Zurückhaltung bei Social Media

„Probieren geht über Studieren“

Eine Umfrage von Damovo zeigt: Social Media ist noch nicht überall in den deutschen Unternehmen angekommen. Große Firmen sind noch nicht so aktiv wie kleine, und Unternehmen aus dem B2C-Bereich sind deutlich Social-Media-affiner als Firmen aus dem B2B-Bereich.

  • Carl Mühlner, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Damovo

  • Jürgen Signer, Geschäftsführer der Aastra Germany Group

  • Salvatore Maimone, Leiter Channel Group bei Avaya in DACH

  • Prof. Dr. Lothar Rolke, Professor für BWL und Unternehmenskommunikation an der FH Mainz

Damovo, Integrations- und Servicepartner für UCC-Lösungen (Unified Communications and Collaboration), hat auf den Nürnberger Mailingtagen eine Befragung unter 200 Marketing- und Vertriebsexperten durchgeführt. Das Thema: „Unternehmenskommunikation 3.0 – Telefonieren Sie noch oder kommunizieren Sie schon? Status quo deutscher Unternehmen“. Eines der wichtigsten Resultate der Umfrage: Große Unternehmen verhalten sich abwartend bei der Nutzung von Social Media. 41 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind schon bei Social Media aktiv. 59 Prozent der Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern nutzen Social-Media-Plattformen, bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern sind es 43 Prozent. Mögliche Ursachen für die Vorreiterrolle kleiner Unternehmen sind laut Damovo flachere Hierarchien, flexiblere Unternehmensstrukturen und schnellere Entscheidungswege. Oft seien kleine Unternehmen für neue Technologien aufgeschlossener als große Organisationen, die Gefahr laufen, wichtige Trends zu verpassen.

Facebook wird von fast allen befragten Unternehmen aus dem B2C-Bereich (93 Prozent) eingesetzt, während für Unternehmen aus dem B2B-Bereich Xing (71 Prozent) die wichtigste Plattform darstellt. Bei Twitter sind mit 47 Prozent (B2C-Unternehmen) bzw. 46 Prozent (B2B-Unternehmen) keine Unterschiede erkennbar. Bei Youtube (43 Prozent vs. 32 Prozent) und Blogs (37 Prozent vs. 20 Prozent) dagegen dominieren ganz eindeutig wieder die B2C-Unternehmen. Eine mögliche Ursache für die Unterschiede zwischen B2C- und B2B-Unternehmen: B2C-Unternehmen sind endverbrauchergetrieben, achten darauf, was ihre Kunden denken und halten sich schneller dort auf, wo sich ihre Zielgruppe befindet. Daher sind sie bei der Zielgruppenansprache über Social Media den B2B-Unternehmen einen Schritt voraus. Das zeigt sich laut Umfrage auch bei einem Vergleich der Einsatzgebiete von Social-Media-Plattformen. Sei es Imagebildung, Austausch mit Kunden, zusätzlicher Informationskanal, Network oder Kundenakquise – B2C-Unternehmen haben mit Ausnahme der Kundenakquise in allen anderen Bereichen einen Vorsprung.

„Social Media ist dabei, die Art und Weise zu verändern, wie Unternehmen mit ihren Kunden kommunizieren. Das gilt sowohl für B2C- als auch für B2B-Unternehmen“, sagt Carl Mühlner, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Damovo in Düsseldorf. „Statt theoretische Überlegungen anzustellen, was sein könnte und welche möglichen Hindernisse es gibt, lautet mein Rat: ausprobieren.“ Gleicher Meinung ist Jürgen Signer, Geschäftsführer der Aastra Germany Group. Jedoch vermisst er noch ein wenig die Neugierde der Unternehmen bzgl. der neuen Kommunikationswege: „Viele Unternehmen probieren nur Teilaspekte aus, wobei nur wenige auf eine Strategie zurückgreifen – gerade auch im Mittelstand. Wer sich jedoch mit einer Strategie auseinandersetzt, wird überrascht sein über die zahlreichen Möglichkeiten.“ Und Salvatore Maimone, Leiter Channel Group bei Avaya in der DACH-Region, fügt an: „Wir bekommen zwar viele Ausschreibungen, d.h. die Unternehmen informieren sich über die Möglichkeiten, aber nur ein ganz geringer Teil wird letztendlich realisiert.“ Er führt dies auf die noch allgemein herrschende Unsicherheit zurück. Doch betont er: „Unternehmen können es sich gar nicht mehr leisten, Social Media außen vor zu lassen.“

Laut Carl Mühlner von Damovo sollten Unternehmen ein klar definiertes Projekt aufsetzen, Ziele definieren und testen, welche Social-Media-Plattformen am besten zu ihnen und ihren Kunden passen. „Wer sich das nicht alleine zutraut, sollte den Rat und das Know-how von Experten hinzuziehen, die über Erfahrungen mit der Umsetzung und dem Einsatz von Social-Media-Plattformen sowie der Integration in umfangreiche Unified-Communications- und Collaboration-Lösungen verfügen.“ Jene Unternehmen, die es am besten verstehen, mit den Änderungen Schritt zu halten, werden am Ende einen klaren Wettbewerbsvorteil haben. Prof. Dr. Lothar Rolke, Professor für BWL und Unternehmenskommunikation an der FH Mainz, sieht im Konglomerat aus Smartphones, E-Mailing und Web 2.0 jedenfalls eine große Chance. Allerdings gebe es bei UCC-Projekten keine Blaupause auf strategischer Ebene, so Rolke. „Wir müssen uns hier auf experimentelles Lernen einstellen.“

Info:
Bei der Umfrage von Damovo wurden Unternehmen aus Branchen wie Dienstleistungen, produzierendes Gewerbe, Handel, Informations- und Telekommunikationstechnologie, Transportwesen, Banken und Versicherungen, Gesundheitswesen und Bauindustrie berücksichtigt. 42 Prozent der Befragten kamen aus Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern, 34 Prozent aus solchen mit bis zu 500 Mitarbeitern und 24 Prozent aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Zum größten Teil sind die Befragten im B2B-Umfeld tätig (56 Prozent).

www.damovo.de
www.aastra.de
www.avaya.com
www.fh-mainz.de

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