Modulare Rechenzentren (RZ) liefern die passenden IT-Infrastrukturen für die Digitalisierung.
Blick in den Aufbau eines modularen Rechenzentrums
Die zunehmende Verbreitung der Digitalisierung und mobilen Endgeräten bringt neue Anforderungen an Rechenzentren mit sich. Im Prozess der Zusammenwachsens von Software, Infrastrukturen und IT müssen Unternehmen Lösungen finden, die Wettbewerbsvorteile, Sicherheit und Flexibilität bieten. Gerade in Großunternehmen bedarf es zielgenauer Strategien, um eine nachhaltige Finanzierung zu ermöglichen. Gleichzeitig muss die steigende Nachfrage nach flexiblen Speicherressourcen muss erfüllt werden.
Aufgrund des zunehmenden Datenverkehrs werden mehr Stellplätze für Server gebraucht, doch ein vermehrter Bau von Rechenzentren löst noch nicht die Probleme des finanziellen Risikos oder der Datensicherheit. Unternehmen müssen heute schnell und dynamisch agieren, und Investitionskapital ist nur begrenzt verfügbar. Der Bau eines eigenen Rechenzentrums erfordert finanzielle Mittel und eine langfristige Planung. Zudem sind die Chancen auf einen Wettbewerbsvorteil durch ein eigenes Rechenzentrum beschränkt, da sich die Umweltstandards immer wieder ändern, die Energiekosten steigen und der Datenbedarf zwar wächst, jedoch auch schwankt.
Übliche Vorgehensweisen wie die Verlagerung von Daten an weit entfernte Standorte mit besseren klimatischen Bedingungen sind mitunter ebenfalls ungeeignet, weil dann kein physischer Zugang zu den Serverräumen mehr möglich ist und Sicherheitsrisiken entstehen. Größere Distanz bedeutet geringere Kontrolle und höhere Latenzzeiten. Außerdem ist es schwieriger, die Glaubwürdigkeit von Partnern einzuschätzen, die weit vom heimischen Markt entfernt agieren. Dies hat insbesondere Bedeutung, wenn es darum geht, die Einhaltung der deutschen Datenschutzvorschriften zu gewährleisten.
Von daher müssen Unternehmen die richtige Mischung aus geeigneten Dienstleistern und eigenen Infrastrukturen finden. Beispiele aus jüngster Zeit demonstrieren, wie dies in der Praxis bereits umgesetzt wird. So fangen Cloud-Dienstleister an, in Zusammenarbeit mit Systemintegratoren mittelgroße Rechenzentren zu bauen und zu unterhalten, um eine neue Generation von Infrastrukturen bereitzustellen. Infolgedessen können die Kunden ihren Speicher- und Infrastrukturbedarf mit einer flexiblen Mischung aus Mieten und Kaufen decken, der ihren spezifischen Anforderungen entspricht.
Im angeführten Beispiel wird ein integriertes modulares Rechenzentrum (IMD) genutzt, das für die individuellen Anforderungen der Endanwender in der betreffenden Region optimiert wurde. Es handelt sich schlüsselfertige Anlage, die sich erweitern und damit an künftige Entwicklungen anpassen lässt. Für modulare Data Center sprechen u.a. folgende Argumente: Sie ermöglichen eine präzise Kalkulation für die Planung, den Bau, die Wartung und die Finanzierung. Zudem sind sie umweltfreundlich und schneiden im Hinblick auf den Preis pro Kilowatt Leistung und die Investitionsrentabilität gut ab. Das genannte Beispiel nutzt zu jeden Zeitpunkt im Betrieb 98 Prozent erneuerbare Energien.
Wichtig ist das Know-how im Hinblick auf die vorgefertigten Teile eines modularen Rechenzentrums, die für jeden Kunden individuell angepasst werden können. Einige Anbieter, die das modulare Konzept unterstützen, können auch eine Auswahl verschiedener Finanzierungsoptionen bieten. Opex-basierte Modelle stellen eine risikofreie Finanzierung sicher und verringern den Kapitaleinsatz für den Kunden. Auch Hybridmodelle mit einem Mix aus Opex- und Capex-Finanzierung werden angeboten. Desweiteren können die Überwachung und Wartung des Rechenzentrums in die Vereinbarungen aufgenommen werden, um Performance und Sicherheit jederzeit zu gewährleisten.
Auch Gartner erkennt das Potential modularer Bauweisen. Schnelle Reaktionszeiten und die Energie-/Kühleffizienz sind nach Ansicht des Analystenhauses die wichtigsten Vorteile. Die Bereitstellungszeit für modulare Rechenzentren beträgt oftmals nur wenige Wochen. Auch bieten sie ausgezeichnete Werte im Hinblick auf die Power Usage Effectiveness (PUE) und andere Indikatoren für Nachhaltigkeit. Untersuchungen zeigen, dass modulare Rechenzentren Ressourcen sparen und zur Unterbringung von Racks mit hohem Kühlbedarf auch in anspruchsvollen Umgebungen geeignet sind. Multimodale Kühlsysteme und bereits im Entwurf angelegte aerodynamische Optimierungen gewährleisten Skalierbarkeit und ermöglichen es, Racks mit hoher Leistungsdichte zu betreiben.
Nicht zuletzt müssen moderne Rechenzentren und Cloud-Lösungen gemeinsam geplant und abgestimmt werden, damit alle Funktionen bestmöglich zusammenspielen. Auch muss bedacht werden, dass Unternehmen an unterschiedlichen Marktstandorten agieren. Reine Bauunternehmen allein haben oft nicht den nötigen Einblick in die dynamische Entwicklung des Kundenunternehmens.
Modulare Rechenzentren, die von geeigneten Partnern bereitgestellt werden, können Vorteile akkumulieren, die sich aus einer Reihe von Faktoren ergeben. Die Zusammenführung von Technologien lässt sich bewältigen, indem Cloud-Anbieter und Infrastrukturlieferanten zusammenarbeiten. Auf diese Weise können die individuellen Anforderungen von Unternehmen erfüllt werden, von den Latenzzeiten bis hin zur Zugangskontrolle.
* Der Autor Heiko Schrader ist Sales Director DACH bei dem Systemintegrator ICTroom.
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