Bodo Körber, Director of Informations Management bei IBM
Dass die Datenvolumen wachsen – jeden Tag kommen rund 2,5 Trillionen Bytes hinzu –, ist nicht die einzige Herausforderung in der näheren Zukunft. Auch Geschwindigkeit und Vielfalt sind Themen, die Big Blue unter dem Akronym VVV – Volume, Velocity, Variety – zusammenfasst. Dazu tragen auch Technologien wie RFID oder der zunehmende Einsatz von Sensoren bei, beispielsweise in Fahrzeugen. „Es geht darum, auch Datenströme, die nur kurz zur Verfügung stehen, also Data in Motion, als Informationen in die Prozesse zu bekommen“, sagte Bodo Körber, Director of Informations Management auf dem IBM-Forum Ende April in Berlin.
Als wichtigen Treiber von Big Data machte Körber die sozialen Medien aus, rund 80 Prozent der Daten seien unstrukturiert. Auch sie sollen künftig in die eigenen analytischen Prozesse der Unternehmen einbezogen werden. Data Warehouses müssten diese Vielfalt abbilden, um die entsprechenden Daten verarbeiten zu können.
Der Anbieter setzt bei seiner Big-Data-Plattform auf das Open-Source-Framework Apache Hadoop, wichtige Bestandteile sind Infosphere Big Insights und Netezza. Die Software wird als Cloud-Lösung angeboten. Der Ansatz dabei ist, bestehende Daten-Management-Technologien für strukturierte Daten zusammenzuführen mit komplementären, neuen Ansätzen der Datenexploration. Die Daten sollen dazu nicht erneut umgeschaufelt, sondern an Ort und Stelle analysiert werden.
Pünktlich zur Veranstaltung verkündete das IBM-Management die Übernahme des Pittsburgher Unternehmens Vivisimo. Dessen Software für Informationszugriff und Discovery soll ermöglichen, unternehmensweit über mehrere Systeme hinweg auf große Datenmengen zuzugreifen und diese zu analysieren. „Die kollektive Intelligenz im gesamten Unternehmen anheben“ nennt Vivisimo das.
Und wer braucht eigentlich Big-Data-Technologien? „Ich empfehle, das eigene Geschäftsmodell mal auf den Prüfstand zu stellen und herauszufinden, wo sich das Thema nutzen lässt“, riet Professor Peter Chamoni von der Uni Duisburg-Esssen und fügte ironisch hinzu: „Je eher, desto besser, dann kann man auch die meisten Fehler selbst machen.“