Cyber-Security-Studie von Steria und PAC

Selbstüberschätzung gefährdet IT-Sicherheit

Neun von zehn Unternehmen in Deutschland sehen sich in der Lage, mit großen IT-Sicherheitskrisen umgehen zu können. Allerdings betreibt nur ein Drittel IT-Sicherheitslösungen im 24/7-Modell. Diese Selbstüberschätzung stellt ein erhebliches Risiko dar – so das Ergebnis einer Sicherheitsstudie von Steria Mummert und PAC.

  • „Trotz wachsender externer Bedrohungen blicken die Unternehmen unverändert auf den Innentäter“, so Dr. Andreas Stiehler, Principal Analyst – Connected Enterprise bei PAC.

  • Laut Dr. Gerald Spiegel, Senior Manager bei Steria Mummert, haben Cyberattacken im letzten Jahr um 32 Prozent zugenommen.

Im Rahmen der Studie befragte Steria in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Pierre Audoin Consultant (PAC) 270 Entscheider in mittelständischen Unternehmen und Konzernen verschiedener Branchen in Europa zum Thema „Cyber-Security“ sowie zu ihrer Einschätzung der Bedrohungslage. Vorgestellt wurden die Ergebnisse von Dr. Andreas Stiehler, Principal Analyst – Connected Enterprise bei PAC, sowie von Dr. Gerald Spiegel, Senior Manager Information Security Solutions bei Steria Mummert Consulting, im Rahmen einer Pressewebkonferenz. „Man kann Cyberattacken nicht riechen, schmecken oder fühlen, sondern nur ihre Auswirkungen feststellen“, betonte Spiegel. „Solche Attacken haben im letzten Jahr um 32 Prozent zugenommen.“ Jedes Unternehmen müsse zu jeder Zeit damit rechnen, Opfer zu werden.

Die Untersuchung zeigt auf, dass 54 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland die Ausspähung von Daten als eine der drei größten Risiken bezeichnen. Doch: „Trotz wachsender externer Bedrohungen blicken die Unternehmen unverändert auf den Innentäter“, so Stiehler bei der Webkonferenz. Mehr als die Hälfte (60 Prozent) der Befragten schätzen, dass Angriffe von außen weniger als 20 Prozent ihrer Bedrohungen insgesamt ausmachen. Um sich davor zu schützen, setzen 77 Prozent der Unternehmen in Deutschland Authentifizierungs- und Zugriffsmanagementlösungen ein. Nur ein Fünftel plant laut Studie die Einführung von Verschlüsselungstechnologien in den kommenden drei Jahren. Lediglich 14 Prozent der Unternehmen mit weniger als 5.000 Mitarbeitern haben ein sogenanntes „Security Operation Center“ eingerichtet, um Abläufe und Ereignisse zu überwachen und um sicherzustellen, dass Anomalien aufgedeckt, identifiziert und klassifiziert werden, so dass mit geeigneten Maßnahmen reagiert werden kann.

Die Studie untersucht u.a. auch die wesentlichen Trends, die die Informationssicherheitsstrategie deutscher Unternehmen beeinflussen: So benennen die meisten Unternehmen (57 Prozent) die geschäftliche Nutzung privater Mobilgeräte (Bring Your Own Device, BYOD) als wichtigste Entwicklung, die sie in ihrer Strategie abbilden. Weitere Faktoren sind unternehmensspezifische Risiken (30 Prozent) und Kostendruck (24 Prozent). „Unsere Studie belegt, dass viele Unternehmen Sicherheitsrisiken falsch einschätzen. Angesichts dessen ist das große Vertrauen, das sie in ihre Fähigkeit mit Bedrohungen umzugehen setzen, fehl am Platz. Ein wirksamer, umfassender Schutz vor Gefahren aus dem Netz ist essenziell, wenn Unternehmen in der digitalen Welt erfolgreich und wettbewerbsfähig sein wollen“, so Gerald Spiegel.

Die Selbstüberschätzung der Unternehmen schafft also letztlich Risiken, so das Fazit der Studie. Unternehmen müssen akzeptieren, dass ihre IT-Sicherheit nicht ausreicht, den heutigen Bedrohungen zu begegnen. Außerdem sind Sicherheits-Policies und -prozesse häufig nicht flexibel genug, um mit der veränderten Bedrohungslage Schritt zu halten. Outsourcing soll hier eine zentrale Lösung sein, um die Situation zu verbessern, denn Unternehmen können die Sicherheit nicht mehr allein stemmen. Allerdings müsse das Outsourcing, so die Experten, im Sinne eines Transformationsprozesses verstanden werden.

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