Ein fortgeschrittenes Enterprise-Architecture-Management (EAM) fördert die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der IT-Architektur.
So sind IT-Manager von Assekuranzen, die bereits viel in Sachen EAM unternommen haben, nahezu uneingeschränkt von der Effizienz und Wirtschaftlichkeit ihrer IT-Architektur überzeugt. Ein ganz anderes Bild hingegen bei Versicherungen ohne EAM-Expertise. Bei ihnen ist nur rund jeder zweite IT-Manager mit der Qualität der IT-Architektur zufrieden. Doch damit nicht genug: Auch die wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens insgesamt beurteilen EAM-Novizen deutlich pessimistischer als ihre Kollegen mit EAM-Expertenstatus. Das sind Ergebnisse der Studie „Enterprise Architecture Management in der Versicherungswirtschaft“, für die vom Software- und Beratungshaus PPI AG 100 IT-Experten aus deutschen Versicherungen befragt wurden.
In der Versicherungsbranche kann derzeit allerdings erst rund jedes zehnte Unternehmen von sich behaupten, alle EAM-Disziplinen zu beherrschen und damit einen Expertenstatus erlangt zu haben. Mehr als jedes vierte Unternehmen ist hingegen für ein erfolgreiches EAM noch schlecht aufgestellt. Denn selbst wenn die dortigen IT-Verantwortlichen einzelne Disziplinen durchaus positiv beurteilen, werden in diesen Unternehmen die für den Erfolg unverzichtbaren Basisdisziplinen wie etwa Methodik, Kommunikation und Architektur-Community in der Mehrheit der Fälle nur mit befriedigend oder schlechter bewertet.
Die größten Hindernisse auf dem Weg, diese identifizierten Schwachstellen zu beheben und den Reifegrad des hauseigenen EAM zu erhöhen, liegen nach Meinung der IT-Manager vor allem in methodischen Defiziten. Knapp jedes zweite Unternehmen, bei denen sich das EAM noch in einer Frühphase befindet, bemängeln fehlende Methoden und Tools für die Umsetzung. Allerdings ist dies nur eine Hürde auf dem Weg zu einem zufriedenstellenden Enterprise-Architecture-Management, so die Selbsteinschätzung der befragten IT-Experten. Häufig mangelt es auch am Rückhalt im eigenen Haus, der EAM-Erfahrung sowie technischen und personellen Ressourcen.
Desweiteren besteht in allen Reifegraden die Schwierigkeit, innerhalb der Versicherungsorganisation geeignete Mitarbeiter zu finden, die dabei helfen, das EAM professionell voranzutreiben. 40 Prozent der IT-Verantwortlichen identifizieren hier ein bedeutendes Hindernis. Die Personalfrage stellt sich aber noch an anderer Stelle. Denn auch der Versuch, das Fehlen geeigneter Mitarbeiter durch externe Partner zu kompensieren, stößt teilweise auf erhebliche Schwierigkeiten. So geben 60 Prozent der Unternehmen mit einem etablierten EAM an, Probleme bei der Suche nach geeigneten externen Beratern für das eigene EAM zu finden. Darüber hinaus scheint bei einem fest verankerten EAM eine gewisse Gewöhnung in der Chefetage eine bremsende Rolle zu spielen. Denn während in der Frühphase solcher Projekte rund 40 Prozent der Befragten feststellen, dass EAM im Top-Management keine Priorität besitzt, sind es im Reifegrad-Cluster der Experten stolze 70 Prozent.
Enterprise-Architecture-Management wird in vielen Unternehmen in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen, davon sind rund 40 Prozent der von PPI befragten IT-Verantwortlichen bei Versicherern fest überzeugt. Die Gründe dafür, diese Entwicklung im eigenen Unternehmen aktiv zu fördern, liegen klar auf der Hand. Korreliert ein reifes EAM eben nicht nur positiv mit der Qualität der IT-Architektur, sondern auch mit dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens insgesamt. Acht von zehn IT-Managern, deren Versicherung bereits alle EAM-Disziplinen beherrscht, attestieren ihrem Unternehmen für die vergangenen fünf Jahre eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Im Gesamtdurchschnitt tun dies nur fünf von zehn IT-Verantwortlichen. Auch der Ausblick auf die ökonomische Zukunft fällt bei den EAM-Experten (82 Prozent erwarten eine gute wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens) deutlich besser aus als bei den EAM-Neulingen (68 Prozent).
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