Die Software von Solytic überwacht Solaranlagen, sammelt deren Daten und leitet daraus Erkenntnisse ab, die als Entscheidungsgrundlage dienen.
Kosten senken, Performance verbessern, Effizienz von Solaranlagen steigern – und so dem Klimawandel entgegentreten: Das bietet Solytic den Betreibern von Photovoltaikanlagen mit seiner Monitoring- und Analysesoftware. Die Cloudplattform Azure schafft dabei Raum für Wachstum – für neue Kunden und steigende Datenmengen.
Der Klimawandel ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Ihm sollen die im Pariser Klimaabkommen gesetzten Ziele Einhalt gebieten. Entscheidend für die Erreichung dieser Ziele sind nachhaltige Energiequellen – die maximal effizient eingesetzt werden. Die Photovoltaik (PV) ist eine der wichtigsten Technologien bei der Energiewende – und die möglichst effiziente Gestaltung von Solaranlagen damit ebenso. Aber: Was macht ein Betreiber zum Beispiel, wenn durch einen Steinschlag ein Riss im Panel entsteht, der mit bloßem Auge nicht erkennbar ist? Inwiefern mindert die Verschmutzung einer Anlage deren Leistung? Wirft vielleicht der Baum des Nachbarn einen Schatten auf die Anlage, wodurch die Einstrahlung und damit Ausbeute geringer ist? Gibt es weitere Services, um die Profitabilität der PV-Anlage zu erhöhen? Stichwort Batterie, Finanzierung, Versicherung. Viele Fragen, eine Antwort: Ein smartes Monitoring der PV-Anlagen.
Hier kommt das Start-up Solytic ins Spiel: Die Software überwacht Anlagen, sammelt deren Daten und leitet daraus Erkenntnisse ab, die als Entscheidungsgrundlage dienen. „Module sind nicht immer sichtbar kaputt, aber trotzdem weniger leistungsstark. Wir identifizieren die Ursache für die zu geringe Leistung“, so Konrad Perényi, einer der vier Gründer und Geschäftsführer von Solytic. Arbeitet eine Anlage nicht effizient genug, nutzt die Lösung nicht nur Daten aus der Anlage selbst, sondern integriert auch Umgebungsdaten – etwa Wetterdaten oder eine vergleichbare PV-Anlagen in der Nähe. Die Auswertung erfolgt durch smartes Monitoring und Analysen. Bei kleinen Anlagen liegen die Gesamtdaten vor, bei größeren ist die Auswertung bis hin zum Einzelmodul möglich.
Solytic überwacht heute, nach nur dreieinhalb Jahren, mehr als 130.000 Photovoltaik-Anlagen in 60 Ländern – Tendenz weiter steigend. Zum Vergleich: Deutschland hat derzeit insgesamt rund zwei Millionen PV-Anlagen. Die Datenmengen, die das Monitoring rund um die Uhr produziert, sind dabei riesig: Pro Sekunde empfängt Solytic ungefähr 3.000 Messwerte der Kunden. Schon in einer vorangegangenen Beta-Phase mit ersten Kunden zeigte sich, dass ein lokaler Betrieb nicht der richtige Weg war: „Das On-Premises zu handhaben, wäre zum heutigen Zeitpunkt überhaupt nicht mehr möglich. Technologien, die man selbst betreuen und monitoren muss, kommen da schon längst an ihre Grenzen“, schildert Steffen Mangold, Gründer und CTO bei Solytic, die Situation mit Blick auf die Entscheidung für die Cloud. Konkret: Vor dem Schritt in die Cloud musste das Startup neuen Kunden sogar absagen, weil es so große Datenmengen einfach noch nicht bewältigen konnte.
„Die Azure Cloudplattform bietet uns den schnellsten Weg, um Skalierbarkeit zu schaffen und Entwickler entwickeln zu lassen. Die integrierten Funktionen erlauben es uns, mit minimalem Personaleinsatz die Bereitstellung, Wartung, Datensicherheit und Verfügbarkeit zu gewährleisten“, so Mangold. Alles, was Solytic heute anbietet, passiert in Azure. So können die Entwickler ihre gesamte Leistung in die Softwareentwicklung und in Innovationen stecken.
Das Besondere an Solytic: Die Strategie der Hardware-Agnostik. Die Software funktioniert auf jeder Hardware, unabhängig vom Hersteller. So müssen Solytic-Kunden keine neue Hardware kaufen – was einerseits ein ökonomischer Vorteil ist, aber natürlich auch einen großen ökologischen Vorteil bietet. „Und für uns bedeutet das: Die Software ist das Herzstück von Solytic“, so Perényi. „Ihr reibungsloses Funktionieren und die kontinuierliche Optimierung haben deshalb oberste Priorität. Dabei spielt Azure eine entscheidende Rolle.“ Auch für die etwa 20 Prozent der Kunden im Ausland hat die Migration in die Cloud Vorteile gebracht: Für Solytic ist nicht relevant, wo genau die Anlagen stehen – wo es eine Internetverbindung gibt, kann Monitoring und Analyse von Deutschland aus betrieben werden.
„Nicht nur die Produkte an sich sind ein großes Plus für uns – vor allem die Betreuung, die wir von Microsoft erfahren haben, hat uns enorm weitergeholfen“, so Perényi. Als Teilnehmer des Microsoft for Startup-Programms konnte Solytic zu Beginn der Reise viele Technologien in der Azure Umgebung ausprobieren. Lizenzen für Office, Entwicklertools und Analysetools wie Power BI stelle Microsoft zur Verfügung. „Dieser Freiraum hat es uns erlaubt, sehr schnell und kostenneutral mit einem großen Team einzusteigen“, erinnert sich Mangold. „Microsoft unterstützte uns von der Idee bis hin zum Markteintritt – also bis die Technologie so weit entwickelt war, dass wir erste Kunden damit betreuen und uns als Startup beweisen konnten.“
Auch heute berät Microsoft das Startup dabei, Probleme zu lösen, Skalierungspotenziale zu nutzen und eine technologische Infrastruktur aufzubauen. „Das Start-up-Programm half uns, aus den Kinderschuhen herauszuwachsen. Die Fasttrack-Programme helfen uns jetzt dabei, erwachsen zu werden“, erklärt Mangold. Vor diesem Hintergrund entstand das heute etablierte dreistufige Prozessmodell aus Monitoring, Analyse, Markplatz: Die Anlage schickt zunächst Daten an die Cloud. Hier visualisiert das Start-up diese Daten – so erfolgt das Monitoring. Die Analyse identifiziert anschließend Probleme und Potentiale der Anlage. Schritt drei, der Markplatz, kombiniert Probleme und Potenziale mit konkreten Lösungsvorschlägen für den Kunden. Der gesamte Prozess wird durch Daten gesteuert und optimiert. „So können unsere Kunden die beste Performance aus ihren Anlagen herausholen, und das zu niedrigen Kosten. Sie erreichen damit die höchste Effizienz, während der gesamten Laufzeit von üblicherweise 25 Jahren bei ihren Anlagen“, so Perényi.
Künftig will Solytic KI und Maschine Learning noch stärker integrieren, um Monitoring, Analyse und Markplatz automatisiert durch Algorithmen abzuwickeln. „Wir wollen noch genauer Ursachen erkennen und Abweichungen vom Optimum vorbeugen. Unser Ziel ist es, Nutzer proaktiv zu warnen, noch bevor Fehler kritisch werden und Erträge nachlassen“, so Mangold. Als Meilenstein für die Zukunft haben sich die Gründer vorgenommen, eine Million Anlagen in den nächsten drei Jahren mit der Software zu versorgen. So wollen sie die Effizienz und Rentabilität von Photovoltaik-Anlagen steigern, dabei helfen, mehr grüne Energie zu gewinnen und so die Energiewende zu beschleunigen.
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