Meinung: Business-Intelligence-Systeme

Neue Chancen durch aktuelle Big-Data-Technologien?

Seit Jahren analysieren Großunternehmen ihre Datenbestände mit Business-Intelligence-Systemen (BI). Aktuelle Big-Data-Technologien eröffnen ihnen nun – mitunter fragliche – neue Chancen.

Schmaler Grat, Bildquelle: Thinkstock/Digital Vision

Ein schmaler Grat: Verantwortliche im Big-Data-Umfeld müssen noch viele offene Fragen beantworten und sollten dabei auch stets Fingerspitzengefühl für die Privatsphäre eines Menschen an den Tag legen.

Seit weit über einem Jahrzehnt treibt das Thema Business Intelligence nicht nur die Finanzabteilungen in Unternehmen um. Im Mittelpunkt der zumeist retro-spektiven Auswertungen standen bislang vorrangig strukturierte Daten. Mit Big-Data-Analysen erhält dieses Unterfangen nun deutlich mehr „Intelligenz“: Die Analysegeschwindigkeit nimmt rasant zu und sämtliche unstrukturierten Daten können berücksichtigt werden. Zudem sollen realistische Zukunftsprognosen ebenso möglich sein wie die Auswertung gigantischer Datenmengen in der berühmt-berüchtigten Echtzeit.

Glaubt man den Versprechungen der Anbieter, können Big-Data-Technologien die Unternehmen dabei voranbringen, neue Kunden- oder Geschäftsfelder zu erschließen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Immer vorausgesetzt, dass sich die Verantwortlichen an die Spielregeln wie (Datenschutz-)Gesetze oder die ethisch-moralischen Grundsätze einer Gesellschaft halten. Denn dank schier unbegrenzten Analysemöglichkeiten ist die schmale Grenze der Legalität schnell überschritten, wie aktuelle Beispiele zeigen: So verwundert es doch sehr, wozu ein führender E-Reader-Anbieter anhand des Leseverhaltens seiner Nutzer deren Intelligenz-quotienten berechnen muss; oder wie der weltweit größte Suchmaschinenbetreiber bereits vor der eigentlichen Suchanfrage eines Nutzers wissen kann, wonach dieser eigentlich suchen möchte.

Andere Beispiele gestalten sich zwar weniger gruselig, polarisieren jedoch ebenfalls: So hat ein Anbieter von Navigationsgeräten anonymisierte Geschwindigkeitsdaten an die niederländische Polizei weitergegeben, damit diese entscheiden konnte, an welchen Stellen sie ihre Radarfallen aufbaut. War dies eine gute oder schlechte Tat? Eine eindeutige Antwort darauf fällt schwer, denn einerseits sorgen Radarfallen für weniger Unfälle, andererseits kosten sie einen vielleicht nur für einen kurzen Moment unaufmerksamen Autofahrer eine Stange Geld.

Nicht zuletzt zeigen solche Beispiele, dass die Verantwortlichen im Big-Data-Umfeld noch viele offene Fragen beantworten müssen – und dabei nicht nur den gesunden Menschenverstand einschalten, sondern auch stets Fingerspitzengefühl für die Privatsphäre eines Menschen an den Tag legen sollten.

Bildquelle: Thinkstock/Digital Vision

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok