Power Distribution Units (PDU) mit Messfunktion geben detaillierten Aufschluss über den Stromverbrauch der einzelnen Server.
Ein umfassendes Überwachungssystem sollte Bestandteil jeder IT-Umgebung sein. Anhand von permanent erhobenen Messdaten erhalten die IT-Experten damit genauen Aufschluss über den Status ihrer IT. Dazu zählen der Status der Klimatisierung und der laufende Energieverbrauch. Wichtig ist auch eine Zugangskontrolle bis auf die Ebene einzelner Türen der Server-Schränke. Das Monitoring-System alarmiert zudem im Brandfall und aktiviert die Löschung. Alle Messdaten stehen dem Administrator per Kommunikationsprotokoll priorisiert und automatisch bereit.
Generell bilden Klimatisierung und Betriebskosten für Server den wesentlichen Kostenblock des Energieverbrauchs. Nur wenn der Stromverbrauch gemessen wird, ist auch ein effektives Energiemanagement möglich. Power Distribution Units (PDU) mit Messfunktion können dabei einen detaillierten Aufschluss über den Stromverbrauch einzelner Server geben. Auch bei einer redundanten Energieversorgung mit zwei Stromkreisen ist es oft notwendig, den Stromverbrauch zu überwachen: Fällt ein Versorgungsstrang aus, muss der zweite die Energie zusätzlich liefern. PDUs bieten außerdem den Vorteil, dass sich Systeme ferngesteuert an- und ausschalten lassen.
Durch den direkten Zugang zu Server-Räumen erhalten IT-Mitarbeiter Zugriff auf personenbezogene Daten. Gemäß Basel II ist der Zugriff transparent zu organisieren und zu protokollieren. Das klassische Erstellen von manuellen Zugangslisten ist jedoch zeitaufwendig und oft mit Fehlern verbunden. Automatisierte Lösungen hingegen ermöglichen den Zugang über Zahlencodes oder Transponderkarten. Diese Lösung lässt sich auch als Vier-Augen-Prinzip darstellen, damit ist ein Zugriff immer nur von zwei Personen gleichzeitig auf ein Rack möglich.
Auf viele Daten hat der Administrator Zugriff, ohne das RZ betreten zu müssen. Denn Überwachungssysteme können durch Sensoren zahlreiche Werte im IT-Rack oder Raum erfassen: Temperatur, Zugang, Luftfeuchtigkeit, Luftströme, Druckdifferenzen, Vandalismus, Bewegung, Leckage oder elektrische Werte (Spannung, Strom, Leistung, etc.). Im Vorhinein legt der Administrator Grenzwerte fest. Werden diese überschritten, erfolgt direkt eine Information an einen Leitstand, eine Benachrichtigung per Mail oder SMS. Auch hier gibt es die Möglichkeit, Server kontrolliert abzuschalten, z. B. bei Rauchalarm durch die Trennung der aktiven Netzwerkkomponenten vom Energieanschluss. So wird das Risiko eines Brandes verringert.
Entwickelt sich ein Feuer oder ein Schwelbrand im Rack, wird dies von einem installierten Brandmeldelöschsystem erkannt. Das Löschsystem beansprucht im Rack nur eine Höheneinheit und flutet das Rack mit Löschgas, um das Feuer zu ersticken. Gleichzeitig sollte über die PDUs die Stromversorgung unterbrochen werden. Eine weitere Notfallmaßnahme ist die automatische Öffnung der Türen von Server-Schränken, beispielsweise wenn die Klimatisierung ausgefallen ist.
Um das Server-Management und die Inventarisierung der IT-Komponenten zu vereinfachen, eignen sich Management-Lösungen auf Basis der RFID-Technologie. Eine präzise RFID-Antenne, die auf voller Höhe neben der 19“-Ebene im Rack eingebaut ist, erkennt die im Schrank montierten IT-Systeme und kann diese den Höheneinheiten (HE) zuordnen. Diese Aufgabe ist nicht trivial: Jede HE besitzt im Abstand von nur acht Millimetern drei Montagelöcher; bei einem 42 HE hohen Schrank sind dies 126 Löcher. Die Antenne muss daher mit einer Präzision von 1/3-Höheneinheit eindeutig erkennen, ob ein IT-System dort verbaut ist.
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Mithilfe der RFID-Antenne im Rack und RFID-Tags am Equipment wissen Administratoren jederzeit, welche Komponenten auf welcher Höheneinheit der 19“-Ebene eingeschoben sind. Die konfigurierbaren RFID-Tags können Eckdaten wie Hersteller, Modell, Gewicht, benötigte Höheneinheiten, Wartungsintervalle und bereitgestellte Anwendungen oder Dienste zu den Geräten – z. B. Server, Netzwerkkomponenten, Storage-Systeme, etc. – speichern und automatisch an die Management-Software weitergeben. Der RFID-Tag klebt am Gerät und verbleibt dort während der gesamten Lebensdauer. Durch die Tags „folgen“ die Informationen dem Endgerät, auch wenn es an einen anderen Platz im Rack oder in einen anderen Server-Schrank im Rechenzentrum versetzt wird. Realisierbar ist eine solche Lösung beispielsweise mit dem Rittal CMC III in Verbindung mit dem Dynamic Rack Controler (DRC) und der Data-Centre-Management-Software Rizone.
Die aufgezeigten Automatisierungslösungen erzeugen viele Informationen, die dem Nutzer priorisiert zur Verfügung stehen müssen. Über die Open Platform Communications Unified Architecture oder das Kommunikationsprotokoll Modbus können die gebäuderelevanten Informationen ebenso an ein Building-Management-System übertragen werden. Die Informationen für die IT werden über SNMP weitergeleitet. Die Meldungen können auch direkt per Mail oder SMS zur Verfügung stehen. Die Berechtigungen lassen sich über ein User- und Mandats-Management verwalten – z. B. mit Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) oder Remote Authentication Dial-In User Service (Radius). Die Möglichkeiten für Automatisierung sind so komplex wie die Anwendungen selbst. Aufgrund der zunehmenden Größe und Komplexität moderner Data Center sind die Verantwortlichen auf Unterstützung durch automatisierte Systeme angewiesen. In sich dynamisch wandelnden IT-Landschaften ist jedoch auch deren Flexibilität ein ganz entscheidender Faktor.