Sitz der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Stuttgart
Nach mittlerweile mehr als 15 Jahren umfassender Aktivität, sind die Onlineauftritte, Intranets und Spezialportale vieler Finanzinstitute reif für einen Genrationswechsel. Die nahtlose Integration von Websystemen und Kernbankapplikationen und damit der direkte Austausch von Informationen ermöglichtdie Verschlankung und Optimierung grundlegender Geschäftsprozesse. Dafür stehen heute leistungsfähige und standardisierte Technologien zur Verfügung, so dass sich immer mehr Unternehmen entschließen, einen Relaunch ihrer Portallösungen vorzunehmen. So auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).
Die vorhandenen Web-Systeme der LBBW waren historisch bedingt heterogen gewachsen und basierten auf unterschiedlichen, teilweise veralteten Technologien und Funktionalitäten. Zum Aufbau einer zeitgemäßen und effizienten Kommunikation implementierte die LBBW ein neues Content-Management-System (CMS), mit dem die vorhandenen internen und externen Unternehmensportale konsolidiert und modernisiert werden sollen. Zu diesem Zweck wurde auf Basis des neuen CMS eine zentrale Plattform entwickelt, die als einheitliches technologisches Fundament für den Neuaufbau sämtlicher Internet und Intranet-Auftritte der LBBW dient. Der Finanzspezialist entschied sich hier für den Einsatz des Content-Management-Systems FirstSpirit der Adesso-Tochter e-Spirit AG, das eine flexible Anbindung externer Systeme und fachbezogener Inhalte sowie die Einbettung in die vorhandene IT ermöglicht. Mit dem Wechsel auf diese einheitliche technologische Plattform wurde das Fundament für eine konsolidierte und moderne Portallandschaft gelegt.
Als erstes Projekt im Rahmen dieser Konsolidierung wurde in Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister Adesso das HR-Portal entwickelt. Dieses Portal bietet Mitarbeitern und Führungskräften der LBBW einen schnellen und direkten Zugang auf zahlreiche Kernfunktionalitäten aus dem Personalbereich. So können beispielsweise im Rahmen eines Employee Self Service (ESS) die Mitarbeiter ihren Gehaltsnachweis online ansehen oder Firmenwagenanträge eigenständig eingeben, Führungskräfte können als Manager Self Service (MSS) ihrerseits Aufgaben wie das Abrufen von Reports selbst vornehmen. In beiden Bereichen steht den Nutzern eine einheitliche browserorientierte Benutzeroberfläche zur Verfügung. Mittels Firstspirit wurden neue Inhaltsbereiche realisiert, so etwa die Beschreibung der vom HR-Bereich angebotenen Produkte und Dienstleistungen sowie Hilfeseiten für ESS/MSS-Eingabemasken.
Das neue HR-Portal der LBBW integriert sowohl Funktionen, die an den jeweiligen Nutzer gebunden sind und die individuell aus dem SAP-HR-System übernommen werden, als auch statische Inhalte, die als Kontext zu den HR-Informationen benutzerunabhängig von einer Redaktion erfasst und bearbeitet werden. Alle statischen Inhalte werden mit dem CMS verwaltet, dazu zählen Handlungsanweisungen für Mitarbeiter in bestimmten Rollen, Informationen wie Urlaubs- oder Feiertagsregelungen, Mitarbeiternews oder eine Wissensdatenbank mit Informationen über die rund 250 HR-Produkte, die im Rahmen der direkten Personalberatung zur Verfügung stehen. Die Fachabteilung kann diese Wissensbank im CMS selbst pflegen und weiterentwickeln. Für die Freigabe des Contents sind entsprechende Workflows definiert, die technisch sicherstellen, dass Dokumente nicht ungeprüft in das Portal gestellt werden. Je nach Thema müssen auch Compliance-Vorschriften oder auch Anforderungen des Personalrats berücksichtigt werden. Durch Einloggen und Authentifizierung wird der Zugang zu den individuellen Daten und zugleich zu den für den jeweiligen Benutzer geltenden rollen- oder gruppenspezifischen Inhalten frei geschaltet.
Das CMS wird von den 50 Redakteuren genutzt, die die Inhalte pflegen; gemäß der Rollen werden den Redakteuren die für die Erstellung und Publikation der Inhalte benötigten Funktionen zum Editieren und Freigeben zur Verfügung gestellt. Beide Systeme tauschen im Rahmen der Publikation auf der technischen Ebene Daten aus; das CMS überträgt veröffentlichte Inhalte und die Navigationsstrukturen in das Portal. Dort werden aus den übertragenen Daten Portalseiten erzeugt, die sich wie im Portal selbst angelegte Portalseiten verhalten; das heißt, dass alle Standardfunktionen, so beispielsweise die Suche, darauf angewendet werden können.
Aus technischer Sicht bestand die Herausforderung des Projekts in der Integration des neuen CMS in das SAP-System mit SAP-Enterprise-Portal, der Portaltechnologie von SAP. Diese kann Informationen aus SAP-HR in Form von Portlets (iViews) auf einem Portalserver zur Verfügung stellen, die auf Portalseiten platziert werden. Das CMS erzeugt mit den statischen Inhalten ebenfalls Portalseiten, die dann im SAP-Enterprise Portal miteinander verbunden werden.
Der Vorteil der mit Firstspirit realisierten Portalintegration liegt in der Übertragung der Verantwortung für die inhaltliche Gestaltung der Portale von der IT-Abteilung auf den Fachbereich. Das Einfügen eines neuen Menüpunktes mit einer Seite, auf der sowohl Inhalte angeboten werden, muss nicht die IT-Abteilung administrativ vornehmen, vielmehr gestalten die Redakteure diese Seiten selbst. Nach der Freigabe wird die Aktualisierung des SAP-Portals automatisch durchgeführt, ein Prozess, der in wenigen Minuten erledigt ist und keinen manuellen Eingriff mehr erfordert. Der vom CMS angebotene Integrationsansatz erlaubt darüber hinaus für weitere Ausbaustufen auch die Platzierung von Funktionen in Form von iViews im CMS selbst, so dass den Redakteuren auch die Kontrolle über das Angebot der Funktionen übertragen werden kann.
Adesso hat die Fachkonzeption auf Ebene von Firstspirit sowie die Integration in das Portal auf Basis des vorhandenen HR-Systems übernommen und die Lösung im Rahmen eines Festpreisprojekts umgesetzt; das Projekt wurde planmäßig innerhalb von sechs Monaten fertig gestellt. Im Projekt wurden die spezifischen Aspekte des HR-Portals und die eher allgemeinen CMS-Aspekte separiert. Für die allgemeinen Aspekte wie beispielsweise die redaktionellen Workflows wurden Konzepte entwickelt und umgesetzt, die dem Anspruch eines bankweiten Standards gerecht werden. Darüber hinaus hat Adesso die im Altsystem vorhandenen Inhalte aus den bestehenden HR-Seiten des LBBW-Intranets mittels einer speziellen Content-Migrations-Technologie weitgehend automatisiert in das neue Portal übernommen.
Das Projekt zeigt, dass über das technologische Basissystem fachliche Anforderungen mit dem Gesamtkonzept der zentralen Plattform optimal vereinbart werden können. Auf Basis der erfolgreichen Umsetzung des HR-Portals wurden bereits weitere kleinere Webportale konsolidiert; aktuell wird im nächsten großen Schritt das komplette neue Intranet der LBBW mit Firstspirit realisiert.
Über die LBBW
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) entstand zum 1. Januar 1999 durch Fusion dreier unterschiedlicher Institute und ist mit einer Bilanzsumme von etwa 417 Mrd. Euro (per 30.06.2010) sowie rund 13.000 Mitarbeitern im Konzern eines der größten deutschen Kreditinstitute. Die Hauptsitze sind Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Mainz. Zusammen mit ihren regionalen Kundenbanken BW-Bank, Rheinland-Pfalz Bank und Sachsenbank bietet die LBBW in annähernd 200 Filialen sowie durch Repräsentanzen in bedeutenden deutschen Städten alle Geschäftsarten einer modernen Großbank. Auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Stuttgart erfüllt die BW-Bank für die LBBW die Aufgaben einer Sparkasse.
www.lbbw.de