmens lese im Urlaub keine beruflichen Mails. Sollte etwas drastisch Wichtiges vorfallen, werde ich über SMS benachrichtigt und melde mich zurück. Generell tut man sich selbst und seinen Mitarbeitern nur Gutes, wenn der Urlaub allein der Erholung dient. Von daher gilt für UC-Lösungen: Die Mitarbeiter sollen damit nicht überall arbeiten, sondern sich vielmehr aussuchen können, wann und wo sie arbeiten möchten.
IT-DIRECTOR: Das kann auch am Firmenstandort sein ...
J. Hermann: Genau. Bei uns gibt es zahlreiche Mitarbeiter, die sehr gerne ins Büro kommen und lieber vor Ort arbeiten, weil die Ablenkung zuhause beispielsweise zu groß wäre. Von daher sollten die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern die Freiheit geben, sich ihre Arbeitszeit frei einzuteilen und ihren Arbeitsort ebenfalls weitgehend frei wählen. So kann ein Software-Entwickler seine Codezeilen problemlos auch zuhause schreiben.
IT-DIRECTOR: Auf welchen Technologien setzen Ihre Unified-Communications-Lösungen auf?
J. Hermann: Beispielsweise auf Microsoft Lync oder Office 365. Tengo führt sämtliche Kommunikationskanäle zusammen. Zudem übernehmen wir das Lizenzmanagement, sodass die Anwender allein den Service pro Arbeitsplatz und Monat bezahlen. Die dahinterstehende Lizenzabwicklung mit Microsoft ruht allein in unseren Händen.
IT-DIRECTOR: Welche Endgeräte können Sie einbinden?
J. Hermann: Wir versuchen unsere Services möglichst für alle Endgeräte und mobilen Betriebssysteme zur Verfügung zu stellen – beispielsweise iOS, Windows Phone, Android , egal ob auf PC, Tablet oder Smartphone.
IT-DIRECTOR: Wie erwähnt bieten Sie mit IPfonie centraflex eine Telefonanlage aus der Cloud. Was genau steckt dahinter?
J. Hermann: Eine skalierbare Lösung, die sich für Unternehmen mit zehn, 500, tausend oder mehr Mitarbeiter eignet. Musste man früher für eine TK-Anlage riesige Investitionen tätigen und allein zwei Mitarbeiter für deren Betrieb beschäftigen, handelt es sich heute allein um einen softwarebasierten Cloud-Dienst. Das heißt, die Intelligenz der TK-Anlage liegt auf unserem Server. Allerdings erhalten die Kunden auf Wunsch nach wie vor noch klassische Telefonapparate. Es würde jedoch auch ein Rechner mit Headset genügen, da der Nutzer aus seinen Office-Programmen heraus telefonieren kann.
IT-DIRECTOR: Welche Trends werden Ihrer Ansicht nach die nächsten fünf Jahre dominieren?
J. Hermann: Die bereits erwähnten Themen Mobilität, Industrialisierung der IT und Vernetzung der Arbeitswelt. Zudem gibt es Branchen mit besonderen Herausforderungen, beispielsweise die Energieunternehmen, die in den nächsten Jahren die Energiewende stemmen müssen. Die Stichworte lauten hierbei Smart Grid, Smart Meter oder Smart Home.
Generell wird jedoch jedes Unternehmen, das heute noch mit proprietären bzw. geschlossenen Systemen arbeitet, morgen vielleicht keine Geschäftsgrundlage mehr besitzen. Eine kürzlich erschienene Studie besagt, dass aufgrund der Veränderungen in der ITK-Welt bis 2020 ein Drittel aller derzeitigen Geschäftsmodelle wegfallen werden bzw. ihre Existenzgrundlage verlieren. Von daher sollten alle Unternehmer darauf achten, dass ihr aktuelles Geschäftsmodell und die eingesetzten Technologien diesem Trend Rechnung tragen können.
Die flächendeckende Einführung des Internets Anfang der 90-iger Jahre war eine Revolution. Das aktuell sich verbreitende „Internet der Dinge“ und die damit verbundene Machine-to-Machine-Kommunikation werden die nächste, vergleichbare Revolution sein.
IT-DIRECTOR: Aber ist zu viel Offenheit nicht gefährlich? Insbesondere wenn mit dem Internet der Dinge zig neue Einfallstor für Cyberkriminelle entstehen?
J. Hermann: Das wäre möglich, weshalb alle Daten ausschließlich verschlüsselt übertragen werden sollten. Ohne hohe Absicherung – die zumindest dem Standard von Online-Banking entsprechen sollte – kann diese offene Welt nicht funktionieren.
IT-DIRECTOR: Wie können die Verantwortlichen die firmeneigene IT-Sicherheit verbessern?
J. Hermann: Dies wird in Zukunft zu einer Hauptaufgaben der IT werden. Aber trotz aller technischen Vorkehrungen, sollten sie auch das Sicherheitsbewusstsein ihrer Mitarbeiter sensibilisieren. Es gibt immer noch sehr viele Nutzer – im privaten und geschäftlichen Umfeld – die schnell und unbedarft E-Mail-Anhänge öffnen oder auf eingefügte Links klicken und damit Cyberattacken Tür und Tor öffnen.
Generell handelt es sich hierbei um Verhalten, die zunächst nichts mit der IT zu tun haben. Denn alle eingesetzten Sicherheitstechnologien nützen nichts, wenn der Mitarbeiter in der Wartehalle am Flughafen oder im Zug interne Informationen lauthals am Telefon herausposaunt oder mit dem Laptop und bei gut einsehbarem Bildschirm sensible Excel-Listen bearbeitet.
Aber natürlich müssen auch technisch hohe Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Die IT-Anbieter müssen die Sicherheitsbedenken von Anwenderunternehmen ernstnehmen und in ihrem Angebot berücksichtigen. Daher legen wir eine hohe Sicherheitslatte bei unseren Produktentwicklungen und Serviceleistungen an. Und dies mit Erfolg: So betreiben wir für Datev ein über 1.000 Quadratmeter großes Rechenzentrum in Nürnberg. Als Dienstleister für Steuerberater, Unternehmen und Wirtschaftsprüfer steht die Marke „Datev“ für großes Vertrauen, denn allein Tausende von Mittelständlern lagern hierzulande ihre geschäftskritischen Daten an diesen Anbieter aus.
Hinsichtlich des Sicherheitsaspektes spielte uns zuletzt auch die Diskussion um NSA, Prism, Tempora & Co. in die Karten. Als rein deutscher Anbieter mit ausschließlich hiesigen Rechenzentrumsstandorten und dem Know-how, sichere Firmennetze zu bauen und zu betreiben, sehen wir uns gut positioniert.
IT-DIRECTOR: Für viele in der IT-Branche kam der NSA-Skandal nicht überraschend ...
J. Hermann: Dass staatliche Organisationen wie die National Security Agency (NSA) den Datenverkehr ausspähen ist nicht neu. Überraschend waren jedoch das Ausmaß der Aktionen und die Verknüpfung mit staatlicher Wirtschaftsspionage.
Das Vorgehen dieser Kreise schadet der Informationstechnologie und -sicherheit an sich. Allerdings kann kein einziger, seriöser IT-Anbieter seinen Anwendern guten Gewissens eine hundertprozentige Sicherheit garantieren. Mit gewissen Vorkehrungen kann man jedoch die Risiken verringern. So bieten kryptologische Maßnahmen mit führender Verschlüsselungstechnik einen hohen Sicherheitsstandard. Hier verändert sich der Schlüssel ständig. Das heißt, selbst wenn ein Hacker an einen Snapshot der Verschlüsselung herankommt, ist dieser in den nächsten Sekunden nicht mehr gültig und somit wertlos.
Jürgen Hermann
Alter: 49 Jahre
Werdegang: Jürgen Hermann studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität der Bundeswehr Hamburg und war anschließend als Offizier der Fernmeldetruppen des Heeres in Deutschland und USA tätig. Danach wechselte er in leitender Position zur Thyssen Telecom AG. Seine Laufbahn bei QSC begann er 1997 mit der Gründung des Unternehmens als Beratungsgesellschaft. Seitdem gestaltete er den Aufbau von QSC maßgeblich mit.
Derzeitige Position: seit 30. Mai 2013 Vorstandsvorsitzender von QSC
Hobbys: Laufen,Tauchen, Lesen, Kochen mit Freunden