Apps und Cloud-Lösungen für Fußballfans

Moderner IT-Doppelpass

Informationen überall und in Echtzeit: Mobile Anwendungen spielen ihre Stärken vor allem dann aus, wenn die Informationen und die dahinterliegenden Prozesse in der Cloud liegen.

  • Wolfgang Klein, Reply
  • Wolfgang Klein, Partner beim IT-Dienstleister Reply

Freitag 20 Uhr 30 in Deutschland. Der Schiedsrichter pfeift das Abendspiel der Bundesliga an – und tausende Fußballfans verfolgen das Spiel im Pay-TV. Doch nicht alle Anhänger drücken ihrer Mannschaft an den Geräten im Wohnzimmer die Daumen. Zunehmend mehr Fans nutzen Tablets oder Smartphones, um sich aus dem Garten oder von unterwegs einzuschalten; und um gleichzeitig mit ihren Freunden über das Spiel fachzusimpeln. „Mobile Anwendungen verändern unseren Medienkonsum, die Art, wie wir miteinander kommunizieren und Informationen austauschen“, sagt Wolfgang Klein, Partner beim IT-Dienstleister Reply. Das Unternehmen entwickelt mobile Anwendungen und berät Firmen zum Thema Cloud Computing. „Die Maxime im Zeitalter breitbandiger Netze lautet: sofort, immer und von überall.“

Dass immer mehr Nutzer – nicht nur Fußballfans – ihr TV-Programm heute und in Zukunft auf ihrem mobilen Endgerät anschauen wollen, belegen Zahlen des Pay-TV-Senders Sky: Demzufolge konnten allein seit dem Start der mobilen App „Sky Go“ im April 2011 bis zum Jahresende rund 600.000 Nutzer gewonnen werden. Auch viele andere Anbieter setzen auf innovative Technologien und gehen mit zum Teil völlig neuen Geschäftsmodellen an den Start. Spotify zum Beispiel. 16 Millionen Musiktitel bietet das Unternehmen seit März dieses Jahres in Deutschland zum Abruf über PC, aber auch über Tablet oder Smartphone an. Wer benötigt da noch eine CD-Sammlung?

Vielen der mobilen Angebote ist gemeinsam: Sie basieren auf Cloud-Lösungen. Für Wolfgang Klein ist die Wolke denn auch der Schlüssel zum Erfolg. „Mobile Endgeräte können nur begrenzt Datenmengen speichern; mit der Cloud hingegen steht allen ein riesiges Speichermedium zur Verfügung.“ Aber auch aus lizenzrechtlichen oder Sicherheitsgründen ist es sinnvoll, die Daten von der eigentlichen Anwendung zu trennen, so Klein. In der Cloud können außerdem Lastschwankungen flexibel ausgeglichen werden, und sie bietet die Möglichkeit, Inhalte ad hoc auf die unterschiedlichsten Systeme zu verteilen.

Kurze Spanne der Authentifizierung

Solche Vorteile führen dazu, das mobile Angebote auf dem flexiblen Cloud-Konzept aufsetzen. Wenn sich beispielsweise zum Start eines Fußballspiels alle Abonnenten gleichzeitig anmelden, muss der Authentifizierungsprozess sofort auf Hochtouren laufen. Innerhalb von Sekunden prüfen CRM- und CMS-Systeme sowie die Mobility-Server, ob die Teilnehmer berechtigt sind, den Livestream zu sehen, über welches Gerät sie verfügen und in welchem Format die Nutzer die Inhalte benötigen. Die Prüflogik berücksichtigt mehr als 20 Szenarien wie Login, Logout, Keep Alive, Get Configuration iPhone/iPad oder Get Token True/False, bis der Stream schließlich auf dem Endgerät läuft. Nach der kurzen Spanne der Authentifizierung flaut die Last für die IT schlagartig ab. „Dank Cloud-Angeboten können Unternehmen die Rechenleistung einfach nach unten fahren. Das wirkt sich erheblich auf den Preis aus, da sie nicht permanent die Kapazitäten vorhalten müssen“, erklärt Klein.

Dank Cloud Computing ist auch die Bereitstellung der Inhalte wirtschaftlich. Ein wichtiges Argument für App-Anbieter, die in der Regel multimediale Inhalte in unüberschaubarer Anzahl und in unterschiedlichsten Formaten, optimiert für die jeweiligen Endgeräte, anbieten. Diese Menge an Daten im eigenen Rechenzentrum zu speichern, wäre mit hohem Aufwand und enormen Kosten verbunden. Deshalb sichert ein weiterer Dienstleister die Daten in seiner, über den Globus verteilten Cloud.“ Ein wichtiger Service, den die Cloud-Technologie ebenfalls offeriert, ist eine Streaming-Plattform für Videoinhalte. Dieses sogenannte „Content Delivery Network“ hilft Unternehmen, ihre Media-Assets leicht, schnell und zuverlässig zu verbreiten. Mit globalen Plattformen können jedem Nutzer unabhängig vom Standort selbst HD Formate zugänglich gemacht werden.

Und damit eine cloud-basierte Infrastruktur reibungslos funktioniert, ist noch eine Komponente nötig: eine ausfallsichere und hoch performante Netzinfrastruktur. „Wird der Datenstrom zwischen den einzelnen Diensten verlangsamt oder gar unterbrochen, führt das zu verärgerten Nutzern aber auch zu handfesten finanziellen Schäden“, so Wolfgang Klein. Unternehmen sichern sich deshalb über detaillierte Service Level Agreements ab, mit denen die Leistung vertraglich geregelt wird. So stellen Unternehmen sicher, dass ihre Kunden – vorausgesetzt sie sind mit einem sendestarken WLAN oder über 3G verbunden – immer und überall Zugriff auf das mobile Angebot haben. Denn eines steht fest: Beim entscheidenden Schuss aufs Tor muss jeder Fußballfan dabei sein.

Bildquelle: Rainer Sturm/Pixelio

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