Statt leerer Büros:

Neue Nutzungskonzepte

Marius Jarzyna, Mitgründer und Geschäftsführer von Desknow, über seine Vision von smarter Office-Nutzung.

Marius Jarzyna

Marius Jarzyna, Mitgründer und Geschäftsführer von Desknow.

Aufwachen, Kaffee trinken und ab ins Homeoffice im Nebenzimmer. Manchmal nimmt man sich gerade mal die Zeit, sich umzuziehen. Doch mit der sichtbaren Rückkehr zu einer gewissen Normalität vermissen wir langsam unsere Büroroutine und vor allem unsere Kollegen. Die Frage ist: Wie geht es jetzt weiter? Eines ist sicher: Das Thema Workspace Management wird die Chefetage noch eine Weile auf ganz neue Weise beschäftigen. Denn wenn wir hoffentlich eines aus dieser außergewöhnlichen Zeit gelernt haben, dann ist es, dass wir Platz für neue, flexiblere Arbeitsmodelle und Raumkonzepte schaffen müssen.

Eine Studie von Linkedin News zeigt: Nur 4 Prozent wollen in Zukunft ausschließlich im traditionellen Büro arbeiten. Hingegen wünschen sich 73 Prozent der Befragten einen Mix aus beidem, also Hybrid-Work. Das bestätigt auch die Studie des Shift Collective. Demnach werden die neuen Arbeitsmodelle immer flexibler und ein Trend zum „3+2-Modell“, also drei Tage Remote-Arbeit und zwei Tage im Büro oder umgekehrt, ist zu erkennen. Kein Problem für junge Unternehmen, die sich schon früh damit auseinandergesetzt haben. Ganz anders sieht es aber bei mittleren und großen Unternehmen aus, die schon lange Großraumbüros haben und erst jetzt mit dieser Situation konfrontiert werden.

Aufgrund der Pandemie haben sich viele Unternehmen entschieden, teilweise oder ganz auf Remote-Arbeit umzustellen. Das bedeutet mehr ungenutzte Arbeitsfläche und in vielen Fällen hohe Kosten. Ein Grund, Büroflächen ganz abzuschaffen? Nicht wirklich, wie wir bereits festgestellt haben. Also wird eine andere Lösung benötigt. Das Hybridmodell gibt Menschen die Freiheit, ihren Arbeitstag neu zu organisieren. Allerdings funktioniert das nur, wenn dieses Thema von der Unternehmensführung vorangetrieben wird und Coworking- Spaces oder Büros für die Mitarbeitenden leicht und flexibel verfügbar sind.

Also wohin mit allen leer stehenden Büros? In Zeiten von Hybrid-Work bietet sich die Untervermietung einzelner Arbeitsplätze oder ganzer Räume als eine praktische und lukrative Lösung an. Dadurch verwaisen Büros nicht, werden zu einem multifunktionalen Treffpunkt und Ort des Austauschs und gleichzeitig zahlen Unternehmen nicht für die neue Flexibilität mit Leerstand. Die Nutzungsmöglichkeiten gehen jedoch weit darüber hinaus: Es geht darum, ganze Büros zu digitalisieren und die Raumkapazität in Echtzeit nachzuvollziehen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Seien wir ehrlich: Gewerbliche Flächen selbst unterzuvermieten ist kompliziert und den Aufwand oft nicht wert. Hier kommt die Digitalisierung ins Spiel – endlich. Je nach Rolle oder Organisation werden sich viele unterschiedliche Arbeitsmodelle durchsetzen. Arbeitsräume werden sich in kleinere, lebendige Arbeits- und Begegnungszentren verwandeln. Unternehmen benötigen deshalb eine digitale Lösung, mit der Office-Manager die Raumverfügbarkeit verfolgen und sowohl Mitarbeitende einzelne Arbeitsplätze oder ganze Etagen reservieren könnten. So können Manager zur Verfügung stehende Räume mit einem Klick auf den Markt bringen. Externe Parteien hätten die Möglichkeit, diese genau wie ein Zimmer auf Airbnb online zu buchen – mit verifizierten und überprüften Parteien.
 
Menschen brauchen persönliche Interaktion genauso wie Flexibilität. Hier bringen Digitalisierung und Hybrid-Work das Positive aller Arbeitsweisen zusammen. Wir sind nun in der Lage, den richtigen Arbeitsplatz für unsere Arbeit oder täglichen Aufgaben zu wählen. Auf diese Weise handeln wir nachhaltiger.

Bildquelle: Desknow

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