Hohe Risiken

Remote Work beschleunigt Zero-Trust-Kultur

Damit das Geschäft weiterlaufen konnte, sind mit dem pandemiebedingten Umzug ins Homeoffice viele Unternehmen zunächst mit provisorischen IT-Lösungen auf Sicht gefahren – auch in Sachen Sicherheit. Ein riskantes Spiel, denn zum einen hat die Pandemie die IT-Bedrohungslandschaft verschärft, zum anderen setzen Unternehmen immer stärker auf hybride und Cloud-Anwendungen. Der klassische Unternehmensperimeter hat sich verschoben, die Identitäten von IT-Usern bilden den neuen Perimeter, den es zu schützen gilt.

Sicherheitsschloss

Entscheider sollten Identity und Access Management als eine Art neutrale Schicht betrachten und größten Fokus auf Offenheit legen.

Dennoch nutzt die Mehrheit der Unternehmen noch immer wenig vertrauenswürdige Authentifizierungsfaktoren wie Passwörter (95 Prozent) und Sicherheitsfragen (68 Prozent). Das ergab eine aktuelle Studie von Okta. Die gute Nachricht: Aus den Ergebnissen des State of Zero Trust Report geht hervor, dass die stärkere Verbreitung von Homeoffice und Remote Work bereits zu einer veränderten Sichtweise der IT-Verantwortlichen in Organisationen und Unternehmen hinsichtlich Zero Trust geführt hat. Unternehmen orientieren sich hin zu einer robusteren und umfassenderen Sicherheitsstrategie, die auf dem Prinzip 'vertraue niemals, überprüfe immer' beruht. Konkret bedeutet dies, dass beim Zero-Trust-Sicherheitskonzept keinem Nutzer, Gerät oder Dienst innerhalb oder außerhalb des eigenen Netzwerks vertraut wird. Jeder einzelne Zugriff muss verifiziert werden, um Zugang zu erhalten.

Priorität von Zero Trust steigt

Mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Unternehmen weltweit gaben an, dass sie Zero Trust nun stärker priorisieren. 90 Prozent arbeiten derzeit an einer Zero-Trust-Initiative oder planen, dies in den nächsten 12 bis 18 Monaten zu tun – im Vergleich zu nur 41 Prozent noch vor einem Jahr. 2019 war Zero Trust nur für 18 Prozent der europäischen Unternehmen eine Priorität. Heute, zwei Jahre später, sind europäische Unternehmen bei der Einführung von Zero-Trust-Konzepten weltweit am weitesten fortgeschritten. So haben 90 Prozent eine entsprechende Strategie entweder vollständig implementiert oder planen, dies in den kommenden Monaten zu tun.

Schritt für Schritt zu Zero-Trust-Security

Ist die Entscheidung für Zero-Trust gefallen, geht es für CIOs und Verantwortliche vor allem darum, zu entscheiden, wie und welche Zero-Trust- bzw. Identity- und Access-Management-Lösungen (IAM) für das Identitäts- und Zugriffsmanagement implementiert werden sollen.

Orientierung bieten folgende Aspekte:
• Sind Agilität, SaaS und Cloud in der IT-Strategie des Unternehmens wichtig? Wenn ja – was angesichts der weit verbreiteten Remote Work und gestiegenen Kundenanforderungen heute auf den Großteil der Unternehmen zutrifft – benötigen sie eine Identity- und Access- Management-Lösung, die die damit einhergehende Geschwindigkeit unterstützen kann. Das bedeutet technologisch, dass die Lösung in der Cloud betrieben werden sollte. Der Grund: Es ist einfacher, sich aus der Cloud heraus mit den wenigen noch On-Premise genutzten Anwendungen zu verbinden, statt aus dem Rechenzentrum heraus mit der steigenden Zahl an Cloud-Applikationen.

• Wie steht es um die technologische Offenheit? Entscheider sollten Identity und Access Management als eine Art neutrale Schicht betrachten und größten Fokus auf Offenheit legen, denn: Zero Trust ist ein Teamsport. Die einfache Integration anderer “Signalgeber” wie z.B. Endpoint Management, Cloud Access Security Broker (CASB) oder Threat-Management-Lösungen entscheiden, wie effektiv Zugriffsentscheidungen automatisch getroffen werden können oder wie schnell bei einem Angriff alle Zugriffe sowie Sessions eines Users beendet werden können.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

• Build or buy? Die Lösungen selbst zu entwickeln hat den Vorteil, dass sie in allen Belangen auf die Anforderungen des Unternehmens abgestimmt werden können. Diese Option braucht jedoch Zeit, die nötige Expertise und bindet Ressourcen, die angesichts des IT-Fachkräftemangels häufig knapp sind. Out-of-the-Box-Lösungen lassen sich leicht implementieren, werden konstant von Experten weiterentwickelt und erlauben mit transparenten Abrechnungsmodellen eine genauere Kostenplanung und -kontrolle. Vor diesem Hintergrund sollten Unternehmen zu Beginn ihrer Zero-Trust-Initiative eine Bestandsaufnahme der unternehmensinternen Fähigkeiten und Ressourcen machen, um dann abzuwägen, ob sie eine IAM-Plattform langfristig performant, verfügbar, benutzerfreundlich und vor allem sicher und wirtschaftlich selbst betreiben können oder ob der Kauf einer Lösung die bessere Wahl ist.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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