Katz-und-Maus-Spiel mit Hackern
Im Report „Pacific Rim“ schildert Security-Anbieter Sophos detailliert ein jahrelanges Katz-und-Maus-Spiel aus Angriffs- und Verteidigungsoperationen mit mehreren staatlich unterstützten Cybercrime-Gruppierungen aus China. Im Fokus der Attacken standen dabei Cybersicherheits-Perimetergeräte, darunter Sophos Firewalls.
Die Angreifer nutzten neuartige Exploits und maßgeschneiderte Malware, um Tools zur Überwachung, Sabotage und Cyberspionage in die Zielsysteme einzubetten, die sich zudem mit Taktiken, Tools und Verfahren (TTPs) bekannter chinesischer Gruppen wie Volt Typhoon, APT31 und APT41 überschnitten. Die Gegner nahmen vor allem in Süd- und Südostasien sowohl kleine als auch große kritische Infrastrukturen und Regierungsziele ins Visier, darunter Kernenergielieferanten, den Flughafen einer Landeshauptstadt, ein Militärkrankenhaus, den Staatssicherheitsapparat und zentrale Ministerien.
Im gesamten pazifischen Raum neutralisierte Sophos X-Ops, die Cybersicherheits- und Threat-Intelligence-Abteilung des Unternehmens, die Bewegungen der Gegner und entwickelte Verteidigungs- und Gegenoffensiven. Nachdem Sophos erfolgreich auf die ersten Angriffe reagiert hatte, verstärkten die Gegner ihre Bemühungen und holten erfahrenere Operatoren hinzu. Im Lauf der anschließenden Auseinandersetzung entdeckte Sophos ein riesiges, gegnerisches Cybercrime-Ökosystem.
Sophos veröffentlicht nun die Gesamtanalyse der letzten fünf Jahre, um das Bewusstsein für die Hartnäckigkeit chinesischer Hacker und deren Fokus auf die Kompromittierung von ungepatchten oder End-of-Life-Geräten im Netzwerkperimeter zu stärken. Sophos fordert alle Organisationen auf, mit absoluter Priorität Patches für Schwachstellen einzuspielen, die in ihren mit dem Internet verbundenen Geräten entdeckt wurden, sowie alle älteren, nicht mehr durch Updates unterstützte Geräte auf aktuelle Modelle zu migrieren..
„Die heutige Realität ist, dass Geräte am Netzwerkperimeter zu äußerst attraktiven Zielen für chinesische Staatshacker wie Volt Typhoon und andere geworden sind“, so Ross McKerchar, CISO bei Sophos. „Die Gruppen verschleiern und unterstützten ihre Attacken durch sogenannte Operational Relay Boxes (ORB), die zum Beispiel über kompromittierte IoT-Geräte zum Einsatz kommen. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die direkte Spionage oder die indirekte Ausnutzung von Schwachstellen für zukünftige Angriffe mit entsprechenden Kollateralschäden, da auch Organisationen getroffen werden, die ursprünglich keine Zielscheibe waren.“
„Jüngste Hinweise der CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency) haben deutlich gemacht, dass chinesische Gruppen zu einer ständigen Bedrohung für die kritische Infrastruktur vieler Nationen geworden sind“, fährt McKerchar fort. „Was wir oft vergessen, ist, dass kleine und mittlere Unternehmen – also diejenigen, die den Großteil der Lieferkette für kritische Infrastrukturen ausmachen – Ziele sind, da sie oft die schwächsten Glieder in diesem Geschäftssystem sind. Leider verfügen diese Organisationen oft über weniger Ressourcen, um sich gegen solch komplexe Bedrohungen zu verteidigen.“
Den gesamten Report mit zahlreichen Details gibt es unter www.Sophos.com/pacificrim
Bild: Pete Linforth / Pixabay