Aspekte wie Datenschutz und Transparenz spielen eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Vertrauenswürdigkeit einer KI
„Ein wichtiges Augenmerk wird die Bundesregierung auf Ethikaspekte in der Normung und Standardisierung für KI in autonomen Maschinen und Fahrzeugen setzen”, hieß es bereits in der KI-Strategie der Bundesregierung, die im November des vergangenen Jahres enthüllt wurde. Eine aus 52 Experten und Expertinnen bestehende Arbeitsgruppe der EU-Kommission demonstriert nun mit den neuen Leitlinien, was sich konkret hinter dieser Formulierung verbirgt. So beschäftigen sich die Ethikleitlinien über eine Länge von 36 Seiten u.a. mit der Formulierung von Grundlagen von für eine vertrauenswürdige KI, der Anwendung von KI unter ethischen Vorzeichen sowie den damit einhergehenden Chancen und Risiken.
Die Positionen basieren auf sieben grundlegenden Voraussetzungen, die vertrauenswürdige Anwendung von KI ermöglichen sollen. Diese besagen etwa, dass KI die Autonomie der Menschen nicht verringern, beschränken oder fehlleiten darf. Darüber hinaus spielen Aspekte wie Datenschutz, Transparenz, Rechenschaftspflicht und Nichtdiskriminierung spielen eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Vertrauenswürdigkeit einer KI. Die Kommission will nach der Bestimmung dieser Anforderungen nun eine umfangreiche Pilotphase gehen, um Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen von Interessengruppen aus der Praxis zu erhalten. Daraus soll sich schließlich ein internationaler Konsens zum Aufbau einer menschenzentrierten Künstlichen Intelligenz ergeben.
In der Expertengruppe der EU-Kommission finden sich neben unabhängigen Forschern und Wissenschaftlern auch zahlreiche Vertreter großer Digitalkonzerne wie Google, SAP oder IBM. Achim Berg, der als Präsident des Branchenverbandes Bitkom die Interessen dieser Konzerne vertritt, begrüßt den Vorstoß prinzipiell. Zugleich mahnt Berg aber auch, dass man in Deutschland und Europa aufpassen müsse, nicht nur über KI zu diskutieren, sondern sie auch anzuwenden.
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