Trevor Dearing, Gigamon
Das Rechenzentrum (RZ) ist Dreh- und Angelpunkt eines jeden Unternehmens – unabhängig von dessen Größe und Branchenzugehörigkeit. Die meisten Datenzentren arbeiten pausenlos 24x7 und liefern sowohl interne als auch externe Services. Mit jeder Erweiterung steigt hierbei die Effizienz der Systeme. Denn dank Virtualisierung, Multicore-Server, mehrstufiger Speichersysteme oder Hochleistungsnetzwerken erreicht man maximale Performance. Doch es gibt auch Nachteile: Jede einzelne Komponente ist mehr denn je von vitaler Bedeutung. Ein überlasteter Server, eine schlecht konfigurierte Solid State Disk (SSD) oder Datenstau im Netzwerk können dazu führen, dass das gesamte System langsamer wird oder gar ausfällt.
Um Ausfällen bzw. Geschwindigkeitseinbußen vorzubeugen, ist der genaue Einblick in alle Vorgänge im System zu jedem Zeitpunkt nötig. Denn ohne die Kenntnis sämtlicher Informationen ist es unmöglich abzuschätzen, wo ein Fehler aufgetreten ist. Noch wichtiger ist es, wie sich Fehler im Voraus vermeiden lassen. Fast alle Unternehmen arbeiten hier mit Monitoringlösungen, die derartige Informationen liefern. Die Herausforderung liegt darin, stets alle Details zu sammeln: Denn wenn die Tools nicht alle benötigten Einzelheiten überwachen können, liefern sie unvollständige oder gar verfälschte Informationen.
Es gibt mehrere Möglichkeiten den zu analysierenden Datenverkehr zu sammeln und an Monitoringwerkzeuge zu liefern. Die offensichtlichste ist die SPAN-Spiegelung (Switched Port Analyzer): Dabei wird der gesamte Datenverkehr, der an einen Port eines Netzwerkgeräts gesendet wird, kopiert und an das Monitoringtool weitergereicht. Bei einem wenig ausgelasteten Switch ist dies ein gangbarer Weg. Doch in einer Umgebung, in der der Switch überlastet ist oder mit Micro-Burst-Traffic umgehen muss, können Konflikte am Port oder Buffer die Daten beeinflussen, die zu den Tools geliefert werden. Konflikte am SPAN-Port werden zudem zum Problem, wenn der Datenverkehr gleichzeitig mehrere Tools erreichen muss.
Die durch SPAN-Ports verursachten Probleme können durch das Setzen von Netzwerk-Taps an den Schlüsselstellen des Systems vermeiden werden. In Datenzentren, die mit High-Density-Virtualisierungssystemen und 10-GB-Netzwerken arbeiten, ist möglicherweise das Anschließen von Taps an alle Netzwerkverbindungen notwendig. In diesem Fall ergibt sich jedoch ein neues Problem: Es gibt dann erheblich mehr Tap-Ports als Anschluss-Ports an den Monitoringwerkzeugen. Außerdem würde das immense Datenvolumen die Tools überfordern.
Die Antwort kann der Aufbau einer „Visibility Fabric“ sein, die die Taps und SPAN-Ports mit den Monitoringgeräten verbindet. Auf einfache Weise löst die Fabric das Problem der SPAN-Port-Konflikte, indem sie den Datenverkehr aggregiert und über mehrere Ports repliziert. Nach wie vor besteht jedoch das Problem, dass das hohe Datenverkehrsaufkommen schnell die Monitoringtools überlastet, so dass diese letztlich gar keine oder unbrauchbare Informationen liefern.
Daher muss ein bestimmtes Maß an Intelligenz in das System integriert werden – man nennt dies Flow Mapping. Damit lässt sich leicht eine Reihe von Regeln oder Plänen erstellen, die sicherstellen, dass Daten nicht dupliziert werden und jedes Tool nur die zur Überwachung nötigen Daten erhält. Das bedeutet, dass jedes Tool genau den Datenverkehr zugeleitet bekommt, den es zum Erstellen der relevanten Informationen benötigt. Es wird nicht länger von den riesigen Datenmassen überflutet.