Digitale Strategien

Nachhaltiges Wachstum muss keine Illusion sein

Wirtschaft und Politik stehen vor der schwierigen Aufgabe, Wachstum und Wohlstand zu sichern, ohne Raubbau an der Natur zu betreiben. Tim van Wasen, Geschäftsführer von Dell Technologies Deutschland, findet: Nachhaltiges Wachstum ist durchaus möglich.

Tim van Wasen, Dell

„Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet, soziale, ökologische und ökonomische Belange immer wieder auszubalancieren und in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen“, sagt Tim van Wasen.

In unserem Wirtschaftssystem gilt der Drang nach Wachstum als gesetzte Größe. Schaut man einige Jahrhunderte zurück, wird auch klar, woher das kommt: Aus früheren Agrarstaaten entstanden die ersten Industrienationen. Der Grund dafür war der Einsatz von Technologie, durch Maschinen konnten mehr Produkte günstiger und schneller hergestellt werden. Mit der steigenden Wirtschaftsleistung verbesserten sich die Lebensbedingungen, und wirtschaftliches Wachstum wurde zum Maß aller Dinge. Dieser Wohlstand geht jedoch auf Kosten der Umwelt – oder wie es der britische Ökonom Tim Jackson passend auf den Punkt bringt: „In dem Maße, in dem wir es uns gut gehen lassen, graben wir systematisch dem guten Leben von morgen das Wasser ab.“ Mit seinem Buch „Wohlstand ohne Wachstum“ hat der Naturwissenschaftler und Professor of Sustainable Development vor über zehn Jahren ein Standardwerk für nachhaltiges Wirtschaften herausgebracht.

Ein „Weiter so“ funktioniert nicht mehr

In dem Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie müssen Industrie, Politik und Verbraucher ihren Weg finden. Die UN hat 2016 mit der Verabschiedung ihrer Sustainable Development Goals (SDG) die Richtung vorgegeben – die 17 beschlossenen Ziele drehen sich um Themen wie Ernährungssicherheit, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, die Nutzung regenerativer Energien und gerechtere Bildungschancen. Sie machen deutlich, dass Nachhaltigkeit weit über die Frage des Klimaschutzes allein hinausgeht, sondern vielmehr die Säulen Umwelt, Soziales und Wirtschaft gleichermaßen umfasst.

Was bedeutet das nun für Unternehmen, allen voran die IT-Industrie? Wir müssen dafür sorgen, dass die Produktions- und Lieferketten nachhaltig aufgebaut sind. Als großer Konzern haben wir viele Stellschrauben: Das reicht von einer Senkung des Energieverbrauchs über den Verzicht auf schädliche Stoffe und den Einsatz umweltfreundlicher Materialien bis hin zum Aufbau einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Digitale Strategien sind zudem Teil der Lösung: Mit Smart Grids etwa wird eine intelligente Versorgungsstruktur geschaffen, die verschiedene Energieformen automatisch miteinander verbindet und so die Netzeffizienz verbessert. Autonomes Fahren hat in Kombination mit einer intelligenten Verkehrssteuerung das Potenzial, den Straßenverkehr umweltfreundlicher und gleichzeitig sicherer zu machen. In der Landwirtschaft wiederum können intelligente Sensoren durch eine präzise Düngung und Wässerung helfen, Ressourcen einzusparen. Und die industrielle Abwärme, die insbesondere von Rechenzentren erzeugt wird, ist geeignet, das Defizit in der Fernwärmeversorgung, das durch die Abschaltung der Kohlekraftwerke entsteht, auszugleichen.

Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet, soziale, ökologische und ökonomische Belange immer wieder auszubalancieren und in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen. Der Schlüssel dazu sind technischer Fortschritt und Innovation.

Bildquelle: Dell Technologies

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok