Besondere Zugänge: Vor allem externe Nutzer sollten einen ganz speziellen Eingang ins firmenweite Netzwerk erhalten.
Um im Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können, ist eine sichere IT-Infrastruktur entscheidend. Gleichzeitig bleibt der Druck hoch, Kosten zu senken. Viele Unternehmen lagern daher Funktionen wie die IT-Administration sowie Applikationsentwicklung aus und verlassen sich bei der Fehlerbehebung in Systemen und Applikationen zunehmend auf externe Anbieter. Laut den Analysten von Gartner wächst der Gesamtmarkt von IT-Outsourcing bis 2019 auf 335 Milliarden US-Dollar an. Zudem zeigt eine vom Unternehmen Centrify in Auftrag gegebene Studie von Forrester Consulting, dass 100 Prozent der untersuchten Organisationen mindestens eine IT-Funktion sowie eine Funktion der Applikationsentwicklung ausgelagert haben. Neben IT-Dienstleistern brauchen aber auch Lieferanten, Händler und weitere externe Partner immer häufiger Zugriff auf das Firmennetzwerk und Unternehmensdaten.
Parallel dazu wächst die Bedrohung durch Cyber-Angriffe. Hacker richten ihre Bemühungen immer häufiger darauf, Zugangsdaten zu erbeuten. Die derart kompromittierten Zugangsdaten sind mittlerweile die führenden Angriffsvektoren bei Datendiebstählen. Dabei haben es Hacker nicht nur auf Zugangsdaten von den unmittelbaren Mitarbeitern eines Unternehmens abgesehen. Zugänge von Dritten, z.B. von externen Dienstleistern, waren in viele der massiven Einbrüche der letzten Zeit verwickelt. Unternehmen sollten daher eine Lösung einführen, mit der sie die Zugriffe von externen privilegierten Anwendern sichern, überwachen und protokollieren können. Damit reduzieren sie identitätsbezogene Risiken und können vertrauenswürdige, auf sicheren, digitalen Identitäten basierende Beziehungen mit ihren Partnern realisieren.
Die Vorteile davon können anhand eines Negativbeispiels aufgezeigt werden: Ein externer IT-Dienstleister wird mit der regelmäßigen Erstellung von Backups beauftragt. Dazu benötigt der zuständige Mitarbeiter des Dienstleisters erweiterte Zugriffsrechte, ist also ein privilegierter Anwender. Bei traditionellen Identity-und Access-Management-Lösungen (IAM) würde das beauftragende Unternehmen eine digitale Identität für diesen externen Anwender in ihrer internen Umgebung erstellen sowie verwalten und dem externen Administrator dann Zugriff via VPN gewähren. Neben dem Verwaltungsaufwand erhöht diese traditionelle Vorgehensweise identitätsbezogene Risiken, denn die Anzahl von Accounts mit erweiterten Zugriffsrechten, die nicht mit einem zuverlässigen Anbieter digitaler Identitäten verbunden sind, steigt. Zudem bauen mehr Computer via VPN eine Verbindung zum internen Netzwerk auf. Das Ergebnis ist eine Ausweitung potentieller Angriffspunkte für Hacker, unzufriedene Insider und Schadsoftware. Außerdem muss sich der Mitarbeiter des Dienstleisters einen weiteren Benutzernamen und ein weiteres Passwort merken.
Anstatt diese Vorgehensweise zu nutzen, sollten Unternehmen mit einer aktuellen IAM-Lösung externen IT-Administratoren und anderen Dritten einen sicheren Fernzugriff per Federated Authentication auf ihre Infrastruktur anbieten. Dazu benötigen sowohl das Unternehmen als auch der externe Partner IAM-Lösungen, die kompatibel sind und miteinander kommunizieren können. Neben der gesteigerten Sicherheit bietet eine derartige Lösung weitere Vorteile: Der externe Dienstleister bleibt für die Verwaltung der digitalen Identitäten seiner Mitarbeiter verantwortlich, und das beauftragende Unternehmen kann web-basierten Zugriff und granulare Rechte für Systeme sowie Applikationen vergeben. Damit sind Zugriffe auf Server-Konsolen-Interfaces sowohl für Unix und Linux als auch für Windows möglich, und zwar ohne das zusätzliche Software oder Plugins installiert werden müssen. Entwickler von Anwendungen können damit auch auf interne web-basierte Interfaces von Applikationen zugreifen. Desweiteren lassen sich mit derartigen Lösungen die Zugriffe von Anwendern mit erweiterten Rechten durch Anfrage- und Freigabe-Workflows verwalten und überwachen. Zudem können Sitzungen privilegierter Anwender abgebrochen werden und bei (kritischer) Infrastruktur erfolgt automatisch ein Abgleich zwischen freigegebenem Zugriff versus tatsächlichem Zugriff.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 03/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Solche Lösungen sorgen erstens dafür, dass die Verwaltung digitaler Identitäten externer Mitarbeiter bei deren Arbeitgebern verbleibt – inklusive der Deaktivierung ihrer digitalen Unternehmensidentität bei Beschäftigungsende. Und zweitens unterstützt sie Unternehmen beim sicheren Outsourcing an mehr als einen Dienstleister sowie bei der sicheren Vernetzung mit weiteren Partnern.
Checkliste: Privilegierte Zugangsrechte
Quelle: Centrify
Bildquelle: Thinkstock/iStock