Olaf Dierig ist Director Sales beim IT-Service-Anbieter Qurius.
IT-DIRECTOR: Herr Dierig, wie nehmen Sie das derzeitige Interesse von Großunternehmen an IT-Services wahr?
O. Dierig: Das Interesse von Großunternehmen an IT-Services steigt stetig. Die IT-Beratung und -Leistung ist als signifikanter Eckpfeiler in den Unternehmensstrategien angekommen. Steigender Wettbewerbsdruck und sinkende Margen zwingen Unternehmen dazu, sich schlank aufzustellen. Das Outsourcen ihrer IT an einen Servicedienstleister bietet ihnen Kostenersparnisse und reduziert interne Ressourcen. Zudem unterstützen hochspezialisierte IT-Fachleute dabei, Geschäftsprozesse zu optimieren, damit Unternehmen auch zukünftig ad hoc am Markt reagieren können.
IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielt für die Kunden das Thema „Nachhaltigkeit“ der bezogenen Services?
O. Dierig: Das Thema nimmt auch in der IT einen immer höheren Stellenwert ein. Immer mehr Unternehmen sehen den schonenden Umgang mit Umweltressourcen als Verpflichtung an. Dabei wird auch verstärkt Wert darauf gelegt, dass der ihnen bereitgestellte IT-Service nachhaltig ist – sowohl ökonomisch als auch ökologisch. Zum einen wird natürlich darauf geachtet, dass sich die Betriebskosten durch den Einsatz moderner Technologien messbar reduzieren lassen, somit den ökonomischen Aspekt der Nachhaltigkeit erfüllen. Daneben steht der Umweltaspekt im Fokus. Hier geht es etwa um die Erhöhung der Energieeffizienz oder optimierte Serverkühlung.
IT-DIRECTOR: Qurius möchte bis zum Jahr 2014 100 Prozent Nachhaltigkeit erreichen. Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Welcher Ansporn steckt dahinter? Und wie schaut Ihre Nachhaltigkeitsstrategie aus?
O. Dierig: Wir haben mehrere Projekte definiert, um die Nachhaltigkeitsstrategie voran zu treiben. Dazu gehört u.a. der Qurius-Footprint, bei dem die CO2-Emissionen des Unternehmens ausgerechnet werden, etwa bei Flugreisen, Stromkosten und auch der Papierverbrauch. Bis Jahresende sollen die Emissionen um 15 Prozent reduziert werden. Darüber hinaus achten wir auf intelligente und nachhaltige Komponenten in unseren Produkten und Dienstleistungen und stellen sicher, dass Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz einen wichtigen Stellenwert im Kundendialog und bei der Mitarbeitergewinnung einnehmen. Daneben haben wir unseren Auszubildenden ein Elektroauto zur Verfügung gestellt. Über ihre Erfahrungen berichten die jungen Menschen in einem Blog. Hiermit wollen wir dem Nachwuchs schon früh zeigen, wie nachhaltiges Handeln im Alltag funktionieren kann.
IT-DIRECTOR: Qurius hat eine neue Ausrichtung formuliert, die auf drei Eckpfeilern basiert: die bereits angesprochene Nachhaltigkeit, Innovation und New Ways Of Working. Was genau ist mit letzterem Eckpfeiler gemeint? Welche neuen Arbeitswege streben Sie an?
O. Dierig: New Ways of Working steht für flexible, neue Arbeitswelten, die als Innovationsbeschleuniger für Unternehmen gelten. Gerade im Büroumfeld hinken wir alten Zeiten hinterher. Dabei sind innovative Konzepte längst vorhanden. „Wir arbeiten in Strukturen von gestern, mit Methoden von heute, an Problemen von morgen, vorwiegend mit Menschen, die Strukturen von gestern gebaut haben und das Morgen innerhalb der Organisation nicht mehr erleben werden“, hat der renommierte Ökonom Knut Bleicher einmal sehr treffend zusammengefasst.
Wir sind der Meinung, dass Bürostrukturen heute vor allem flexibel sein müssen. So wie Unternehmen sich verändernden ökonomischen Rahmenbedingungen anpassen, so müssen sich auch Arbeitsumgebungen verändern. Schnelligkeit, Wandel, Kreativität und Innovation sind dabei die zentralen Aspekte, die moderne Arbeitswelten in der heutigen Wissensgesellschaft unterstützen sollten. Als IT-Dienstleister stellen wir Unternehmen dabei die notwendigen Technologien bereit, die notwendig sind, um moderne Arbeitswelten umzusetzen.
IT-DIRECTOR: Wie hat sich das Thema „Nachhaltigkeit“ bisher generell bei den IT-Service-Anbietern etabliert?
O. Dierig: Das Thema nimmt in der Unternehmensführung einen immer größeren Stellwert ein. Von daher müssen IT-Servicedienstleister auf das gesteigerte Interesse reagieren.
IT-DIRECTOR: Wie können auch andere Unternehmen ganzheitlich nachhaltiger und umweltbewusster agieren?
O. Dierig: Jedes Unternehmen kann umweltbewusst agieren. Nachhaltiges Handeln ist kein Kraftakt. Bereits die Möglichkeit im Home-Office arbeiten zu können bedeutet, so banal es auch klingt, dass Energiekosten und Büroräume gespart werden können. Fahrgemeinschaften oder Videokonferenzen anstelle von Meetings sind ebenso Aspekte, die die Umwelt schonen und keiner großen Organisation oder Umstellung bedürfen.
IT-DIRECTOR: Sie bieten Ihren Kunden u.a. ausgeprägte Infrastruktur- und Hosting-Lösungen. Wie „grün“ ist denn Ihr Rechenzentrum?
O. Dierig: Unser Rechenzentrum arbeitet nach neuesten Maßstäben und mit modernsten Technologien, die sich energieeffizienten Komponenten, wie Rechner, Messtechnik, Elektronik, Klimatisierung, Lüftung und Beleuchtungseinrichtungen etc. bedienen. Eine 24-Stunden-Hochverfügbarkeit benötigt permanente Stromversorgung inklusive Notstromkonzepte. Das nutzen dann viele Kunden, die wiederum ihrerseits diesen Aufwand nicht selber betreiben müssen.
IT-DIRECTOR: Welche allgemeinen Trends sind derzeit im Outsourcing-Bereich erkennbar?
O. Dierig: Im Mittelpunkt stehen natürlich weiterhin neue Betreibermodelle wie Cloud Computing, Hosting und SaaS. Im Bereich der Benutzeranforderungen sind Mobility, die Bereitstellung neuer Devices, einfache Bedienung und Agilität sicherlich Top-Themen. Außerdem werden die unterschiedlichen Plattformstrategien der Hersteller das Geschäft beeinflussen.