EDM-Lösungen ermöglichen es Netzwerkplanern, den Energieverbrauch einzelner Mobilfunkstationen zu optimieren.
Eine der größten Herausforderungen im Energiemanagement für Mobilfunknetze sind fehlende Daten. Auch wenn in den meisten bestehenden Funkstationen bereits Messgeräte verbaut sind, sind die Menge und Art der Daten, die sie liefern, relativ beschränkt – selbst bei sogenannten Smart Metern. Meist handelt es sich dabei lediglich um die verbrauchten Kilowattstunden; eine Verbindung zwischen Energieverbrauch und Umwelteinflüssen wie Temperatur, Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit oder Windgeschwindigkeiten lässt sich damit nicht herstellen.
Um den Stromverbrauch der Anlagen zu optimieren, sind daher oft kostenintensive Vor-Ort-Besuche notwendig, bei denen Techniker entsprechende Messungen durchführen. Hierbei handelt es sich aber immer nur um Momentaufnahmen; die Ergebnisse lassen sich also nur schwer auf andere Regionen bzw. Standorte übertragen. Die Folge: Der Messaufwand übersteigt häufig das Potenzial, (Energie-)Kosten zu sparen. Wenn man bedenkt, dass Basisstationen eine Menge Strom verbrauchen – bei Mobilfunkbetreibern sind das beispielsweise über 60 Prozent des gesamten Energieverbrauchs –, stellt diese Datenlücke ein beachtliches Hindernis für die Reduzierung von Emissionen dar.
Lösungen für Energiedaten-Management (EDM) ermöglichen es Netzwerkplanern, den Energieverbrauch einzelner Mobilfunkstationen ohne derart aufwendige Analysen zu optimieren. Kombiniert mit Umgebungsinformationen erlauben sie, die Sendestationen mit dem höchsten Einsparpotenzial zu ermitteln. So lässt sich z.B. der Energieverbrauch des Kühlsystems mit der Temperatur der Batterie und Antennen abgleichen, um gegebenenfalls die Einstellungen für die Gehäusekühlung anzupassen. Auch die Effektivität von Kühllösungen an verschiedenen Standorten lässt sich mit KPIs wie der Power Usage Effectiveness (PUE), berechnet aus den EDM-Daten, vergleichen. Aus solchen Analysen können Netzwerkplaner dann verschiedene Maßnahmen ableiten und beispielsweise von aktiver Kühlung durch Lüftungstechnik auf passive Kühlung durch Umgebungsluft umstellen.
Analog dazu lassen sich auch die Batterieinstallationen an Basisstationen optimieren. Mithilfe von EDM kann ermittelt werden, wo zusätzliche Speicherkapazitäten das größte Einsparpotenzial bringen. So können Netzbetreiber Kapazitätsreserven oder zusätzliche Batterien für Peak Shaving, negative Regelreserven oder Laststeuerung (Demand-Side-Response) nutzen; die Batterien laden dann bei niedrigen Energiepreisen und geben Energie an die Verbraucher ab, wenn die Netzpreise hoch sind.
Unternehmen investieren Milliarden in 5G-Spektren und den Aus- und Aufbau von Telekommunikationsnetzen. Mit einem verhältnismäßig geringen Investment von ein paar Hundert Euro pro Sendestation lassen sich moderne EDM-Lösungen zusammen mit 5G-Updates oder bei einem 4G-Ausbau installieren. Techniker sind dann sowieso vor Ort, ein weiterer kostenintensiver Besuch, um zusätzliche Überwachungsgeräte anzubringen, ist nicht nötig. Energiedaten-Management kann, verbunden mit einer intelligenten Fernüberwachungs-Software wie „iDEAn“ von Delta, die Betriebskosten durch Energieeinsparung und optimierte Wartung um bis zu 25 Prozent reduzieren. Die Kosten für dieses Investment amortisieren sich oft innerhalb von zwei Jahren.
Doch auch für bestehende Stationen lohnt sich ein Nachrüsten mit EDM-Lösungen. Monitoring-Software hilft, den zukünftigen Energiebedarf leichter und kostengünstiger zu managen. Ein Netzwerkmanager kann jetzt die Beschaffung von Komponenten für die Stromversorgung rechtfertigen, die die Bedürfnisse der Systeme über die nächsten fünf Jahre hinaus erfüllt – und zwar auf Basis verlässlicher, realer Daten. Das verhindert unnötige Ausgaben und trägt dazu bei, das Design von Mobilfunkstationen nachhaltiger zu machen.
In Kombination mit weiteren Energiesparlösungen wie hybriden Stromversorgungssystemen, zusätzlichen Solarmodulen und hocheffizienten Gleichrichtern ist intelligente Fernüberwachungs-Software ein wichtiges Tool, um Unternehmen auf strengere Umweltgesetze und steigende Energiepreise vorzubereiten.
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