Rolf Koch, Vorstandsvorsitzender der BBV
Das Vertriebsportal der BBV ist in die Jahre gekommen: Nach acht Jahren Einsatz bemängeln erste Nutzer eine nicht mehr zeitgemäße Bedienung. Gleichzeitig ist der Wartungsaufwand aufgrund veränderter Anforderungen und des wachsenden Funktionsumfangs ständig gestiegen. Damit bleibt immer weniger Raum, neben den laufenden Projektanforderungen dringend erforderliche Systemanpassungen wirtschaftlich sinnvoll umzusetzen. Jetzt handelt die BBV und hat sich für eine grundlegende Neujustierung des Systems entschieden. Die zukunftsgerichtete Lösung heißt BBV4all.
BBV4all steht für eine serviceorientierte Architektur (SOA) und soll den Bedarf des eigenen Vertriebs ebenso abdecken wie die Anforderungen ungebundener Vermittler. Für die Entwicklung gehen die Delvin GmbH, die IT-Dienstleistungstochter der BBV, und die iS2 AG ein Joint Venture ein. und gründeten die IS20 GmbH. Hier arbeiten beide Firmen von Anfang an eng zusammen: Konzeption, Planung, Realisierung und Einführung des neuen Systems gehen Hand in Hand. Die Entwicklungszeit soll zwei Jahre betragen. Bis zum vierten Quartal 2011 erfolgt eine ausführliche Konzeption, der dann eine schrittweise Umsetzung in Teilprojekten folgt. Die Ergebnisse werden sukzessiv als neue bzw. modernisierte Bestandteile des BBV-Portals in Betrieb genommen. Mitte 2013 soll das Projekt abgeschlossen sein.Michael Brand, Geschäftsführer der Delvin GmbH, erläutert die Entscheidung für iS2: „Beide Seiten bringen hohe Expertise in die Partnerschaft ein. Für uns war darüber hinaus entscheidend, dass wir einen zuverlässigen Partner gewinnen konnten, der mit den Prozessen in unserem Haus vertraut ist. Gerade weil es sich um ein sehr komplexes Projekt handelt, ist es wichtig, Projektrisiken und -aufwand kalkulierbar zu halten.“ Beide Unternehmen verfügen bereits über mehrjährige Erfahrungen aus der gemeinsamen Realisierung neuer Vertriebslösungen. Der „BBV-Planer“ mit Modulen für Beratung, Tarifierung, Angebot, Antrag und Bestandsübersicht wurde 2003 gemeinschaftlich entwickelt und seitdem ständig aktualisiert.
Der Mehrwert des künftigen Portals ist klar definiert: ein hoher Nutzen für die Anwender im Vertrieb, automatisierte Prozessunterstützung für Partner und kalkulierbarer Wartungsaufwand mit kurzen Zyklen. Zwei wesentliche Anforderungen im Zuge der strategischen Neuausrichtung sind deshalb die Bereiche Wartungseffizienz und Ergonomie bzw. User Experience. Hier setzt das Projekt Standards und die Oberflächenkonzepte von iS2 ein.
Im Rahmen des Projektes werden auch Bestandsverwaltung und -auskunft, Services für die Vertriebsunterstützung sowie das Angebots- und Antragssystem modernisiert und alle Schnittstellen am BiPRO-Standard ausgerichtet. Darüber hinaus wird das Frontend modernisiert, für die eigene Ausschließlichkeitsorganisation ebenso wie für die ungebundenen Vertriebspartner der BBV. Brand fasst zusammen:„Wir werden neben neuen Oberflächen für PCs und Notebooks auch die technische Basis für die Nutzung mit neuen Endgeräten wie Smartphones und Tablet-PCs schaffen. Maklern wollen wir darüber hinaus zukünftig Services nach dem BiPRO Standard zur Einbindung in ihre Systeme zur Verfügung stellen.“
Das Joint Venture profitiert von iS2-Standardmodulen und dem Oberflächenkonzept iService-Framework zum Aufbau modularer Applikationen. Die Technik dieser Komponenten hat sich bereits bei Vertriebsportalen von anderen Versicherungen bewährt. „Wir setzen auf Standardisierung“, so Thomas Wolf, Vorstand der iS2 AG. „Alle Bausteine sind flexibel einsetzbar und im Pflege- und Wartungsaufwand hundertprozentig kalkulierbar.“ Thomas Wolf skizziert die flankierenden Projekte von iS2: „Aktuell entwickeln wir mit ‚myOase‘ ein eigenes Portalframework, das zugleich als Basis für BBV4all dient. So erweitern wir in der Zusammenarbeit mit der BBV unser Leistungsspektrum zur Abdeckung von Prozessen im Versicherungsbetrieb.“
Die Verknüpfung bereits vorhandener und neuer Funktionen wird das BBV-Vertriebsportal komplettieren. In der Serviceschicht I werden folgende Prozesse unter Nutzung der BiPRO-Normen bereitgestellt:
• Tarifierung, Angebot und Antrag
• Kunden- und Bestandsinformationen (Auskunft und Pflege)
• Bereitstellung und Übertragung von Dokumenten
• Verarbeitung von Störfallinformationen
In der Client-Schicht II bereiten unterschiedliche Systeme die Funktionen und Informationen aus der Serviceschicht anlassorientiert auf. Das gilt für das eigene Vertriebsportal ebenso wie für Partnersysteme und Offline-Anwendungen. Für die Zukunft öffnen sich damit Optionen zur Unterstützung weiterer Systeme oder neuer Geräteklassen.
Rolf Koch, Vorstandsvorsitzender der BBV, knüpft hohe Erwartungen an das neue Portal: „Damit stellen wir für Mitarbeiter wie Partner eine funktionsstarke, robuste und dynamische Plattform bereit. Sie wird allen kommunikativen, technischen und organisatorischen Anforderungen gerecht werden, und das bei zugleich reduziertem Pflegeaufwand. Dieser wird nach Abschluss des Joint Venture übrigens wieder vollständig von unserer IT-Tochter Delvin übernommen werden.“