Quest lässt den Content selbst über die Nutzer entscheiden

Neue Identity- und Access-Managementlösung

Die künftige Identity-Managementlösung soll sich an den Inhalten der Dokumente orientieren, erklären Vertreter von Quest Software auf der Expertenkonferenz TEC in Frankfurt. Damit ließe sich auch die Sicherheit von Cloud-Anwendungen verbessern.

Steve Dickson, Quest

Steve Dickson, Vice President für das Produktmanagement bei Quest: „Eine besonders wichtige Rolle wird künftig das Identity- und Access-Management (IAM) spielen.“

Der Softwareanbieter Quest hat Technologien rund um das Management und den Schutz von IT im Programm. Dazu zählen Lösungen für die Anwendungsentwicklung, Migration, Administration oder das Performance Monitoring. Eine besonders wichtige Rolle wird aber künftig das Identity- und Access-Management (IAM) spielen, das machte Steve Dickson, Vicepresident für das Produktmanagement, im Gespräch auf der TEC-Konferenz deutlich. Im vergangenen Jahr hatte Quest den deutschen IAM-Spezialisten Völcker Informatik gekauft und sich damit laut dem Analystenhaus Kuppinger Cole in eine führende Position in diesem Markt gebracht. Derzeit arbeitet der Softwareanbieter an der Integration der erworbenen Technologie. „Wir befinden uns im Moment in der ersten Phase der Integration“, berichtet Dickson.

Wie in den anderen Technologiebereichen kooperiert Quest auch beim Thema IAM eng mit Microsoft. Der Anbieter fokussiert sich darauf, Active-Directory-Umgebungen um zusätzliche IAM-Funktionen zu erweitern. Denn „Active Directory stellt nur eine Basis dar“, meint Nick Nikols, der bei Quest als Vice President und General Manager für die Windows Business Unit zuständig ist. Informationen im Unternehmen zu schützen, sei ein sehr komplexes Problem.

Daher versucht der Anbieter, mit seiner Technologie nicht nur den Zugang zu den Applikationen zu kontrollieren, sondern auch den Zugriff auf die Informationen selbst. Die kommende Version der IAM-Lösung wird einen datenzentrischen Ansatz verfolgen. Will heißen: Das System analysiert den Inhalt eines Dokuments und entscheidet auf dieser Basis, ob ein bestimmter Nutzer darauf Zugriff erhält oder nicht. Wo das Dokument liegt, ist dabei unerheblich. Das System verwendet dazu unter anderem eine Technologie für die Klassifikation von strukturierten und unstrukturierten Informationen.

Compliance-Reporting stößt an seine Grenzen

In den Unternehmen gebe es viele verschiedenen Datenquellen, allen voran die Sharepoint-Umgebungen, erklärt Eckhard Völcker. Er ist Gründer von Völcker Informatik und seit der Übernahme bei Quest als Vicepresident und CTO für das Windows-Management tätig. „Keiner weiß mehr, wo welche Informationen liegen“, so Völcker. Noch dazu seien die unterschiedlichen Datenlager häufig nicht miteinander verbunden. „Klassisches Compliance-Reporting stößt dabei an seine Grenzen.“

Seiner Meinung nach sind daher intelligente Systemen nötig, welche die Daten aber auch den Kontext analysieren, in dem die diese geöffnet werden sollen. Die Lösung erkennt dabei zum Beispiel, wann und wo der Nutzer auf ein bestimmtes Dokument zugreifen möchte, welche Aktionen er vorher bereits ausgeführt hat oder wie viele weitere Schriftstücke er ebenfalls herunter geladen hat. All diese Informationen werden dann in die Entscheidungsfindung miteinbezogen. Solche kontextbezogenen Berechtigungen soll die kommende Version der IAM-Lösung ebenfalls unterstützen.

Da strukturierte und unstrukturierte Daten auf diese Weise ihre Zugriffsrechte quasi immer mit sich führen, kann eine solche IAM-Lösung laut Völcker auch einen wichtigen Beitrag leisten, um die Sicherheit in der Cloud zu gewährleisten. Die Einhaltung von Policies könne dann auch auf Cloud-Seite umgesetzt werden. „Wenn eine Firma für die Sicherheit eines Dokuments verantwortlich ist, so ist sie dies auch, wenn das Schriftstück beim Serviceanbieter liegt“, verdeutlicht Nikols. „Die Verantwortung lässt sich nicht auslagern.“ Vor allem ungeklärte Sicherheitsfragen hielten viele Firmen noch von der Nutzung von Cloud-Diensten ab, meint Völcker. „Ich hoffe, wir können das ein wenig ändern.“

Generell sieht Eckhardt das Hybridkonzept als das Zukunftsmodell für den Einsatz der Datenwolke – also die Kombination aus Private und Public Cloud. Unternehmen könnten dabei wählen, welche Daten und Anwendungen sie nach außen geben und welche sie in ihren eigenen Systemen halten möchten. „Es ist daher unser Ziel, mit jedem unserer Cloud-Produkte sowohl den Private- als auch den Public-Ansatz zu unterstützen“, sagt Völcker.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die Virtualisierungslösungen von Quest. Schließlich stellt die Servervirtualisierung eine Voraussetzung für die Private Cloud im Unternehmen dar. Daneben geht der Softwareanbieter aber auch die Virtualisierung von Desktops verstärkt an. „Wir sehen viele Möglichkeiten, das Management von Clients zu verbessern“, sagt Dickson. „Wir beschäftigen viele Mitarbeiter in diesem Bereich und haben Abteilungen zusammengelegt, um sowohl physische als auch virtuelle Desktops zu unterstützen.“

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