Präsenz- und Fernarbeit im Wechsel

„Spaß und Produktivität miteinander verbinden“

Laut Sébastien Marotte, President EMEA bei der Content Cloud Box, lohnt es sich, die richtige Mischung aus Einzel- und Teamarbeitsplätzen zu finden und viel Raum für Zusammenarbeit und konzentriertes Arbeiten zu schaffen.

Sébastien Marotte, President EMEA bei der Content Cloud Box

„Die Erwartungen der Arbeitnehmer an ihren Arbeitsplatz haben sich grundlegend geändert“, so Sébastien Marotte von Box.

ITD: Herr Marotte, mit dem 20. März 2022 endete die erneute Homeoffice-Pflicht. Doch inwieweit bestehen die Arbeitgeber in Großunternehmen tatsächlich darauf, dass alle Mitarbeiter umgehend zurück ins Büro kommen?
Sébastien Marotte: Natürlich können wir nicht für alle großen Unternehmen sprechen. Aber unsere Priorität ist es, dass unsere Mitarbeiter sicher, engagiert und produktiv bleiben. Alle drei Faktoren sind dabei gleichermaßen wichtig. Deshalb lassen wir unseren Boxern (so nennen wir unsere Mitarbeiter) derzeit die Wahl, ob sie vollständig aus der Ferne arbeiten wollen oder einen gemischten Ansatz wählen, bei dem sie einige Tage im Büro und einige Tage von zu Hause arbeiten. Boxer, die für Büroumgebungen unverzichtbar sind, z.B. Office Manager, sind wieder vollumfänglich in unseren Büro- und Hub-Standorten weltweit tätig.

ITD: Wie empfinden die Mitarbeiter selbst das Ende der Homeoffice-Pflicht?
Marotte: Das gibt es bei uns ja nicht. Wir lassen unseren Mitarbeitern weiterhin die Wahl, wie sie ihre Arbeit am besten erledigen können. Darauf erhalte ich positives Feedback aus dem gesamten Unternehmen. Nebenbei erwähnt, erzielen wir damit auch großartige Ergebnisse – wir haben gerade unser bisher stärkstes Geschäftsjahr vermeldet. Im Allgemeinen freuen sich die Mitarbeiter aber darauf, an zwei oder mehr Tagen pro Woche wieder ins Büro zu gehen.

ITD: Wie lässt sich die Rückkehr ins Büro bzw. das Büroerlebnis für die Mitarbeiter zukünftig schmackhafter bzw. neugestalten?
Marotte: Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Der Raum muss den Ton angeben und die Werte des Unternehmens unterstreichen. Das haben unsere Büros schon immer getan, mit gemeinschaftlichen Räumen für Brainstormings, Ruhezonen wie unseren „Zen-Räumen“, Zoom-Räumen für die Verbindung zwischen dem Büro und zu Hause und allgemeinen Annehmlichkeiten am Arbeitsplatz wie Mittagessen, Snacks, Kaffee und mehr. Dahinter steht die Absicht, Spaß und Produktivität miteinander zu verbinden. Im Ergebnis freuen sich die Mitarbeiter darauf, ein paar Mal pro Woche im Büro zu sein. Wir werden unsere Büroräume in dem Maße weiterentwickeln, wie sich auch die hybride Arbeit weiterentwickelt. Dabei werden wir auch neue Erkenntnisse in Bezug auf die ideale Einrichtung für die Produktivität und Zusammenarbeit unserer Teams einfließen lassen. Alle unsere Büros wurden bereits vor der Pandemie zu sozialen Hubs mit Ruhezonen und Wohlfühlfunktionen ausgebaut. Die Bereitstellung eines modernen, kreativen Raums, in dem die Mitarbeiter die besten Werkzeuge erhalten, um auf nachhaltige Weise produktiv zu sein, ist für die Mitarbeiterbindung, die Produktivität und das Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung.

ITD: Welche Technologien spielen bei entsprechenden Arbeitskonzepten eine wichtige Rolle?
Marotte: In Zukunft werden noch mehr Unternehmen damit beginnen, alle Vorteile und Stärken von Präsenz- und Fernarbeit im Wechsel zu nutzen. Teams treffen sich im realen Leben, um sich gemeinsam aufzuladen und Herausforderungen zu meistern. Andererseits sind Zoom-Anrufe und Modelle der Zusammenarbeit aus der Ferne integrativer und funktionsübergreifender im gesamten Unternehmen, da sie Menschen aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens oder aus verschiedenen globalen Büros miteinander verbinden. Erstklassige Cloud-Content-Management-Lösungen stehen im Mittelpunkt dieses Wandels – sie ermöglichen es Teams, flexibel, dezentral und asynchron zu arbeiten.

ITD: Was sind mögliche Stolpersteine bei der Umgestaltung? Worauf sollte demnach besonders geachtet werden?
Marotte: Ich kann diese Frage leider nicht vollständig beantworten, da wir dies nicht als Umgestaltung betrachten. Dass unsere Boxer Spaß haben und produktiv sein sollen, daran haben wir schon vor der Pandemie geglaubt, und das ist seit Jahren in unsere Kultur und Bürogestaltung eingeflossen. Es lohnt sich, die richtige Mischung aus Einzel- und Teamarbeitsplätzen zu finden und viel Raum für Zusammenarbeit und konzentriertes Arbeiten zu schaffen.

ITD: Welchen Einfluss üben moderne, hybride Arbeitsmodelle letztlich auf Themen wie Personalfluktuation, Rekrutierung, Produktivität sowie Gesundheit aus?
Marotte: Die Erwartungen der Arbeitnehmer an ihren Arbeitsplatz haben sich grundlegend geändert. Sie erwarten mehr von ihrer Arbeit als früher und verlangen zu Recht ein Gefühl der Zugehörigkeit. Diese asynchronen Modelle und Technologien ermöglichen es Unternehmen, ihre Mitarbeiter zu einem Zeitpunkt auf den neuesten Stand zu bringen, der ihnen passt und nicht von jemand anderem diktiert wird. Zudem kann das Ganze auf einem Gerät ihrer Wahl stattfinden. Das ist integrativ und schafft Zugehörigkeit und Zufriedenheit. Investitionen in solche Systeme bedeuten Investitionen in die Mitarbeiter. Sie werden zufriedener sein, bessere Leistungen erbringen und eine geringere Fluktuation aufweisen. Das wiederum fördert den Kundenerfolg und das Unternehmenswachstum. Darüber hinaus geben asynchrone Kommunikationsplattformen den Mitarbeitern das Gefühl, wertgeschätzt zu werden und Teil einer Gemeinschaft zu sein. Ständige Kommunikation bedeutet, dass die Mitarbeiter das Gefühl haben, Teil eines größeren Teams zu sein, das an einem Strang zieht. Das gibt ihnen ein wichtiges Gefühl von Zielstrebigkeit, nach dem sie sich in unsicheren Zeiten so sehr sehnen.

Bildquelle: Box

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok