Mit der internen Cloud-Kostenverrechnung sollen z.B. die Mitarbeiter zu mehr Sparsamkeit motiviert werden.
Ob Cloud-Kosten im Detail gerechtfertigt sind und die Aufwendungen die nötige Wertschöpfung bringen, kann in Unternehmen meist niemand so recht beantworten. Ein Problem, das CIOs laut Gartner aufgrund makroökonomischer Herausforderungen wie Inflation und steigender Beschaffungskosten nun angehen – mit mehr Kostenkontrolle und damit eng verknüpften Investitionsprioritäten. Als zentrale Maßnahme dafür sieht Gartner das proaktive Management der IT-Nutzung: Chargeback- und Showback-Methoden sollen ein kosteneffizientes IT-Konsumverhalten in den Geschäftsbereichen erreichen.
Ein dediziertes Cloud-Finanzmanagement ist gefragt. Dieses muss – so die Erfahrung von Apptio aus der Projektpraxis – maximal automatisiert Cloud- und alle damit verbundene Kosten erfassen, um sie regelbasiert Verursachern zuzuordnen bzw. intern in Rechnung zu stellen. Die dadurch gewonnene Analysefähigkeit ist die Voraussetzung, um entsprechende Kosten tatsächlich verstehen und steuern zu können.
Dafür gilt es zunächst, Cloud-Ressourcen sowie -Accounts einzelnen Teams und Applikationen zuzuordnen – konsequent anhand flexibler Regeln. Damit alle von zentral beschafften Cloud Commitments profitieren, müssen diese wie auch die erzielten Einsparungen intern gerecht verteilt werden. Geht es um Container-Umgebungen, gilt es zu ermitteln, wer wie viele Ressourcen nutzt, um dann die Kosten verursachergerecht zu verteilen.
Was die Software betrifft, müssen für eine Gesamtkostenbetrachtung neben Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) aus der Public Cloud auch die Kosten jeglicher SaaS-Provider einbezogen werden. Hinzu kommen bei IaaS anteilig Lizenzkosten, z.B. Windows Bring-Your-Own-License (BYOL) auf virtuellen Maschinen.
Aufwendungen für Shared-Umgebungen und Systemressourcen, die übergreifend für den Cloud-Infrastrukturbetrieb genutzt werden, können nach unterschiedlichen Schlüsseln verrechnet werden. Ob gleichmäßig oder proportional verteilt, nach festen Prozentsätzen oder nach Metriken wie Anzahl der User oder der Transaktionen – wichtig ist, dass es für die Teams nachvollziehbar und akzeptierbar ist. Personalkosten, die mit dem Cloud-Betrieb verbunden sind, werden über eine interne Service-Charge verrechnet.
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Bleiben noch Data-Transfer-Kosten, die als Teil der Serverkosten auf der Cloud-Rechnung aufgeführt sind. Nach dem Verursacherprinzip müssen diese jedoch dem Datenkonsument zugerechnet werden. Möglich wird dies beispielsweise anhand von Metriken, wieviel Terabyte die Teams für bestimmte Datentransfers verbrauchen.
Die interne Cloud-Kostenverrechnung dient nicht nur dazu, Teams zu mehr Sparsamkeit zu motivieren – wenngleich daraus bei großen Unternehmen Einsparungen in Millionenhöhe resultieren können. Was fast mehr zählt, ist die Transparenz dazu, was unnötig Kosten treibt und welche Wertschöpfung einzelnen Cloud-Posten gegenübersteht. Wesentlich ist die Relation wie etwa Kosten pro Kunde, pro Transaktion oder pro erzielten Umsatz. Erst dies schafft die Voraussetzung, entsprechende Investitionen sinnvoll zu steuern – mit dem Fokus auf Wertschöpfung.
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