Als Anbieter von Verpackungslösungen blickt Multivac auf über 50 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. 1961 gegründet, ist es heute ein multinationales Unternehmen mit Kunden in über 140 Ländern. Es ist führend bei Tiefzieh-Verpackungsmaschinen und stellt zum Beispiel Kammerbandmaschinen, Etikettierer, Qualitätskontrollsysteme und schlüsselfertige Linien für das Verpacken von Lebensmitteln, medizinischen Produkten, Industrie- und Konsumgütern her. Sitz der Unternehmenszentrale ist Wolfertschwenden, insgesamt werden rund 3.400 Mitarbeiter in mehr als 65 Tochtergesellschaften weltweit beschäftigt.
Ausgelagerte Web-Security war aufwändig
Die Verwaltung von Web- und Mail-Security war an einen externen Dienstleister ausgelagert. Dies erwies sich jedoch sowohl für die Administration als auch für die Anwendung als problematisch. Die Mitarbeiter in der Zentrale konnten zwar direkt über den Dienstleister ins Internet, die weltweit verteilten Niederlassungen mussten jedoch einen „Datenumweg“ über die Zentrale in Kauf nehmen. Die Surf-Geschwindigkeit war dementsprechend langsam.
„Wir stellten uns die Frage, wie wir die Verwaltung des Web-Security-Regelwerkes wieder ins Haus holen und gleichzeitig die Zugriffsgeschwindigkeit ins Internet erhöhen können“, berichtet Stefan Metschl, Netzwerkadministrator bei Multivac. Ursprünglich stand eine komplette Hardware-Lösung auf Basis der Cisco Ironport zur Diskussion. Doch Scaltel überzeugte das Unternehmen mit der Web-Security-Lösung Scansafe von Cisco. Dabei sollten Administration, Management, Regelwerk und Reporting zentral in Wolfertschwenden gebündelt werden und die Internationalität über die weltweite Präsenz der Scansafe-Server sichergestellt werden. Über das Managementsystem können jedem einzelnen Mitarbeiter individuelle Regeln zugewiesen werden.
Konzept mit Workshop und Pilot
Vor der endgültigen Entscheidung führte der Anwender einen fünftätigen Workshop durch, bei dem die Funktionen der Lösung in einer Laborumgebung aufgezeigt wurden. Darauf aufbauend wurde am Standort in der Schweiz eine Pilotinstallation durchgeführt. Die vorhandene zwei Mbit MPLS (Multiprotocol Label Switching)-Leitung zur Zentrale wurde durch eine 16 Mbit ADSL-Leitung zum Zugriff auf die Cloud-Lösung entlastet. Konzeption und Konfigurationen aus dem Workshop wurden umgesetzt und für rund zwei Monate getestet. Der Pilot und auch ein Performancetest in Australien lieferten überzeugende Ergebnisse, schließlich wurde die Lösung an drei zusätzlichen Standorten eingerichtet. Alle weiteren Standorte konnten von Multivac-Mitarbeitern eigenständig an die Cloud angebunden werden. „Die Installation des Piloten war zwar relativ aufwendig, dafür konnten diese Einstellungen dann für alle anderen Standorte übernommen werden“, berichtet Metschl.
Voraussetzung für die MPLS-Standorte war eine DSL-Leitung mit einer Firewall, über welche die Internetzugriffe ausgeleitet werden konnten. An den VPN (Virtual Private Network) Site-to-Site-Standorten wurden die Zugriffe auf das Internet direkt am VPN-Router in die Cloud geroutet. Jeder Mitarbeiter soll so über den geographisch nächstgelegenen Scansafe-Server einen sicheren Internetzugang ohne Umweg über die Zentrale haben. Beispielsweise erfolge bei der Niederlassung in Chile der Zugriff auf das Internet nun über den Server in Rio de Janeiro.
Mobile Mitarbeiter eingebunden
Die Einbindung der mobilen Mitarbeiter in das Unternehmensnetzwerk per Notebook findet nach wie vor über einen VPN-Client statt. Zusätzlich wird nun ein Plugin installiert, welches den direkten Zugriff auf den nächstgelegenen Server ermöglicht, ohne mit dem VPN-Client verbunden zu sein.
Durch das flexible Routing und die Verwendung von zusätzlichen DSL-Leitungen steht den einzelnen Standorten nun deutlich mehr Bandbreite für die Business-Applikationen zur Verfügung, ohne in teure MPLS-Bandbreiten investieren zu müssen. Gerade bei weit entfernten Standorten sei die Surf-Geschwindigkeit um ein Vielfaches höher und die Wide-Area-Network-Leitungen in der Zentrale seien wesentlich entlastet worden.
Bildquelle: Multivac