Software-Entwicklung und IT-Sicherheit

Sichtbarkeit ist der Schlüssel

Agile Software-Entwicklung und klassische IT-Sicherheit lassen sich nicht immer ­einfach unter einen Hut bringen. Doch mit der richtigen Strategie kann auch bei einem hohen Auslieferungstempo der Schutz bewahrt werden.

Frau mit Fernglas

Blinde Flecken un­erwünscht: Eine Sicherheitslösung sollte in ­allen Netzwerkum­gebungen einen einheitlichen „Point of Visibility“ bieten.

Im Wettbewerb um den Kunden haben Unternehmen kaum noch Zeit, auf traditionelle Sicherheitsüberprüfungen zu warten, bevor sie Anwendungen einführen oder verbessern. Die oberste Priorität besteht darin, dass die Anwendungen die Kundenanforderungen erfüllen. Die Anwendungssicherheit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, aber sie darf der Agilität nicht im Wege stehen. Sicherheitsaspekte werden daher zunehmend in die DevOps-Teams verlagert, die sich als die Designer und Überwacher der agilen Netzwerkökosysteme verstehen und die automatisierten kontinuierlichen Bereitstellungsprozesse ermöglichen. Diese Teams haben jedoch Prioritäten, die im Widerspruch zu herkömmlichen, abwägenden Sicherheitspraktiken stehen.

Schrittweise zu mehr Schutz

Mikroservice-Architekturen entsprechen dem Bedürfnis von Organisationen nach Geschwindigkeit, aber die Kehrseite der Medaille sind neue Sicherheitsherausforderungen. Der IT-Sicherheitsexperte Rad­ware gibt dazu folgende Tipps:

1. Visibility ist der Schlüssel: Es sollte Risikomanagement implementiert werden, das den geschäftlichen Triebkräften bei der Gestaltung von Sicherheitsrichtlinien Vorrang einräumt. Der Ansatz „Sicherheit um jeden Preis“ wird wahrscheinlich ein inakzeptables Maß an Fehlalarmen erzeugen.

2. Es muss Klarheit über die Rollen für die Anwendungssicherheit geben. Eine klare Verantwortlichkeit befähigt die richtigen Teams, die Verantwortung für Entscheidungen über das akzeptable Risikoniveau und die Strategien zum Schutz von Anwendungen zu übernehmen.

3. Eine Sicherheitslösung sollte in allen Netzwerkumgebungen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich einen einheitlichen „Point of Visibility“ bieten. Das Vertrauen auf Lösungen von Anbietern öffentlicher Clouds hinterlässt blinde Flecken in der Sicherheitslage, die Angreifer ausnutzen können.

4. Die Sicherheitslösung muss sich in das bereits vorhandene Ökosystem einfügen, ohne dass Anpassungen erforderlich sind, wie z. B. die Änderung im Routing des Traffics, die Vorlage von SSL-Zertifikaten oder die Änderung von IP-Adressen.

5. Es hilft, den Open-Source-Charakter von Cloud-nativen Anwendungen zu nutzen, um Telemetrieinformationen über Verkehrsvolumen, Nutzung von Anwendungen, Leistungsprobleme, geografische Verteilung der Benutzer und die Art der verarbeiteten Daten zu aggregieren. Diese Informationen ermöglichen eine Analyse des Verhaltens, um eine bessere Visibility in das Geschehen auf allen Plattformen zu erhalten.

6. Alle Kanäle, über die die Anwendungen bereitgestellt werden, müssen sicher sein. Das bedeutet, dass die APIs sowie Web- und Mobildienste vor Angriffsvektoren wie Protokoll- oder Datenmanipulation in Servern geschützt werden müssen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 03/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

7. Die Sicherheitsarchitektur sollte skalierbar und elastisch sein, um sich an sich ändernde Geschäftsanforderungen anpassen zu können. Eine Automatisierung der Überwachung und der Abwehr von Angriffen im gesamten Ökosystem ist erforderlich, um den Bereitstellungsprozess von Anwendungen zu unterstützen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok