Interview mit Achim Kraus, Palo Alto Networks

Noch viele Löcher im Unternehmensnetzwerk

Interview mit Achim Kraus, Senior Consultant Strategic Accounts bei Palo Alto Networks, über aktuelle Sicherheitsrisiken und den neuen Firewall-Service WildFire

IT-DIRECTOR: Worin liegen derzeit die größten Sicherheitsrisiken für Unternehmen?
Achim Kraus:
Moderne Malware ist eindeutig ein massives Problem. Die hochspezialisierten Angriffe zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie sehr zielgerichtet und in ihrer Art bislang völlig unbekannt sind. Sie bringen jegliches Netzwerk zum Stillstand. Wer hier keinen funktionierenden Schutz hat, sieht ganz schön alt aus. In Zeiten hoch aufgehängter Hackerangriffe muss jedes Unternehmen, das in seinem Sicherheitskonzept auch kleinere bis mittelgroße Network-Security-Produkte für Niederlassungen einbeziehen will, Risiken für das Netzwerk neu abwägen. Wir raten zu einer Netzwerksicherheitstechnologie, die alle Richtlinien einhält und unternehmensweit durchsetzt.
 
IT-DIRECTOR: Wie sieht der Schutz Ihrer Meinung nach aus?
A. Kraus:
Wir setzen auf unseren neuen Firewall-Service WildFire, der mit einer speziellen cloud-basierten Analysis Engine vor Malware schützt.  Der Firewall-Service identifiziert unbekannte Dateien, indem diese direkt bzw. automatisch in eine virtuelle und cloud-basierte Umgebung verlagert werden. Dort werden die Dateien auf Malware-Merkmale untersucht. Wird eine schädliche Datei entdeckt, generiert Palo Alto Networks automatisch neue Signaturen, die wiederum bei regelmäßigen Signatur-Updates mitgeliefert werden. Darin enthalten sind eine exakte Analyse sowie detaillierte Informationen dazu, wie sich die Malware verhält, wer durch sie angegriffen wurde sowie welche Applikation betroffen war. Der Service verringert deutlich die Time-To-Protection für alle Anwender – dies ist möglich durch die enge Integration der Firewall mit der cloud-basierten Engine. Indem wir bereits vorhandene Technologien wie Sandboxing und cloud-basierte Malware-Analyse mit den Fähigkeiten einer Next Generation Firewall kombinieren, können Unternehmen eine neue Art von Netzwerksicherheit nutzen.
 
IT-DIRECTOR: Schaffen denn Anti-Malware-Lösungen das nicht auch?
A. Kraus:
Über die vergangenen Monate wurde WildFire bei einer Vielzahl von globalen Beta Test Sites implementiert – mit interessanten Ergebnissen. So ziemlich jede Testseite hat eindringende Malware identifiziert, die bisher nicht in der Industrie bekannt bzw. identifiziert wurde. 57 Prozent der Malware wurden mit herkömmlicher Anti-Malware-Lösungen nicht erkannt oder waren nicht abgesichert. Daraus lässt sich gut ablesen, wie viele Löcher das Unternehmensnetzwerk noch aufweist.
 
IT-DIRECTOR: Gilt dieser Schutz auch für Apple-Geräte?
A. Kraus:
Ja, gerade dies ist uns ein besonderes Anliegen. In der Tat haben wir eine erweiterte Version von GlobalProtect , das ab sofort jegliche Apple iPads, iPhones sowie alle anderen Apple OS-X-Geräte, die auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen, schützen. Das ist eine Ergänzung zum Schutz jeglicher Microsoft Windows-Geräte. Hinter GlobalProtect liegt eine Remote-Access-Technologie, mit der Unternehmen die gleiche Transparenz und Kontrolle sowie die Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien über die Firewall für alle Nutzer-Netzwerkverbindungen gewährleisten können – unabhängig davon, von wo auf das Netzwerk zugegriffen wird.
 
IT-DIRECTOR: Wie muss man sich das technisch genau vorstellen?
A. Kraus:
Wir befähigen Kunden, mit Hilfe eines logischen Parameters, Policies und Restriktionen voneinander zu trennen. Mit dem Wissen, welche Anwendungen im Netzwerk durch welche Benutzer verwendet werden, können Administratoren einfach und schnell ein Regelwerk umsetzen, das nicht nur zwischen „zulassen“ (allow) oder „verweigern“ (deny) differenziert, sondern schnell und flexibel ihre Policy erstellen. So lässt sich Malware blockieren, Geschäftsanwendungen nach Sicherheitsrisiken durchsuchen und die sichere Nutzung von Anwendungen für die Nutzer garantieren – unabhängig von Ort und Gerät des Nutzers. Regelwerke und Policies bleiben konstant und wertvolles Know-how ist global gesichert.
 
IT-DIRECTOR: Sind damit auch verteilte Umgebungen über verschiedene Standorte und Niederlassungen hinweg abgesichert?
A. Kraus:
Seit neuestem ja, denn wir haben mit der PA-200 eine kleine Firewall für alle Niederlassungen eines Unternehmens vorgestellt. Ab sofort kann in allen Niederlassungen das gleiche Applikationsschutzniveau wie in der Unternehmenszentrale geboten werden. Die neue kompakte PA-200 kann zentral verwaltet werden, bietet alle Firewall-Fähigkeiten und hat einen Durchsatz von 100 Mbps.

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok