Conscious Quitting

Neues Phänomen wird zum Verhängnis

Mit Conscious Quitting lässt sich auf dem Arbeitsmarkt ein neues Phänomen beobachten, das voraussichtlich für viele Unternehmen zum Verhängnis werden wird, die sowieso bereits unter dem Fachkräftemangel leiden.

Frau schmeißt mit Papier um sich

Hinter Conscious Quitting bzw. Climate Quitting verbirgt sich ein Kündigungsphänomen vor dem Hintergrund, dass Mitarbeiter bei ihren Arbeitgebern z.B. nachhaltiges und soziales Engagement vermissen.

Besonders große Unternehmen haben einen enormen Einfluss auf die Umwelt und das Klima und tragen daher viel Verantwortung für deren Erhalt. Immer mehr Kunden, aber auch Arbeitnehmer fordern von Unternehmen klare Maßnahmen, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. Es geht sogar so weit, dass sich Mitarbeiter nach anderen Jobs umschauen, sollte die Unternehmensstrategie in Bezug auf das Klima und soziale Gerechtigkeit nicht ihren Werten entsprechen.

Darum muss das Thema „Conscious Quitting“ in HR-Abteilungen Einzug halten. Bei diesem Phänomen kündigen Mitarbeiter, weil die Werte ihres Arbeitgebers nicht mit ihren eigenen übereinstimmen. Es geht hierbei vor allem um Nachhaltigkeit, weshalb synonym oft der Begriff „Climate Quitting“ verwendet wird, doch auch soziale Gerechtigkeit und Engagement spielen eine Rolle.

Aber nicht nur kündigen aufgrund von Werten spielt inzwischen eine Rolle: Eine britische KPMG-Studie fand heraus, dass jede fünfte Person bereits einen Job abgelehnt hat, weil die ESG-Ambitionen des Unternehmens nicht mit ihren Vorstellungen übereinstimmten. In der Altersgruppe 18 bis 24 war es sogar ein Drittel der Befragten. Das ist ein deutliches Signal für Unternehmen, die nachhaltige Transformation zu priorisieren, wenn Arbeitssuchende sie aus diesen Gründen gar nicht erst in Betracht ziehen.

So vermeiden Unternehmen wertebasierte Kündigungen

Um Conscious Quitting vorzubeugen, können Unternehmen verschiedene Maßnahmen ergreifen. Dabei sollte natürlich immer im Vordergrund stehen, einen positiven gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Da das allerdings eine ziemlich große Aufgabe ist, kann es helfen, erstmal da anzufangen, wo Conscious Quitting entsteht: bei den Mitarbeitern – die sich aktiv einbringen wollen Wenn diese erkennen, dass der Arbeitgeber Zeit und Mühe in positive Veränderungen investiert, oder sogar aktiv daran teilhaben, wird die wertebasierte Kündigung unwahrscheinlich. Dabei ist es besonders wichtig, mit den Angestellten in Dialog zu treten und sie aktiv in Change-Prozesse, wie die nachhaltige Transformation, einzubeziehen, beispielsweise durch Task Forces. Durch die Möglichkeit, Ideen und Denkanstöße zu teilen, können die Mitarbeiter ihre eignen Wertvorstellungen ins Unternehmen tragen und sich als wertvollen Teil der Unternehmenskultur wahrnehmen. Gleichzeitig profitiert das Unternehmen von der gesammelten Brain-Power.

Um neue Denkanstöße zu setzen und Mitarbeiter zu motivieren, sollten Unternehmen Weiterbildungen anbieten. Das kann z.B. in Form von Schulungen im Bereich „Umwelt und Klima“ geschehen, wie sie die Axa Climate School auch anbietet. Diese vermitteln den Mitarbeitern Wissen auf drei Ebenen: wissenschaftliche Grundlagen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Know-how über die nachhaltige Transformation auf Unternehmensebene und Auswirkungen der nachhaltigen Transformation auf unterschiedliche Jobs in Unternehmen. Gut informierte und geschulte Mitarbeiter können positive Impulse setzen und realistische, sinnvolle Ideen in den Arbeitsalltag einbringen. So werden sie in die nachhaltige Transformation einbezogen und wissen, was ihr Arbeitgeber bereits leistet und wo die Prioritäten liegen. Denn, wenn Weiterbildungen und Conscious Quitting ernst genommen werden, dann profitiert auch der Arbeitgeber. Wie eine Studie von Microsoft aus dem Jahr 2022 zeigt: Durch neu erworbene Skills von Mitarbeitern im Bereich der Nachhaltigkeit profitiert auch das Unternehmen und wappnet sich für die Zukunft.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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