Rechenzentren

So werden Unternehmen nachhaltig

Im Kommentar erläutert Lennard Everwien, Head of Business Sustainability bei Campana & Schott, wie Unternehmen eine umfassende ESG-Strategie erstellen und welche Tools sie zur Umsetzung benötigen.

Lennard Everwien

Lennard Everwien vereint mit seinem Team die fachliche, methodische und technische Kompetenz, um die nachhaltige Transformation von Unternehmen erfolgreich zu gestalten.

Nachhaltigkeit ist im Geschäftsbetrieb unverzichtbar geworden. Dabei stehen Rechenzentren (RZ) vor einer besonderen Herausforderung. Der Energieverbrauch der etwa 50.000 Datacenter in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren verzehnfacht – und entspricht heute dem Verbrauch der Stadt Berlin. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird deren Energiebedarf künftig drastisch steigen. Gleichzeitig verpflichtet sie das Energieeffizienzgesetz zu erheblichen Energieeinsparungen und regelmäßigen Berichten über den Verbrauch.

Daher benötigen Unternehmen eine umfassende ESG-Strategie. Was müssen sie dabei beachten? E (Environment) bezieht sich auf die Auswirkungen auf die Umwelt. Im Fokus steht die Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen. In Datacentern verbraucht die Kühlung den größten Anteil an Energie. Daher sollten die Kühleffizienz verbessert und innovative Lösungen für die Nutzung der Abwärme für das Heizen von Wohn- und Büroräumen in Betracht gezogen werden. Auch der Einsatz erneuerbarer Energien, das Auswechseln von alten Geräten gegen stromsparende Modelle und die Konsolidierung von Daten verbessern die Umweltbilanz. S (Social) beschäftigt sich mit den Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Aspekte wie faire Vergütung, Gleichstellung der Geschlechter, Arbeitsschutz und Sicherheit sind von zentraler Bedeutung. G (Governance) fordert nachhaltige Unternehmensführung. Dies umfasst u.a. Unternehmensziele, Compliance und eben Berichterstattung.

Tools für einen besseren Überblick

Eine umfassende ESG-Strategie muss alle diese Punkte berücksichtigen. Geeignete Tools helfen, einen Überblick zu gewinnen, Aktivitäten festzulegen, zu priorisieren und nachzuverfolgen. Im ersten Schritt ist eine gründliche Status-quo-Analyse erforderlich. Tools wie der Microsoft Sustainability Manager bieten Unternehmen Einblicke in ihre aktuellen CO2-Emissionsdaten. Mit dieser Form des Carbon Accounting können sie ihre Emissionen in Bezug auf Scope 1-3 kontinuierlich erfassen und verstehen.

Im zweiten Schritt geht es um die Transformation. Mithilfe von spezialisierten Portfolio-Management-Apps lassen sich konkrete Maßnahmen festlegen, deren Umsetzung steuern und verwalten. Das erhöht die Transparenz und hebt Synergien zwischen mehreren Nachhaltigkeitsmaßnahmen.

Im dritten Schritt müssen die Mitarbeiter einbezogen werden. Nur wenn sie mitziehen und Einsparpotenziale in ihrer täglichen Arbeit nutzen, können ESG-Strategien erfolgreich sein. Geeignete Engagement-Apps vermitteln über Challenges spielerisch Informationen und Impulse, um berufsbezogene Tätigkeiten nachhaltig zu gestalten.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Mit diesen Tools können sich Unternehmen gezielt auf die neuen ESG-Vorschriften vorbereiten. Und selbst wer sie noch nicht einhalten muss, kann damit seine Umweltbilanz verbessern. Erfahrene Partner helfen bei der individuellen Planung und Umsetzung.

Bildquelle: Campana & Schott

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