Durch agile Projektmanagement-Software können Entwicklungs- und Geschäftsziele aufeinander abgestimmt werden, sodass jeder zu jeder Zeit den aktuellen Projektstatus einsehen kann.
Die heutige komplexe und hart umkämpfte Marktumgebung unterliegt rasanten Veränderungen. Unternehmen müssen unter unsicheren Bedingungen neue Wege finden, um Produkte zu entwickeln und einzuführen. Dies erfordert engagierte Mitarbeiter, die agile Methoden nutzen, um sich schnell an Änderungen anzupassen und so besser auf sie reagieren zu können. Agile Methoden ermöglichen nachweislich einen schnelleren Markteintritt, reduzieren Kosten und sorgen zudem für Produkte, die den Kundenanforderungen besser entsprechen. Laut eines Berichts des IT-Beratungsunternehmens Standish Group aus dem Jahr 2011 führen agile Methoden zu einer dreimal so hohen Erfolgsquote wie die traditionelle Wasserfallmethode und verursachen dabei weniger Zeit- und Kostenüberschreitungen.
Wie sieht diese traditionelle Arbeitsweise aus? Die Manager eines Unternehmens verbringen viel Zeit damit, Anforderungen für ein neues Produkt oder Dienstleistung zu definieren. Diese werden an die Entwicklungsabteilung und an die Bereiche Integration, Produkttest, Produktion und Produktpflege weitergeleitet. Während der langen Entwicklungsphasen haben sich die Kunden und der Markt schon so grundlegend verändert, dass die ursprünglichen Anforderungen nicht mehr gelten. Die Mitbewerber allerdings bringen derweil unerlässlich Produkte und Updates auf den Markt, während das eigene Unternehmen Marktanteile sowie Zeit und Geld verliert.
Agile Methoden lösen dieses Problem, indem Funktionalitäten frühzeitig und schrittweise auf den Markt gebracht und dabei den größten Nutzen für die Kunden und das eigene Unternehmen priorisieren. Anstatt mit langwierigen Entwicklungs- und Testzyklen zu arbeiten, gliedern funktionsübergreifende Teams das Projekt in kleinere Teile und bringen nach und nach getestete und funktionsfähige Features auf den Markt. Agilität gibt so allen Beteiligten die Möglichkeit, basierend auf regelmäßigen Tests, Feedback zu geben. Die Folge: Unternehmen können sich schnell an veränderte Marktbedingungen anpassen.
Durch die agile Entwicklung können Projektmanager Entwicklungs- und Geschäftsziele genau aufeinander abstimmen, sodass jeder zu jeder Zeit den Projektstatus kennt und genau weiß, was die jeweiligen Teams benötigen. Je mehr man weiß, desto einfacher können Prognosen, Planungen, Budgets und Ressourcen neu definiert werden. So kann auch die Unternehmensführung in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden und die Rentabilität früh erkennen.
Ein anderer Nachteil von traditionellen Entwicklungsmethoden liegt selbst bei guter Projektplanung darin, dass Informationen irreführend sein können. Bereits abgeschlossen geglaubte Designs oder Codierungen wurden noch nicht getestet und der Kunde hat sie noch nicht zu Gesicht bekommen. Bei einem agilen Projekt bedeutet „fertig“ wirklich fertig: es funktioniert, es ist getestet, es ist integriert und der Kunde hat es für gut befunden. Dies bedeutet, dass Projektmanager jederzeit einen aktuellen Einblick in den Projektfortschritt sowie Zugriff auf exakte und aktuelle Informationen haben.
Der erste Schritt zur Einführung agiler Methoden in ein Unternehmen ist die Identifizierung, Benennung und umfassende Kommunikation der Gründe. Was läuft so sehr schief, dass das Unternehmen sich auf diese Reise begeben muss? Welche Vorteile können die agilen Methoden bringen? Geht es um eine schnellere Markteinführung? Eine bessere Wettbewerbsfähigkeit? Wenn diese grundlegenden Fragen beantwortet sind, lassen sich die Mitarbeiter zu Veränderungen anregen.
Ein organisatorischer Wandel kann sehr schwierig sein. Es geht darum, die Einstellung aller Mitarbeiter zu ändern und damit die Art, wie das Unternehmen agiert. Die Geschäftsführung muss bereit sein, die Unternehmenskultur anzupassen. Dies bedeutet auch, Fehler zuzugeben und aus ihnen zu lernen. Es könnte hilfreich sein, Berater hinzuzuziehen, die agile Methoden bereits in anderen Unternehmen umgesetzt haben. Auf diese Weise lassen sich übliche Fehler vermeiden. Es ist zudem wichtig, mit anderen Unternehmern zu sprechen, die den Prozess bereits umgesetzt haben.
Die wichtigsten Grundsätze agiler Methoden sind Zusammenarbeit, Transparenz und Lernen. Sie bringen Menschen dazu, Tag für Tag erfolgreich miteinander zu arbeiten, zu kommunizieren und ermöglichen einzelnen Mitarbeitern, eigene Entscheidungen zu treffen und damit mehr Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.
Agilität wird in der Geschäftswelt immer mehr zum Mainstream. Daher wird es neben großen Erfolgen auch Misserfolge geben. Das A und O ist hierbei, sich beraten zu lassen – sowohl von Experten als auch von Menschen, die das Konzept bereits erfolgreich umgesetzt haben. Agile Methoden werden sich weiter verbreiten und Unternehmen, die nicht ins Hintertreffen geraten wollen, sollten sich diese zunutze machen.
*Ronica Roth, Certified Scrum Trainer & Solutions Evangelist, Rally Software U.S. und Markus Ernsten, Major Account Manager DACH, Rally Software
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Bildquelle: Rally Software