Patrick Tickle, Chief Product Officer bei Planview, berichtet über verschiedene Einsatzmöglichkeiten einer Projektportfoliomanagement-Lösung
IT-DIRECTOR: Herr Tickle, welche Entwicklungen sehen Sie für dieses Jahr im Projektportfoliomanagement (PPM)-Markt?
P. Tickle: Während die IT weiterhin Projektportfoliomanagement-Technologien am dynamischsten und intensivsten einsetzt, stellen die Anwender in den Fachbereichen einen sehr großen Wachstumsmarkt dar. Immer mehr Fachbereiche befassen sich verstärkt mit dem Einsatz von Ressourcenmanagement, Kapazitätsplanung und Portfoliomanagement, um damit den Umsatz steigern, Kosten senken und Risiken minimieren zu können.
IT-DIRECTOR: Warum sollten Unternehmen Fähigkeiten und Know-how in den Bereichen Ressourcenmanagement und Kapazitätsplanung auf- beziehungsweise weiter ausbauen?
P. Tickle: Kurz gesagt arbeiten wir in einem Wettbewerbsumfeld, in dem die Ressourcen begrenzt sind und der Druck höher als je zuvor ist, aus diesen limitierten Ressourcen das maximale Ergebnis zu erzielen. Die Kunden fordern kürzere Innovationszyklen und dabei werden feste oder sinkende Budgets weiterhin der Regelfall sein. Unter diesen Bedingungen wird das Optimieren von Ressourcenmanagement und Kapazitätsplanung zur Kernkompetenz.
IT-DIRECTOR: Was sind die wichtigsten Elemente oder Kriterien hinsichtlich Ressourcenmanagement und Kapazitätsplanung? Und was benötigt ein Unternehmen, um diese umsetzen zu können?
P. Tickle: Sehr vereinfacht ausgedrückt, beginnt es mit der klassischen Aufgabe hinsichtlich Angebot und Nachfrage. Die Unternehmen müssen zunächst einmal die Nachfragebedingungen verstehen. Mit welchen Chancen und Anforderungen sind wir konfrontiert? Wie setzt sich die Nachfrage, das Nachfrageportfolio, zusammen – und zwar im gesamten Spektrum von strategischen Aufgaben bis hin zu Wartungsaufgaben? Dann geht es um die Kapazitäten und das Verständnis, dass nicht alle Kapazitäten beliebig austauschbar sind und Kapazität außerdem in unterschiedlichsten Formen auftritt. Der Kern des Ressourcenmanagements besteht nun darin, dass ein Unternehmen seine Kapazitäten mit der Nachfrage in Einklang bringt.
IT-DIRECTOR: Wenn Sie die Kapazitätsplanung betrachten: Was muss ein Unternehmen berücksichtigen im Hinblick auf beispielsweise Daten, Informationen und andere Anwendungen, die integriert werden müssen?
P. Tickle: Bei der Kapazitätsplanung benötigen Unternehmen die grundlegenden Daten, um Angebot und Nachfrage beschreiben können. Die Nachfrage kann in Form von Projekten, Wartungsarbeiten, strategische Initiativen etc. auftreten. Zur Kapazität zählen Mitarbeiter, Rollen, Teams, Fähigkeiten sowie finanzielle Mittel. In vielen Fällen kann das PPM-System das führende System zum Sammeln und Speichern dieser Arten von Daten sein, allerdings ist eine Anbindung an HR- und Finanzmanagementsysteme am häufigsten.
IT-DIRECTOR: Können Sie Beispiele von Unternehmen anführen, die etwa ein Ressourcenmanagement für ein Portfolio von mehr als 1.000 Projekten betreiben? Worin liegen die entsprechenden wirtschaftlichen Vorteile für die Unternehmen?
P. Tickle: Es gibt zahlreiche wirtschaftliche Vorteile, aber im Endeffekt geht es immer um das Priorisieren und die Nutzung begrenzter Ressourcen zur Erzielung des maximalen Nutzens. Diese Wertschöpfung kann zu zusätzlichem Umsatz führen. Zum Beispiel, durch die richtige Markteintrittszeit für ein neu eingeführtes Produkt, das dadurch einen Wettbewerbsvorteil erzielt, durch das Angebot von neuen IT-Systemen für ausgereiftere oder rationellere Geschäftsprozesse oder dadurch, dass ein Unternehmen die Projekte verfolgt, die das Anwendungsportfolio optimieren. Letztendlich führen wirtschaftliche Vorteile immer wieder zu steigenden Umsätzen, geringeren Kosten oder zu einem effektiveren Risikomanagement.