Um die Kapazitätsgrenzen des SAP ECC-Systems zu überwinden, entschied sich der Anwender für den Umzug auf SAP S/4Hana.
Auslöser für die aufwendige und weitreichende Migration war die Tatsache, dass das SAP ECC-System der BMW Group mit einer Größe von mehr als 30 TB seine Kapazitätsgrenzen erreicht hatte. Um dieses Problem zu lösen, entschied sich der Automobilhersteller für einen Umzug auf SAP S/4Hana.
Die zentrale Herausforderung bei der Systemumstellung der BMW Group war es, auch alle notwendigen historischen Daten in das Neusystem zu überführen. Um den Migrationsprozess inklusive den besonderen Spezifikationen technisch und organisatorisch möglichst optimal durchführen zu können, holte sich das Unternehmen Unterstützung von einem externen Spezialisten für digitale Umzüge. Die konkrete Anforderung an die Transformation in den sieben betroffenen Vertriebsorganisationen der BMW Group lautete: Migration aller ausgewählten historischen Daten des mehr als 30 TB großen SAP ECC-Systems auf das neu aufgebaute SAP S/4Hana-Greenfield-System unter Einhaltung der bestmöglichen Datenqualität und einer maximalen Betriebsunterbrechung von 72 Stunden.
Da das alte System bereits seine Kapazitätsgrenzen erreicht hatte und keine Innovationen mehr möglich waren, spielte neben der technischen Herausforderung vor allem auch der Zeitfaktor bei der Transformation eine entscheidende Rolle. Das Projekt sollte deshalb schnellstmöglich umgesetzt werden. Zielvorgabe beim Start im Januar 2021 war es, Deutschland als erstes Land und größten Markt des Anwenders bis Juli 2022 erfolgreich auf das neue System umzuziehen. Die Migration der anderen Länder sollte anschließend in drei weiteren Migrationswellen erfolgen.
Als hilfreich erwies sich dabei die Nutzung smarter Transformation-Tools. Bereits bei der anfänglichen Analyse des ECC-Systems kam eine innovative Analyseplattform zum Einsatz: die in den Natuvion Data Conversion Server (DCS) integrierte Plattform Natuvion Sophia. Diese sorgte dafür, dass klar war, welche Daten überhaupt vom alten auf das neue System umgezogen werden mussten. Dieses Wissen über die vorhandene Daten- und Systembeschaffenheit ermöglichte die zeitnahe Bestimmung aller migrationsrelevanten Daten in den verschiedenen Ländern und Konzerneinheiten. Ausgehend von diesen Informationen wurden Data-Mapping-Regeln erstellt, die wiederum die Grundlage für den Datentransfer vom alten auf das neue System bildeten. Im Testlauf der ersten Migrationswelle wurden diese Regeln zunächst noch einmal angepasst und in insgesamt sechs Testläufen und einer Generalprobe überprüft und finalisiert. Erst dann erfolgte die Produktivmigration auf SAP S/4Hana.
Bei der Ausführung der Migration war der DCS von zentraler Bedeutung. Mit seinen Extract-, Transform- und Load-Funktionalitäten ließen sich die Daten automatisch aus SAP ECC extrahieren, gemäß der Mapping-Regeln transformieren und sodann in die neue Umgebung importieren und abschließend validieren. Das Besondere daran: Durch die Testautomatisierung und die Qualitätssicherung wurde einerseits der Aufwand für die Transformation reduziert und andererseits die Qualität erhöht. Um das für die Transformation vorgeschriebene Zeitfenster von 72 Stunden nicht zu überschreiten, griff man zudem auf das intelligente Near-Zero-Downtime-Verfahren zurück. Dieses gewährleistete die größtmögliche Reduktion der Downtime sowie die höchstmögliche Systemverfügbarkeit. Zudem setzten die Migrationsexperten bereits in der zweiten Testmigration auf eine transparente Aufgabensteuerung. Ziel war es, dass die Projektbeteiligten alle transformationsrelevanten Aktivitäten überblicken und bei unerwarteten Vorkommnissen eingreifen konnten – eine Vorgehensweise, die eine enorme Lernkurve mit sich brachte.
Durch den Einsatz moderner Transformationstechnologie und die frühzeitige Einbindung externer Experten ist es der BMW Group gelungen, einen frist- und budgetgerechten Go-live in der neuen Systemumgebung zu realisieren. Alle relevanten historischen Daten des deutschen ECC-Systems wurden in der ersten Migrationswelle erfolgreich auf SAP S/4Hana umgezogen. Die Umsetzung der weiteren Migrationswellen ist in vollem Gange und erfolgt nach demselben Prinzip.
Bildquelle: Natuvion