Students First

„Mitarbeiterqualifikation ist essentiell“

„Unser Lernmodell ermöglicht ein noch nie dagewesenes Maß an Praxisnähe“, verspricht Holger Kobler, Regional Vice President DACH von Udacity. „Wir begleiten Lernende bei jedem Schritt ihrer ‚Reise‘.“

Holger Kobler, Udacity

Das Motto von Udacity lautet: „Students First“. „Das zieht sich konsequent durch unser gesamtes Handeln“, meint Holger Kobler.

ITD: Herr Kobler, gibt es den viel zitierten IT-Fachkräftemangel nach wie vor in Deutschland?
Holger Kobler:
Ja, IT-Fachkräfte sind leider nach wie vor Mangelware in Deutschland. Einer jährlichen Erhebung des IT-Branchenverbands Bitkom zufolge, waren Ende 2020 branchenübergreifend 86.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt. Ein Ende des Fachkräftemangels ist laut Bitkom nur dann in Sicht, wenn neben der Stärkung von Frauen in der IT und der Förderung qualifizierter Zuwanderung für eine effizientere Aus- und Weiterbildung gesorgt wird. Der Fachkräftemangel macht aber nicht nur bereits vorhandene IT-Experten zu gefragten Kandidaten, auch Bewerber, die bislang keine klassische IT-Ausbildung durchlaufen haben, sind nun gefragt. Hier kommen wir ins Spiel: Wir fördern das karrierelange Lernen. Wir sind der Meinung, dass die Ausbildung von Fähigkeiten ein kontinuierlicher Prozess sein muss, insbesondere für innovative Unternehmen, die mit der schnelllebigen Technologie Schritt halten wollen. Traditionelle Universitäten oder eine klassische Hochschulbildung bieten eine hervorragende Grundlage, aber sie lehren nicht immer die neuesten und gefragtesten Fähigkeiten, die für die heutigen Arbeitskräfte erforderlich sind. Eine Weiterbildung sollte Einzelpersonen dazu befähigen, sofort in ihrem Job produktiv zu sein. Ganz konkret heißt das: Die durchschnittliche Lebensdauer dessen, was ein Ingenieur an der Universität lernt, beträgt sieben Jahre, dennoch tauchen immer wieder neue Technologien und technische Disziplinen auf, die Ingenieure lernen müssen, um produktiv zu sein. Unsere Nanodegree-Programme ermöglichen es den Teilnehmern, sich während ihrer Karriere kontinuierlich weiterzubilden und so die exponentielle Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt nach hochqualifizierten technischen Arbeitskräften zu decken.

ITD: Welchen Einfluss übt die derzeitige Pandemie auf die Nachfrage nach IT-Fachkräften aus?
Kobler:
Der Mangel an IT-Spezialisten in Deutschland ist durch die Corona-Krise zwar temporär zurückgegangen, liegt aber nach wie vor auf einem hohen Niveau. 2019 erreichte die Zahl fehlender IT-Fachkräfte einen historischen Höchststand von 124.000 unbesetzten Stellen. Auch während der Pandemie leiden Unternehmen unter einem akuten Mangel an IT-Fachkräften und haben verstanden, dass sie dringend aktiv werden müssen, wenn sie die Digitale Transformation erfolgreich meistern wollen. Das sehen wir auch am Wachstum unseres Firmenkundengeschäfts.

ITD: Corona hat viele Mitarbeiter kurzfristig ins Homeoffice getrieben, was vielerorts zu (sicherheits-)technischen Herausforderungen und Problemen führte. Eine Aufgabe für externe IT-Experten oder können diese Herausforderungen in der Regel durch die internen IT-Abteilungen, auf die sich Großunternehmen in der Regel stützen, abgefangen werden?
Kobler:
Der Wechsel zum Remote Working war für viele Unternehmen chaotisch und herausfordernd – sie waren darauf einfach nicht vorbereitet. Kurzfristig waren viele Unternehmen sicherlich auf externe Hilfe angewiesen, denn mit dem Wechsel ins Homeoffice ging ein deutlicher Anstieg der Cyberangriffe auf Unternehmensnetzwerke einher. Gleichzeitig haben viele Firmenchefs beschlossen, ihre internen Ressourcen zu nutzen und ihre Mitarbeiter gezielt für diese Aufgaben weiterzubilden. Insbesondere in Ethical Hacking geschulte Mitarbeiter können Unternehmen helfen, Sicherheitslücken zu identifizieren. Dabei suchen Unternehmen ausgewiesene Experten für Cybersecurity, die das eigene Sicherheitskonzept unvoreingenommen auf die Probe stellen und dabei möglichst praxisnah wie „echte“ Hacker agieren. In den letzten zehn Jahren haben das wiederholte Aufdecken von Sicherheitslücken und das Wachstum von Bug-Bounty-Programmen gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit mit ethischen Hackern ist.

ITD: Dass die IT-Abteilungen viel zu tun haben, liegt mitunter auch daran, dass viele Mitarbeiter im Homeoffice mit der Remote-Technik überfordert sind. Der Anstieg von Remote Work im Zuge der Pandemie hat beispielsweise zu vielen Sicherheitsverletzungen geführt. Wie können Unternehmen die fehlenden digitalen und technischen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter daheim erkennen und angehen?
Kobler:
Der Kompetenzmangel wird am Beispiel Cybersicherheit besonders deutlich: Cyberangriffe werden immer häufiger und schwerwiegender – Fachleute hingegen, die Unternehmen dabei helfen, sich vor Angriffen zu schützen, fehlen. Unternehmen können aber durchaus etwas tun. Durch gezielte, passgenaue Weiterbildungen in diesem Bereich können sie ihren eigenen Mitarbeitern innerhalb kurzer Zeit die Basics vermitteln. Wissen ist hier einfach der beste Schutz für Mitarbeiter und Unternehmen.

ITD: Welchen Stellenwert hat an dieser Stelle das Thema „IT-Weiterbildung“ im Rahmen der Corona-Pandemie eingenommen?
Kobler:
Nicht erst seit der Covid-19-Pandemie ist die Digitale Transformation zu einem wichtigen Schlagwort geworden; sie hat diese Entwicklung aber sicher noch verstärkt. Während Unternehmen versuchen, digitale Technologien einzuführen, stehen sie vor der Herausforderung, sowohl ihre Teams als auch sich selbst weiterzubilden, um mit den neuesten Trends der Digitalisierung Schritt halten zu können. Doch das Einstellen neuer Mitarbeiter, um Qualifikationslücken zu schließen, kann kostspielig und zeitaufwändig sein, wenn es um die Besetzung aufstrebender technischer und digitaler Positionen geht. Eine Gallup-Umfrage ergab, dass die Kosten für den Ersatz eines einzelnen Mitarbeiters zwischen 50 Prozent und 200 Prozent des Jahresgehalts des Mitarbeiters liegen können. Deshalb ist es oft die bessere Lösung, sich auf die Entwicklung des bestehenden Teams zu konzentrieren und diese konkret und spezifisch weiterzubilden.

ITD: Worin sehen Sie die Vor- und Nachteile von Online-Weiterbildungsmaßnahmen im Vergleich zu Präsenzschulungen?
Kobler:
In Zeiten von Corona liegen die Vorteile digitaler Angebote klar auf der Hand. Wir haben z.B. ein Trainingsprogramm, das sich von herkömmlichen MOOC’s unterscheidet. Es besteht aus drei Schlüsselkomponenten:
• einem immersiven Lehrplan mit praxisnahem Lernen, interaktiven Inhalten und messbarem Fortschritt.
• Studenten werden während ihrer gesamten Weiterbildung unterstützt, mit 24/7-Zugang zu erfahrenen Mentoren, Fachgutachtern, Karriere-Coaches und einer engagierten Studenten-Community.
• Udacity-Studenten arbeiten an realen, von der Industrie entworfenen Projekten, mit Zugang zu umsetzbarem Feedback und portfoliotauglichen Ergebnissen. Wir arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen, um ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm zu entwickeln, das ihre realen Bedürfnisse unterstützt.

ITD: Wie könnte solch ein Online-IT-Schulungsangebot gestaltet sein, an dem Mitarbeiter auch wirklich Spaß haben?
Kobler:
Unser Lernmodell ermöglicht ein noch nie dagewesenes Maß an Praxisnähe. Wir begleiten Lernende bei jedem Schritt ihrer „Reise“ – vom ersten Moment, in dem ein Mitglied des Marketing-Teams eine Frage auf Facebook beantwortet, bis zum vorletzten Moment, in dem ein Mitglied des Karriereteams die Nachricht erhält, dass ein Absolvent einen neuen Job bekommen hat. Unser Motto ist „Students First“. Das zieht sich konsequent durch unser gesamtes Handeln. Wir holen jeden Lernenden individuell und Unternehmen dort ab, wo sie stehen, und bieten gezielt dort Hilfe, wo sie konkret benötigt wird. Dieser punktuelle, zielgerichtete Ansatz macht unser Angebot so besonders. In der Zusammenarbeit mit namhaften Kunden ist die Suche nach der adäquaten, praxisnahen Weiterbildung immer wieder als eine der größten Herausforderungen beschrieben worden.

ITD: Wie wichtig sind letztlich Mitarbeiterqualifikation und -motivation für den Unternehmenserfolg?
Kobler:
Eine adäquate Mitarbeiterqualifikation ist essentiell für den Unternehmenserfolg. Denn nur ein qualifizierter Mitarbeiter, der in der Lage ist, seine Aufgaben zu bewältigen, ist am Ende auch motiviert. Die richtige Qualifikation gibt Sicherheit und Selbstvertrauen. Wer seinen Fähigkeiten vertraut, kann sich aktiv einbringen, Probleme lösen und erhält Anerkennung und Wertschätzung.

Bildquelle: Udacity

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