Integrität und Verfügbarkeit der digitalen Informationen unabdingbar

Sicherheit als Antriebsfeder

Den Weg in die Cloud vollziehen die Anwenderunternehmen meist in mehreren, kleinen Schritten. Die neue Flexibilität des IT-Bezugs bringt dabei Veränderungen hinsichtlich der Nutzung von IT-Lösungen und -Services mit sich. Natürlich gibt es hierbei wie zu Beginn einer jeden neuen Entwicklung Hürden zu überwinden und Vorurteile zu widerlegen. Dies gelingt jedoch recht schnell, wenn die entsprechenden Punkte von allen Seiten betrachtet werden – wie im Falle der Sicherheit in der Cloud.

Sicherheit als Antriebsfeder

Gefragt nach der Nutzung von Public Cloud Services äußern alle Antwortgeber Bedenken bezüglich eines oder mehrerer Aspekte. Ganz vorne zu finden sind dabei insbesondere drei Themen, die im Zusammenhang mit Cloud Computing nicht neu sind: In der Reihenfolge der Nennung handelt es sich um Sicherheitsbedenken, um die (vermeintliche) Abhängigkeit von einem Cloud-Anbieter sowie die Unkenntnis über den Standort der Datenhaltung. Alle diese Punkte sind aus Sicht der Marktanalysten von IDC gut nachvollziehbar, schließlich besitzt die Informations- und Datensicherheit in jedem Unternehmen oberste Priorität. Zusätzlich erhöhen gerade im deutschsprachigen Raum verschiedene gesetzliche Regularien zum Gesellschafts-, Haftungs- und Bankenrecht sowie zum Datenschutz die Relevanz.

Datensicherheit und Datenschutz gehen Hand in Hand

Die Daten, insbesondere Kundeninformationen, sind das Kapital eines jeden Unternehmens. Sie dürfen nicht in unbefugte Hände geraten, weswegen Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der digitalen Informationen unabdingbar sind. Gerade vor diesem Hintergrund empfiehlt IDC solchen Anwenderunternehmen, die zwar an Cloud Services interessiert sind, bislang jedoch Sicherheitsbedenken hegen, sich hinsichtlich der gängigen geltenden Sicherheitsstandards von den entsprechenden Anbietern eingehend beraten zu lassen. Die Situation sollte für den jeweiligen Anwendungsfall analysiert werden. Erst dann kann eine fundierte Entscheidung pro oder kontra Cloud Services getroffen werden.

Grundsätzlich lässt sich die Sicherheitsdebatte auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Sicherheit kann gar als Antriebsfeder für Cloud Services angesehen werden, wenn man sich vor Augen führt, dass für die Anbieter dieser Services die Gewährleistung der Datensicherheit zum Kerngeschäft gehört. Sie verfügen über die notwendigen Ressourcen, Einrichtungen und das Know-how. Diese Expertise können vor allem mittelständische Unternehmen in der Regel nicht vorweisen. Zudem beobachtet IDC, dass einige Cloud-Anbieter Rechenzentrumskapazität speziell in Deutschland aufbauen, um Bedenken hinsichtlich des Datenspeicherortes zu entkräften.

Ein weiterer Vorteil spricht im Zusammenhang mit Datensicherheit für Cloud Computing: Die häufiger kritisierte dezentrale Datenhaltung sorgt für Redundanz und somit für ein immenses Plus an Datenausfallsicherheit. Gehen in einem Rechenzentrum Daten verloren – sei es durch den Ausfall von Hardware ­infolge größerer Naturkatastrophen, ein lokales Ereignis wie einen Brand oder einfach menschliches Versagens – können sie im Rahmen des Cloud-Modells sofort von einem anderen Ort aus bereitgestellt werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Produktivi­tätsausfalls geht somit gegen null. So gehen beispielsweise viele Unternehmen und auch behördliche Stellen bereits bewusst den Weg in die Cloud, weil aufgrund der Skalierbarkeit der Systeme deren Verfügbarkeit gewährleistet ist.

Neueste Technologien, mehr Spielraum

Dieser technische Vorteil im Bereich der Sicherheit lässt sich im Grunde auf das gesamte Unternehmen und seine Geschäftsprozesse übertragen. Cloud ­Computing stellt sicher, dass immer die neuesten Technologien zum Einsatz kommen. Dadurch bietet sich den IT-Abteilungen eine bislang ungeahnte Flexibilität, zukünftig schneller und besser auf die Anforderungen des eigenen Unternehmens als auch auf konjunkturelle Schwankungen reagieren zu können. Zudem setzt der Einsatz von Cloud Services in den IT-Abteilungen Ressourcen für neue, wichtige Aufgaben frei, werden doch heute immer noch teilweise 70 bis 80 Prozent des Budgets zur Aufrechterhaltung des Betriebs von veralteten und heterogenen IT-Strukturen aufgebracht. Die Mitarbeiter können künftig strategisch-konzeptionelle Business-Projekte vorantreiben, anstatt sich mit der Installation neuer Releases von lokal installierter Software abzumühen. Vorausschauend arbeiten statt Brände löschen, heißt die Devise.

Und in der Tat: Die anfänglich pauschale Ab­lehnung von Cloud Computing weicht immer mehr konkreten Anwendungsszenarien. E-Mail-, Kalender- und Collaboration-Funktionalitäten sind derzeit Bereiche, die sich von den übrigen abheben, wenn man Public und Private Cloud-Dienste addiert. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass es weder besonders Cloud-prädestinierte Bereiche gibt noch existieren Segmente, die generell nicht für den Bezug als Cloud Service infrage kommen. Bei der Analyse der Ant­worten für die Nutzung von Public Cloud Services ergibt sich diesbetreffend sogar ein noch ausgeglicheneres Bild. E-Mail- und Kalenderfunktionalitäten werden in der Public Cloud ebenso stark genutzt wie Storage-, Back-Office- oder Content-Management-Kom­ponenten.

Aus Sicht von IDC ist dies nur logisch, denn viele Unternehmen starten in der Regel mit kleinen Pilotprojekten, um sich selbst von der Technologie, von dem Abrechnungsmodell oder der Nutzung ein Bild machen zu können und sich langsam an das Thema heranzutasten. Dabei kommen sowohl Private als auch Public Cloud-Szenarien zum Einsatz, wobei Private Cloud-Services in der Gunst der Anwender derzeit vorne liegen, wie schon beschrieben. Grundsätzlich ausgeschlossen ist derzeit kein Anwendungsszenario, das Nutzungsfeld reicht von Collaboration über Storage, Applikationsentwicklung und Content Management bis hin zu Business Intelligence und CRM. 

 

Bildquelle „climbing“: © scotto72/iStockphoto.com

 

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